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Nachricht vom 26.05.2020    

Kreistag will ÖPNV in Stadt Neuwied und VG Asbach umstrukturieren

Von Wolfgang Tischler

Wie wird der Busverkehr in der Neuwieder Innenstadt künftig aussehen? Das war eine der Fragen, mit denen sich der Kreistag bei seiner ersten Sitzung nach der Corona-Zwangspause auseinandersetzen musste. Eine klare Antwort gibt es allerdings noch nicht: Erst Ende 2023 will der Kreis ein Konzept vorlegen und muss sich bis dahin mit kostspieligen Übergangslösungen behelfen. „Bitter, aber unausweichlich“, so lautete das Fazit des Gremiums, das den Plänen bis auf zwei Enthaltungen geschlossen zustimmte.

Symbolfoto

Neuwied. Um den Stadtverkehr „als laufende Baustelle“ aufrecht zu erhalten, schlug der 1. Kreisbeigeordnete Michael Mahlert dem Kreistag einen mehrstufigen Plan vor: Der startet als „Rettungsschirm“ damit, die Interimslösung mit dem bisherigen Betreiber MVB bis Jahresende zu verlängern und auch für Einnahmeausfälle durch die Corona-Pandemie einzustehen. Dafür kommen zu den ohnehin jeden Monat gezahlten Zuschüssen von 50.000 Euro einmalig 60.000 Euro dazu, außerdem 28.000 Euro als rückzahlbarer Liquiditätszuschuss. Den Beschluss für die Finanzspritze hatte die Kreisspitze als Eilentscheidung schon vorweggenommen: Ein Schritt, den „Die Linke“-Kreistagsmitglied Jochen Bülow „inhaltlich nicht nachvollziehbar“ fand. „Es ist unüblich, eine Eilentscheidung durch den Kreistag bestätigen zu lassen“, wunderte er sich.

Ab 2021 soll der Stadtverkehr auf dem Status Quo weiterlaufen, unterstützt durch Zuschüsse und Dienstleistungskonzessionen. Diese Lösung soll für drei Jahre gelten. Währenddessen will der Kreis ein Konzept ausarbeiten, das „nachhaltig und zukunftssicher“ den Stadtverkehr weiterführen soll. „Insbesondere die Schülerbeförderung ist ein Grundbedürfnis“, stellte der Kreisbeigeordnete Mahlert klar. „Niemand will dessen Wegfall verantworten.“

Umso mehr werden sich Schüler und Pendler aus der Verbandsgemeinde Asbach freuen, die regelmäßig in den benachbarten Rhein-Sieg-Kreis unterwegs sind: Sie mussten schon seit Jahresbeginn an der Kreis- und Landesgrenze umständliches Umsteigen und lange Wartezeiten in Kauf nehmen, nachdem das bisher zuständige Busunternehmen den Betrieb nicht mehr eigenwirtschaftlich aufrecht erhalten konnte. Die Probleme sollen nun ab dem 1. Juni passé sein, wenn das kommunale Unternehmen Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) des Rhein-Sieg-Kreises nicht nur die Schülerbeförderung, sondern auch den grenzübergreifenden Linienverkehr übernimmt.

Die Kreise Neuwied und der Rhein-Sieg-Kreis haben dazu eine Zweckvereinbarung getroffen, der der Kreistag einstimmig zustimmte. Auf der Kostenseite stehen für den Landkreis Neuwied zwar 417.000 Euro jährlich, dafür profitieren aber alle Fahrgäste von neuen Fahrplänen, kürzeren Takten und besseren Anbindungen.
woti


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Kommentare zu: Kreistag will ÖPNV in Stadt Neuwied und VG Asbach umstrukturieren

1 Kommentar

Leider ist der Tenor des Artikels und der Kreistagsbeschlüsse nicht auf Windhagen zutreffend. Der Industrieort mit 4000 Einwohnern und 2500 Arbeitnehmern, großenteils Pendlern, ist vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) abgehängt worden, der 300 Meter ab Grenze des Ortskernes beginnt und wo sich z.B. in 12 Kilometern Distanz der nächste Bundesbahnhof sowie die Stadtbahnlinie 66 in Richtung Bonn/Siegburg/Flughafen befindet. Daß man eine Buslinie mit Umsteigen in Richtung Eitorf (Siegstrecke) und sonst nirgendwohin jetzt als Errungenschaft glorifiziert, lässt die hiesigen Bürger relativ unberührt, und wer eine Zeitkarte für 46 Euro monatlich, gültig bis Bad Honnef (vier Supermärkte in 3-5 Kilometern Entfernung, ein Baumarkt und zahlreiche Geschäfte) besitzt, mit der er bei mäßigem Mehrpreis auch nach Asbach zum VRS-Tarif fahren durfte, zahlt jetzt doppelt (bzw. muss seine Einkaufs- und sonstigen Fahrten und gar die Arbeitsplatzwahl noch mehr in das angrenzende Nordrhein-Westfalen ausrichten).
Oder beim Auto bleiben, wenn er kann (ich finde, Senioren sollten das Autofahren bleiben lassen, und habe selber mit 65 aufgehört). So allerdings wird das nie etwas mit der Verkehrswende.
#1 von Hannes Birnbacher, am 27.05.2020 um 16:36 Uhr

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