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Nachricht vom 13.12.2020    

Adventskalender – Teil 13: Großer Preis von Europa – Ein tödliches Rennen

24 kurze Krimis im Postkartenformat begleiten uns in diesem Jahr durch den Advent. Die Idee dazu hatte die Literatur-Werkstatt in Altenkirchen, die sich jüngst mit „Postkarten-Krimis“ beschäftigte. Das Ergebnis: 24 spannende und vielfältige Mini-Krimis, die das Warten auf Weihnachten verkürzen.

Das Rennen um den Großen Preis von Europa wurde zum Desaster. Nicht nur, weil wegen der Plutona20-Virus-Problematik die Zuschauer ausgeschlossen waren. Es kam viel schlimmer, denn es gab zwei tote Rennfahrer zu beklagen. Vor dem letzten Rennen der Formel-00-Serie lagen zwei Fahrer punktgleich auf Rang eins. Der Franzose Eddie Marcon und der Türke Ali Nodager. Die beiden waren keine Freunde. Daraus machten sie keinen Hehl. Marcon veralberte Nodager mit selbst gezeichneten Cartoons, in denen er seinen Rivalen beim Rennen immer im Graben landen ließ. Nodager revanchierte sich, indem er Marcon der Unzurechnungsfähigkeit bezichtigte. Auch die Fans beider Fahrer gingen nicht sehr freundlich miteinander um. Die Tragödie ereignete sich in der letzten Rennrunde. Beide Fahrer lagen vor der gefürchteten HabiblancKurve gleichauf, als sich an dem Wagen von Marcon plötzlich das linke Vorderrad löste. Marcons Bolide krachte daraufhin in Nodagers rechte Wagenseite. Dann knallten beide Autos, verknäuelt ineinander, in die Streckenmauer und fingen sofort Feuer. Weder Marcon noch Nodager überlebten den tragischen Unfall. War es denn ein Unfall? Die sich anschließenden Spekulationen schossen ins Kraut. Das Umfeld beider Fahrer wurde beleuchtet, denn auch die Ehefrauen der beiden Wagenlenker begegneten sich mit viel Antipathie. Fakt war, dass an dem Wagen Marcons eine Manipulation der Vorderachse vorgenommen worden war und genau das zu dem Unfall geführt hatte. In dem Abschlussbericht zur Unfallursache wurde der amerikanische Monteur Ronald Lump als Alleinverantwortlicher dieses tragischen Ereignisses benannt. Allerdings stellte sich die Manipulation auch als ein Versehen heraus, denn Monteur Lump, in der Box für das Team Marcon tätig, hatte die Radmuttern des linken Vorderreifens versehentlich los- statt festgeschraubt. Hinterher erwies sich, dass Ronald Lump links und rechts gar nicht unterscheiden konnte. Er war nur aufgrund der Fürsprache des russischen Sponsors von Nodager, Vlademar Putier, ins Team aufgenommen worden. Etwas war schrecklich schiefgelaufen.




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© Marko Rörig

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