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Wirtschaft
Die Jagd - nicht nur ein Hobby, sondern auch von wirtschaftlicher und ökologischer Bedeutung
Die Jagd als eine Art Spielerei abzutun, ist nicht korrekt. Sie kann wohl durchaus als ein Hobby aber auch als eine verantwortungsvolle, regulierende, volkswirtschaftliche und sogar als kulturelle Aufgabe gesehen werden. Es nur als Hobby zu bezeichnen, würde dem Ganzen nicht gerecht werden, denn dieses würde man ja nur zum Zeitvertreib ausüben. Für viele ist die Jagd ein Teil ihres Lebens und gleichzeitig eben auch ein Hobby.
Foto und Quelle: jarekgrafik | pixabay.comNatürlich muss man es als eine ernste, zeitaufwändige und sogar kostspielige sowie teilweise auch als strapaziöse Angelegenheit sehen. Wer aber daran keine Freude hat und dem nicht mit dem Herzen nachgeht, der kann diese Tätigkeit auch nicht gut ausüben. In Deutschland soll es über 360.000 Jäger geben. Davon sollen ca. 1.000 Berufsjäger sein. Interessant zu wissen ist dabei, was für die Mehrheit der Freizeitjäger im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten steht? Denn wie schon erwähnt, ist eine Jagdpacht keine ganz so günstige Angelegenheit. Wenn man sich umhört, ist die Jagd für einige ein Ausgleich zu dem anstrengenden Alltag und der Arbeit. Viele genießen das „Mehr“ an frischer Luft und die besondere Aktivität und Freizeitbeschäftigung in der Natur. Das empfinden sogar auch immer mehr Frauen so.

Was alles dazu gehört und benötigt wird

Wer dann die Ausbildung zum Jäger erfolgreich absolviert hat, muss sich nun um ein Revier kümmern, was er pachten kann. Zu der zu zahlenden Pacht kommen dann noch natürlich weitere Ausgaben. Das können zum Beispiel verschiedene Jagdgewehre, ein Waffenschrank, eine Wildkammer und ein geländegängiges Auto mit Wildkorb sein. Natürlich benötigt man auch eine entsprechende Jagdbekleidung. Das können zum Beispiel Jagdjacken, -westen, -pullover, -hemden, -shirts, Thermounterwäsche, sogar beheizbare Kleidung und ein guter Insektenschutz sein. Ein Anbieter für so etwas ist beispielsweise Living Active.de. Auch Signal-, Tarn- und Regenkleidung gehören ebenfalls zu einer Jagdausrüstung mit dazu. Schließlich muss man bei jedem Wetter und jeder Witterung draußen optimal auch für viele Stunden ausgerüstet sein. Das gilt für die Hobbyjäger, wie auch für die Berufsjäger.

Ein Schuss mit Konsequenzen

Die frische Luft und den Wald genießen, ist die eine Sache dabei. Denn wenn das Wild aus dem Wald tritt, muss alles recht schnell gehen. Es ist dabei wichtig, dass man sofort erkennt, ob das Tier überhaupt geschossen werden darf. Denn die Muttertiere und ihre Jungen, die noch aufgezogen werden, sind grundsätzlich Tabu. Dann muss noch darauf geachtet werden, dass das Tier in einer günstigen Position steht, damit es zu einem sicheren Schuss kommen kann. Wenn das gelingt, bricht das Wild sofort zusammen und ist nach kurzer Zeit tot. Falls das nicht gelingt, muss das angeschossene Wild so schnell es geht mit einem Jagdhund gesucht und von seinen Qualen direkt erlöst werden.

Jäger erhalten alle drei Jahre eine Abschussquote, die sie erfüllen müssen. Diese bekommen sie vom Verpächter und der unteren Jagdbehörde neu. Man kann mit der Jagd auch Geld verdienen. Das geschossene Wild gehört dem Jagdpächter und dieser kann das Wild gewinnbringend an Metzgereien oder Restaurants verkaufen. Ob man die Jagd zum Hobby macht, muss wohl jeder ganz persönlich für sich entscheiden.

Dafür könnte sprechen, dass man so gutes und regionales Wildfleisch ohne Antibiotika-Belastung erhalten kann. Wiederum muss man auch nachts raus, wenn ein angefahrenes Wildtier von der Straße geräumt oder nachgesucht werden muss.

Die ökologisch ausgerichtete Jagd

Man kann auch eine ökologisch ausgerichtete Jagd vertreten. Diese soll dann mit der Achtung gegenüber den Wildtieren als unsere Mitgeschöpfe und auch mit dem Respekt vor den Belangen des Grundeigentums und der Gesellschaft erfolgen. Es werden dafür an den jeweiligen Lebensraum passende und artenreiche Wildbestände mit heimischen Tierarten angestrebt. Die ökologische Jagd unterstützt dabei die naturnahen Lebensräume. Dafür ist allerdings ein zeitgemäßes ökologisches sowie (wild)biologisches Wissen notwendig. Genauso ist das ganze handwerkliche Können eine Grundvoraussetzung für diese Jagdform.

Das jagdliche Handeln sollte eine Legitimation brauchen. Das bedeutet, die Nachhaltigkeit muss den Rahmen für die erlaubte Nutzung von Wildtieren bilden. Wer ökologisch auf die Jagd geht, der möchte den tierschutzrechtlichen Grundsatz umsetzen. Für den Tierfreund bedeutet das, dass die Tiere nicht unnötig gestört werden oder Schmerzen erdulden müssen. Ein Töten muss immer einen vernünftigen Grund haben. Das könnte zum Beispiel sein:

• Die sinnvolle Verwertung von Fleisch und Fell
• Die Bekämpfung oder Verhütung von Tierseuchen
• Das Vermeiden von Beeinträchtigungen der Forst-, Land- und auch Fischereiwirtschaft. Aber auch des Naturhaushaltes und der Landeskultur.

Von Bedeutung ist, dass Probleme nachgewiesen werden, die durch eine Bejagung behoben werden können. Es würde dem Grundverständnis der ökologischen sowie ethisch verantwortungsvollen Jagd widersprechen, wenn Tiere getötet werden, ohne sie vertretbar und sinnvoll zu nutzen. Bloß wegen einer reinen Trophäe töten oder weil man damit Nahrungskonkurrenten (wie den Fuchs beispielsweise) vermeiden möchte, sollte abgelehnt werden.
Nachricht vom 13.06.2019 www.nr-kurier.de