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Nachricht vom 21.03.2020    

Interview mit Krimiautor und Musikjournalist Oliver Buslau

Oliver Buslau, Krimiautor und Musikjournalist aus Bergisch-Gladbach, ließ seine Charaktere schon des Öfteren in unserer Region spielen. So spielten seine Bücher „Das Gift der Engel“ beispielsweise in Erpel und Remagen, „Rheinsteigmord“ rund um das 29er Ehrenmal auf der Rheinbrohler Ley oder „Schängels Schatten“ in Koblenz.

Krimiautor und Musikjournalist Oliver Buslau hat dem berühmten Geburtstagskind Ludwig van Beethoven, geboren 1770 in Bonn, einen Kriminalfall gewidmet. Foto: privat

Rheinbrohl. Aus der Stadt am Deutschen Eck stammt Buslau auch gebürtig und ist seit einigen Jahren Mitglied in der Rheinbrohler Vereinigung ehemaliger 29er und Förderer des Ehrenmals e.V.. Zum Beethoven-Jahr hat er nun sein neustes Werk „Feuer im Elysium“ veröffentlicht, hierüber unterhielt er sich mit seinem Freund Andreas Kossmann:

Lieber Oliver, wie kommt man auf die Idee einen Krimi in der Zeit von Beethoven zu schreiben? Was war ausschlaggebend?
Buslau:
In meinem Leben spielt seit Kindesbeinen an die klassische Musik eine große Rolle, aber mich interessierten auch schon immer die Geschichten hinter den Werken, hinter den Komponisten. Ich erzähle diese Geschichten seit mehreren Jahrzehnten in Beiträgen für Konzert-Programmhefte, in CD-Booklet-Texten, in Sachbüchern und in Vorträgen.

Als ich Ende der 90er Jahre anfing, Krimis zu schreiben, war das für mich zunächst mal ein komplettes Gegenprogramm zu meinen beruflichen Auseinandersetzungen mit der Musik. Nach und nach habe ich aber erkannt, dass man auch darüber Krimis schreiben kann. Nach einigen Beispielen (etwa „Die fünfte Passion“, „Schatten über Sanssouci“) habe ich dann das Thema von Beethovens letzter, der neunten Sinfonie aufgegriffen, das sich sehr gut für einen historischen Krimi eignet, aber eben auch sehr viel Recherche erfordert, weshalb ich mich nicht gleich zu Beginn meiner Karriere draufgestürzt habe.

Beethovens Neunte ist ein echter Mythos unter den Klassikwerken, dessen Aura bis heute nachwirkt. Die Melodie des letzten Satzes „Freude, schöner Götterfunken“ ist die Europa-Hymne. Die Zeit, in der sie uraufgeführt wurde, ist wegen all der politischen Reibereien für das Genre historischer Krimi wunderbar geeignet. Im Jahr der Uraufführung 1824 in Wien schwelte die Angst der Eliten vor einer neuen Revolution, das Kaiserreich war ein Überwachungsstaat unter Kanzler Metternich - und mittendrin brachte Beethoven mit seiner Sinfonie die Vision der Menschheitsverbrüderung auf die Bühne. Und sie ist die erste Sinfonie, in der gesungen wird. Eigentlich ist eine Sinfonie, ja ein Orchesterwerk.

Natürlich ist mein Ziel, darüber so zu erzählen, dass man von Mozart, Beethoven, Bach und Co. erst mal nichts verstehen muss, um ebenfalls davon fasziniert zu sein.



Du spielst selbst klassische Musik (Bratsche) und moderierst monatlich eine Klassiksendung im Radiosender „SecondRadio“, welche Rolle spielen Werke von Beethoven und anderen „Altmeistern“ dabei?
Buslau:
In erster Linie spiele ich Bratsche im Sinfonieorchester Bergisch Gladbach, einem ziemlich ambitionierten Amateurensemble. Hier ist klassische Musik natürlich das übliche Repertoire. Wir haben, neben vielem anderen, von Beethoven die dritte, siebte und die neunte Sinfonie gespielt. 2015 haben wir die „Neunte“ anlässlich des 25. Jahrestages der deutschen Einheit aufgeführt und die intensiven Proben haben mich zu vielen Abschnitten in dem Krimi inspiriert. Meine Sendung „Klassikwelten“ auf SecondRadio ist ebenfalls komplett der Klassik gewidmet, ich fasse das aber sehr weit – bis hin zur Filmmusik und Crossover. Beethoven kommt natürlich regelmäßig vor.

Dein Buch sollte man unbedingt lesen, weil …
Buslau:
Ich glaube tatsächlich, dass es eine wunderbare Gelegenheit ist, die „Neunte“ mal richtig kennenzulernen und zu verstehen, warum das Stück so bedeutend und so ein Mythos ist. Es kommen nach Lesungen oft Leute zu mir, die mir sagen, dass sie genau das an dem Buch schätzen, obwohl sie sich bis dahin gar nicht für Klassik interessierten. Und das ganze eben ohne belehrende Vorträge.

Meine Hauptfigur in dem Roman kommt nach Wien, muss ein kriminelles Geheimnis lüften, und hat die Möglichkeit bei der „Neunten“ mitzuwirken. Schon in den Proben geht ihm die unglaubliche Bedeutung dieses Werkes auf – und letztlich ist die Sinfonie selbst Teil der Lösung des Rätsels. Man kann natürlich alles, was darin in Bezug auf das Werk gesagt wird, sofort nachvollziehen, indem man es parallel anhört. Youtube ist voller fantastischer Aufnahmen davon. Ich würde mir wünschen, dass die Leserinnen und Leser genauso reagieren. Es geht mir letztlich darum zu zeigen, wie faszinierend klassische Musik ist.

Das Buch ist im Kölner Emons-Verlag erschienen und kann unter anderem versandkostenfrei per E-Mail unter akossmann-presse@web.de bezogen werden.


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