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Nachricht vom 12.12.2019    

Gemeinsam gegen das Leid der Tiere

Tierschützer schlagen schon seit langem Alarm: Die Flut von ungewolltem Katzennachwuchs ist menschengemacht – und ließe sich mit einer Katzenschutzverordnung erheblich eindämmen. Die SPD-Stadtratsfraktion traf sich mit Vertreterinnen der Katzenhilfe Neuwied und machte sich im „Miezhaus“ des Vereins ein Bild davon, wie es an der „Tierschutzfront“ tatsächlich aussieht.

(Von rechts): Sven Lefkowitz, Fredi Winter, Vorsitzende Sabine Stumm, Lana Horstmann, Christian Scheidgen, Janick Schmitz, 2. Vorsitzende Ingrid Haberscheidt, Petra Grabis. Foto: privat

Neuwied. „Es gibt natürlich Menschen, die ihre Katzen einfach nicht kastrieren lassen wollen. Aber in den allermeisten Fällen ist es weniger Verweigerung als schlichte Unkenntnis, die uns jedes Jahr wieder vor enorme Herausforderungen stellt.“ Sabine Stumm, die Vorsitzende der Neuwieder Katzenhilfe kann ein Lied davon singen, was Gedankenlosigkeit oder falsch verstandene Tierliebe für Folgen hat. Rund 200 Katzenkinder musste der Verein in diesem Jahr aufnehmen, etwa doppelt so viele wie in den meisten anderen Jahren. Denn Hauskatzen sind im Gegensatz zu (echten) Wildkatzen extrem vermehrungsfreudig. Bis zu dreimal im Jahr bekommt eine Katze Nachwuchs, ein Wurf kann schon mal vier, fünf oder auch sechs Babys umfassen. Und was die meisten Tierbesitzer unterschätzen: Junge Katzen sind bereits mit sechs bis neun Monaten geschlechtsreif.

„Das Baby von gestern ist dann plötzlich selbst Mama – und viele Menschen sind mit dieser Situation überfordert“, erklärt Ingrid Haberscheidt, zweite Vorsitzend und Pflegestellenleiterin des Vereins. Im günstigeren Fall wird der unerwünschte Nachwuchs bei der Katzenhilfe abgegeben. Schlechter, weil für die Tiere lebensgefährlich, ist es, wenn sie ausgesetzt werden. „Ohne ihre Mütter haben die Kleinen kaum eine Überlebenschance. Aber auch viele junge Muttertiere, die sich bislang noch nie allein versorgen mussten, schaffen es nicht sich selbst und ihren Nachwuchs durchzubringen.“ Die Katzenhilfe Neuwied verzichtet bei Katzenbabys deshalb schon seit Jahren auf die üblichen Abgabegebühren. „Das Geld könnten wir zwar dringend gebrauchen. Aber wichtiger ist uns, dass die hilflosen Kätzchen in Sicherheit sind“, betont Sabine Stumm.

Einige der putzigen kleinen Fellnasen konnten die Kommunalpolitiker persönlich kennenlernen, denn auch kurz vor Weihnachten konnten noch nicht alle Tiere vermittelt werden, die in den letzten Monaten den Weg hierher gefunden haben. Doch auch wenn der Niedlichkeitsfaktor hoch ist: Wie die meisten anderen Tierschutzvereine kämpft auch die Katzenhilfe Neuwied vehement dafür, dass in Neuwied eine Katzenschutzverordnung erlassen wird, die die Kastration und Kennzeichnung von Katzen zur Pflicht macht. Dabei gehe es natürlich in erster Linie darum, die ungezügelte Vermehrung zu stoppen, die jedes Jahr unzählige Katzenkinder dem sicheren Tod preisgebe, erklärten die Tierschützerinnen.

Aber auch ausgesetzte, erwachsene Katzen, die in „wilden Kolonien“ zusammenleben und keinem Besitzer zugeordnet werden können, seien großem Elend ausgesetzt. „Sie kämpfen jeden Tag um ihr Überleben, wenn sie krank oder verletzt sind, sind sie auf sich gestellt – und auf der Suche nach Futter und Hilfe übertragen sie ihre Krankheiten auch auf Tiere, die ein Zuhause haben und von ihren Menschen geliebt werden“, erklärte Geschäftsführerin Doris Litz. Bislang versuchen die Tierschutzvereine auf sich allein gestellt, dagegen zu halten, indem sie unerwünschte Tiere aufnehmen, aber zum Beispiel auch freilebende Katzen einfangen und auf eigene Kosten kastrieren lassen. Möglich ist das nur durch ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement. „Ohne dieses enormen freiwilligen Einsatz von Zeit und Geld sähe es bei uns nicht anders aus als in Rumänien, Spanien oder Griechenland“, machten die Tierschützerinnen deutlich.

Ihre Besucherinnen und Besucher konnten sie jedenfalls überzeugen. „In Rheinland-Pfalz hat bisher die Verbandsgemeinde Brohltal sowie Maifeld und bei uns im Kreis Neuwied Puderbach und Bad Hönningen eine Katzenschutzverordnung. Diesen Beispielen wollen wir folgen und fordern eine Katzenschutzverordnung für Neuwied, um das Leid und die Verelendung der Katzen einzudämmen“, versicherte Fraktionsvorsitzender Sven Lefkowitz zum Abschluss des Besuchs. Die SPD-Stadtratsfraktion wird daher in der ersten Ratssitzung im kommenden Jahr den Antrag auf Erlass einer Katzenschutzverordnung stellen. (PM)


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