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Nachricht vom 22.06.2020    

Aquafit Dierdorf bleibt weiterhin geschlossen

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Verbandsgemeinde Dierdorf am 16. Juni wurde in einer mehr als einstündigen Erörterung das Für und Wider einer Öffnung des Bades für den Publikumsverkehr besprochen. Einerseits wurde das Bedürfnis der Gäste nach mehr Normalität, gerade in der anstehenden Ferienzeit, gesehen.

Bis auf Weiteres geschlossen. Foto: Wolfgang Tischler

Dierdorf. Bei näherer Betrachtung eines möglichen Ablaufs, der durch die von der Hygieneverordnung des Landes vom 9. Juni vorgegebenen Bedingungen bestimmt wird, konnte gerade diese gewünschte Normalität kaum erwartet werden.

Die starke Reglementierung in allen Bereichen wie
· limitierte Besucherzahl zwischen 20 bis maximal 50 Personen
· feste Terminvergabe bei begrenzter Badezeit wegen notwendiger Desinfektion
· Einlasskontrolle mit Erfassung der Kontaktdaten
· sehr eingeschränkte Nutzung der Becken mit Einbahnschwimmen
· kaum freie Bewegungsmöglichkeit durch die in allen Bereichen einzuhaltenden Abstandsregelungen von 1,50 Meter
· Sperrung von Startblöcken, Sprungturm und Massagedüsen wegen notwendigerweise eingezogener Trennleinen
· Reduzierung der Sitz- und Liegeflächen
· Absperrungen zur Einbahn- und Abstandsregelung an den Beckenumgängen, in den Sanitärbereichen, Umkleiden, Kiosk etc.

Vor allem die geforderte Überwachung dieser Maßnahmen durch das Personal, was auch für die Mitarbeiter unangenehm ist, lassen ein „Vergnügen“ im Bad kaum erwarten.



Gerade Kinder und Jugendliche, die gewöhnlich ausgelassen im Bad herumtollen und ständig spontan verschiedene Möglichkeiten vor Ort nutzen, sollen nun gesittet im Becken Einbahnschwimmen? Das Miteinanderspielen der Kleinsten im Planschbecken ist nicht erlaubt? Der gemütliche Plausch oder das Ausruhen am Beckenrand ist nicht mehr möglich? Beim Einbahnschwimmen muss das Tempo genau an das der Mitschwimmer angepasst werden, damit der Abstand ständig gewahrt bleibt? Entspannen auf einer Liege ist kaum möglich, weil zu wenige bereitgestellt werden können und die Aufsicht ständig Ermahnungen an die Gäste ausspricht? Die Sorge um die Gesundheit der Gäste und der Bediensteten, falls doch ein Infektionsfall auftritt oder doch einmal nicht nach jeder Toilettennutzung desinfiziert werden konnte?

Bei Vorstellung dieser Szenarien herrschte nahezu einhellig die Meinung, dass das im Sinne aller Beteiligten nicht wünschenswert ist. Auch das bei Öffnung durch einen erhöhten Personalaufwand erheblich ansteigende Defizit (höhere Kosten bei weniger Einnahmen) spielte bei der Entscheidungsfindung im Gremium eine Rolle.

Die Beschlussfassung erfolgte dahingehend, dass eine neue Beratung in den politischen Gremien erst dann herbeigeführt werden soll, wenn die Vorgaben des Landes zur Öffnung von Hallenbädern eine in der Praxis erheblich einfachere Umsetzung zur Zufriedenheit aller erwarten lassen. (PM)


Lokales: Dierdorf & Umgebung
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