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Nachricht vom 05.04.2020    

Corona-Krise: Wochenrückblick von Landrat Achim Hallerbach

Der Zulauf in der Fieberambulanz in Neuwied ist deutlich geringer geworden. Die Zahl der positiven Corona-Fälle steigt jedoch erwartungsgemäß weiter an. Die ersten Patienten verlassen ihre Quarantäne. Dennoch ist keine Entwarnung zu vermelden.

Blick auf die Fieberambulanz in Neuwied. Foto: Kreisverwaltung

Neuwied. „Wir können noch keine verlässliche Aussage treffen, ob die kontaktreduzierenden Maßnahmen greifen. Dazu braucht es noch etwa 14 entscheidende Tage. Bis dahin gilt auch weiterhin: Wir sind nicht nur für das eigene Leben verantwortlich, sondern auch für das Leben unserer Mitmenschen! Deshalb meine eindringliche Bitte: soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren, bleiben Sie zu Hause, beachten Sie alle Hygienemaßnahmen“, appelliert Landrat Achim Hallerbach und fährt fort: „Unser Ziel ist auch weiterhin: der Verlauf der Virus-Ausbreitung zu verlangsamen. Dadurch können wir das Gesundheitssystem stabilisieren und für die nächsten Wochen vorbereiten! Dafür brauchen wir einfach noch Zeit und Ihre Unterstützung!!!“

Trotz des schönes Wetters am heutigen Sonntag und in den kommenden Tagen: bleiben Sie bitte zu Hause! Große Solidarität und Eigenverantwortung ist erforderlich, damit wir gemeinsam dieses Ziel erreichen und die Zeit gemeinsam überstehen.

„Erfreulich ist, dass wir in dieser Woche mit fünf Corona-Ambulanzen in Asbach, Bad Hönningen, Ehlscheid, Neuwied und Vettelschoß an den Start gehen konnten. Damit wird das Behandlungsnetzwerk für Corona-Patienten deutlich verbessert werden. Mein Dank gilt hier den teilnehmenden Ärzten vor Ort und den Verbandsgemeinden für die Unterstützung mit Räumlichkeiten und Logistik. Wir als Landkreis haben die Ambulanzen mit Schutzmaterialien ausgestattet, da weder über den Bund oder das Land eine Materialversorgung mit Schutzmasken und Anzügen erfolgen konnte“, sagt Achim Hallerbach zurückblickend.

Das Gespräch mit den Krankenhäusern wurde fortgesetzt und muss in der nächsten Woche konkretisiert werden. Die Planung und Steuerung der Krankenhausversorgung wird zentral über das Mainzer Gesundheitsministerium gesteuert. Dazu wurden Schwerpunktregionen mit koordinierenden Maximalversorgern festgelegt. Der Kreis Neuwied gehört zur Region Mittelrhein-Westerwald. Die drei Koblenzer Krankenhäuser Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM), Katholisches Klinikum Koblenz-Montabaur und das Bundeswehrzentralkrankenhaus (BwZK) bilden die "Maximalversorgerstruktur". Diese drei Häuser haben nun die Aufgabe, die umliegenden Krankenhäuser mit entsprechenden Funktionen einzubinden. Über die Verteilung der Funktionen und Aufgaben werden wir noch informieren. Das Gesundheitsamt ist - nach Vorgabe des Landes - leider nicht direkt und aktiv eingebunden.

Mit der Ergänzung der 3. Corona-Bekämpfungs-Verordnung wurden einige Klarstellungen vorgenommen. So ist seit dem 1. April auch der Besucherverkehr für Alten- und Pflegeheime untersagt. Besondere engdefinierte Ausnahmen sind auf Antrag möglich. Diese Regelung ist dringend nötig, um unsere älteren Bürger zu schützen.

In mehreren Telefonkonferenzen mit den Landratskollegen/innen und der Landesregierung wurden weitere Abstimmungen vorgenommen. Zweimal in der Woche gibt es telefonische Abstimmungen mit den Bürgermeistern und dem Kreisvorstand. Damit ist der Informationsfluss und eine zeitnahe Abstimmung gewährleistet. Die Zusammenarbeit ist sehr eng und vertrauensvoll, ist aus der Kreisverwaltung zu hören.

Unternehmen in Not – Nachbesserungen aus Mainz gefordert
Zahlreiche Unternehmen haben mich in der vergangenen Woche angerufen, geschrieben oder über Facebook und SMS kontaktiert. Ihre Sorgen und Nöte geben uns Anlass, dass wir drei Landräte aus Altenkirchen (Peter Enders), Westerwald (Achim Schwickert) und Neuwied in einem Brief den Wirtschaftsminister um Nachbesserung der rheinland-pfälzischen Wirtschaftshilfen vorzunehmen. Wir hoffen, dass die Landesregierung einlenken wird. Unsere mittelständischen Unternehmen brauchen liquide Mittel, so wie in anderen Bundesländern. Deshalb fordern "Wir Westerwälder", dass die Darlehen/Kredite die Zuschüsse für die Wirtschaft hochgefahren werden. Wir lassen unsere Unternehmen nicht im Stich und werden uns für Verbesserungen bei der Landesregierung einsetzen!“, erklärt Achim Hallerbach

Was passierte abseits von Corona
„Um die Arbeit im Landkreis Neuwied auch im angemessenen Rahmen fortführen zu können, habe ich im Rahmen einer Telefonkonferenz mit dem Kreisvorstand und den Kreistagsfraktionsvorsitzenden (Ältestenrat) einige wichtige Beschlüsse im Rahmen von Eilbeschlüssen vorgenommen. So haben wir beschlossen, die nächsten Schritte zur Sicherung des ÖPNV in der Stadt Neuwied und den grenzüberschreitenden ÖPNV aus dem Norden des Landkreises in den Rhein-Sieg-Kreis auf neue sichere Strukturen in kommunaler Zusammenarbeit aufzubauen. Ebenfalls erhielten wir grünes Licht für die Fortschreibung und die Investitionsmaßnahmen in den Kindertagesstätten für unseren Kreisjugendamtsbezirk Neuwied. Herzlichen Dank an die Fraktionsvorsitzenden für die Unterstützung und das Vertrauen“, teilt Landrat Hallerbach abschließend mit.
woti


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