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Nachricht vom 22.08.2019    

Schäden im Stadtwald von Bad Honnef

Das Erscheinungsbild der Waldbestände der Stadt Bad Honnef hat sich in den letzten Wochen in großen Bereichen stark verändert, denn die Fichtenbestände sind durch den heißen und regenarmen Sommer in weitaus größerem Umfang als in den vergangenen Jahrzehnten vom Borkenkäfer-Schädling befallen. Die aktuelle Lage, die sich in kürzester Zeit entwickelt hat, wird weitreichende Auswirkungen auf das Siebengebirge haben. Das Landschaftsbild wird sich verändern.

Vor allem auf trockenen, felsigen Standorten verlieren Birken, Kirschbäume, Ahorne, aber auch Buchen bereits ihre Blätter. Foto: Frank Krause

Bad Honnef. Der Stadtwald muss an vielen Stellen ausgelichtet werden. Derzeit erfolgen Arbeiten im Auftrag der Stadt Bad Honnef im oberen Schmelztal. Im Zuge der massiven Forstarbeiten müssen abschnittsweise Wege und Waldbereiche abgesperrt werden. Die Bevölkerung wird gebeten, diese erforderlichen Maßnahmen durch Verständnis und Kooperation zu unterstützen. In Abstimmung mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW wurden Informationsplakate an entsprechenden Stellen im Wald platziert.

Auf Bad Honnefer Stadtgebiet muss nach ersten Einschätzungen mit einem Verlust von rund zwei Dritteln der Fichtenbestände gerechnet werden. Auf lange Sicht werden durch die Trockenheit auch Laubbäume wie beispielsweise Buchen geschädigt. Erste Laubgehölze weisen bereits Dürreschäden in den Baumkronen auf, da hier der Wassertransport bis in gewisse Höhen nicht mehr ausreicht.

Welche ökologischen und wirtschaftlichen Folgen diese Entwicklung hat, lässt sich momentan schwer abschätzen.
Eine aktive Wiederaufforstung der entstandenen Brachflächen mit Baumschulware gestaltet sich momentan schwierig, da es sich hier um ein bundesweites Problem handelt und die Forstbaumschulen die benötigten Mengen an Jungpflanzen nicht zur Verfügung stellen können.

Gemeinsam mit den beteiligten Landesbehörden entwickelt die Stadtverwaltung eine Strategie, um die negativen Folgen dieser Krise einzudämmen. So müssen die betroffenen Bestände zunächst einmal schnellstmöglich identifiziert werden. Hierbei werden nicht nur offensichtlich abgestorbene und braune Bäume betrachtet, sondern auch augenscheinlich gesunde Bestände genauer untersucht. So lassen beispielsweise Spuren von typischem Bohrmehl im Bereich der Wurzelanläufe Rückschlüsse auf einen möglichen Befall zu.

Begünstigt wurde der massenhafte Befall durch die lang anhaltenden Trockenperioden in den Jahren 2018 und 2019 sowie die milden Temperaturen und einige Sturmereignisse in den zurückliegenden Monaten. Durch die starke Austrocknung der Waldböden ist es den Fichten als Wirtsbaumart des Borkenkäfers nicht mehr möglich, die Bohrtätigkeit der Tiere durch vermehrte Harzproduktion abzuwehren.

Auch vor der nun eingetretenen Borkenkäferkalamität war Waldumbau ein Thema, das von der kommunalen Umwelt- und Forstverwaltung projektiert war. Diese Prozesse sind generationenübergreifend zu betrachten. Entscheidungen von heute müssen mit Blick auf die Zukunft und die nächste Generation getroffen werden.




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