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Nachricht vom 05.08.2019    

Keine Chance für sexualisierte Gewalt im TV Heddesdorf

Nachdem der TV Heddesdorf (TVH) bereits im vergangenen Jahr eine Klausur zum Thema Gewalt im Turnverein durchgeführt hat, geht der Verein nun konsequent weiter und nimmt als einer von fünf Vereinen an dem von der Deutschen Sportjugend initiierten Projekt teil.

Die beiden Vertrauenspersonen, (v.l.) Alena Linke und Sarah Kunz, werden alle Anliegen ernst nehmen, vertraulich behandeln und alle weitergehenden Schritte nur in Absprache mit den Betroffenen vornehmen. Foto: privat

Neuwied. Im Rahmen des Projektes soll in dem Verein eine Kultur der Aufmerksamkeit und des Hinsehens entstehen, damit potenzielle Täter von vorneherein abgeschreckt werden und damit die Sportler und Sportlerinnen und insbesondere die Kinder im Verein vor Übergriffen in Form von sexualisierter Gewalt geschützt werden.

Das Projekt startete im Frühjahr mit einer Tagung in Mainz, bei der die beiden Vorsitzenden des Vereins, Ralf Seemann und Heidi Hof-Dinkel, die vielen Facetten von Gewalt kennenlernten. Erschreckend dabei war, wie subtil die Anfänge gewalttätiger Übergriffe sein können und wie tief traumatisiert die Opfer zurück bleiben, wenn sie keine Hilfe erfahren. Tatsächlich dauert es in der Realität oft sehr lange, bis ein Opfer Gehör findet und ernst genommen wird.

„Im TV-Heddesdorf wollen wir das vermeiden und alle Verantwortlichen dafür sensibilisieren, auch schon erste Anzeichen zu erkennen und sich aktiv gegen jede Form von Gewalt einzusetzen“, beschreibt Ralf Seemann die Motive des Vorstands.

Der Verein hat zwischenzeitlich bereits viele Punkte des Programms umgesetzt. So wurden in einer Klausurtagung mit den Übungsleiter über die Risiken und das Gefährdungspotenzial gesprochen, alle Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder haben einen Ehrenkodex unterzeichnet und müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.

Zwischenzeitlich wurden mit Sarah Kunz und Alena Linke zwei Vertrauenspersonen als erste Ansprechpartnerinnen für Betroffene und Übungsleiter/innen benannt und ein Interventionsplan entwickelt, damit im Ernstfall jeder sofort weiß, was zu tun ist. Unterstützung erfährt der Verein dabei durch Kooperationen mit Beratungsstellen wie dem Weissen Ring und dem Kinderschutzbund.




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Der Verein hat auf seiner Homepage eine eigene Seite (https://www.tv-heddesdorf.net/der-verein/wir-schauen-hin.html) für das Projekt eingerichtet, über die man die Kontaktdaten für die Vertrauenspersonen finden kann.

Als weitere Schritte sind regelmäßige Schulungen für Übungsleiter, Selbstbehauptungskurse für Kinder und die Verankerung des Programms in Satzungen und Ordnungen des Vereins vorgesehen.

Die stellvertretende Vorsitzende Heidi Hof-Dinkel ist überzeugt: „Mit diesen Schritten schaffen wir ein Bewusstsein für ein wichtiges Thema, das leider auch heute noch in vielen Vereinen totgeschwiegen wird!“



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