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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 23.05.2019 - 16:50 Uhr    

Zukunftstrend: Was man 3D-Druck heute alles schon möglich ist

3D-Druck ist die allgemeine Bezeichnung für eine ganze Reihe an additiver Fertigungstechnologien, die aus unterschiedlichen Werkstoffen anhand von CAD-Modellen komplexe Objekte fertigen können. Insbesondere das Schichtbauverfahren ermöglicht es, besonders komplexe Formen zu Erstellen.

Foto und Quelle: creil91 | pixabay.com

Heutige 3D-Druckverfahren können auf eine lange Historie zurückblicken. Bereits in den 1980er Jahren konnte vor allem die Industrie von 3D-Druckern profitieren. Im Gegensatz zu Styropor oder Gussmodellen konnten Prototypen wesentlich schneller, einfacher und vor allem kostengünstiger hergestellt werden. Mittlerweile hat 3D-Druck das Potenzial, traditionelle Produktionsverfahren wie Bohren, Drehen, Schleifen oder Fräsen gänzlich zu ersetzen.

Von der Industriehalle in den Hobbykeller

Im Wesentlichen kann man heute industrielle Geräte und Desktop 3D-Druckern für den privaten Anwender unterscheiden. Erstere, sind schon eine Weile länger im Einsatz, finden sich beispielsweise in der Luftfahrtindustrie oder bei der Erstellung Prototypen. Vor einigen Jahren dann kamen die ersten Modelle auf den Markt, die nicht nur wesentlich kleiner und leichter als die riesigen Industriedrucker waren, sondern vor allem auch für Privatpersonen erschwinglich. Diese sogenannten Desktop-Printer sind kaum größer als ein Papierdrucker und sind mittlerweile bereits ab einigen hundert Euro zu haben.

In der Einsteigerklasse werden überwiegend Modelle angeboten, welche das sogenannte Fused Deposition Modelling (FDM) verwenden. Dabei wird ein erhitzter Plastikdraht (aus ABS oder PLA), ähnlich einer Klebepistole, durch eine Metalldüse gepresst. Unmittelbar nach dem Auftragen erstarrt das Material wieder. Mit diesem Verfahren lassen sich vielfältige Objekte realisieren, dennoch stößt es an qualitative Grenzen. Auch viele professionelle 3D-Drucker verwenden Plastik. Darüber hinaus gibt es auch Spezialdrucker, die Objekte aus Metall sintern oder in der Lage sind Werkstücke aus Glas, Keramik oder Gold zu produzieren.

Maker Bewegung

Rund um den Bereich 3D-Druck haben sich längst eigene Szenen entwickelt. Insbesondere die sogenannte Maker Bewegung sieht 3D-Drucker als eine Art heiligen Gral der Produktion von morgen an. Alles was Verbraucher benötigen sollen sie zukünftig auch ohne die Beteiligung großer Konzerne zur Verfügung haben. Ob Schuhe, Geschirr, Ersatzteile oder Kontaktlinsen, wenn die Maker Bewegung recht behält werden die meisten Alltagsgegenstände bald im eigenen Keller oder aber bei einem Dienstleister um die Ecke hergestellt. Noch gibt es 3D-Druck-Firmen nicht an jeder Straßenecke, externe Dienstleister in diesem Bereich erhalten jedoch zunehmend mehr Kundschaft. Wer sich im 3D-Druck ausprobieren möchte, die Investition in einen Drucker aber noch scheut, kann auf einen solchen Dienstleister ausweichen. Es ist lediglich ein kompatibles CAD-Modell erforderlich, um sich ein entsprechendes Modell beispielsweise mittels 3D Druck von Protiq nach Hause liefern zu lassen.

Experten sehen diese Prognose eher kritisch. Zwar werden 3D-Drucker und entsprechende Verfahren zunehmend relevanter für Privatanwender, die Massenproduktion ließe sich jedoch nicht so einfach ersetzen.

Das Internet der (physischen) Dinge

Es steht also außer Frage, dass enormes Potenzial im 3D-Druck steckt. Auch wenn nicht die gesamte Massenproduktion ersetzt werden kann, wenn sich die Technik weiterhin durchsetzt ist es nicht auszuschließen, dass es zu einer Art Re-Regionalisierung führt. Auch für Unternehmen ergeben sich Vorteile. Wenn beispielsweise ein Ersatzteil dort hergestellt wird, wo es benötigt wird, entfallen lange und mitunter teure Transportwege. Transport- und Logistikkosten könnten demnach in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören. Wenn CAD-Daten für all mögliche Gegenstände frei im Netz verfügbar sind und nahezu jeder Haushalt mit einem entsprechenden Drucker ausgestattet ist, ändert sich das Wirtschaftsleben und das Konsumverhalten, so wie man es heute kennt. Aus dem Internet der Ideen wie man es bislang kannte, könnte sich somit das Internet der physischen Dinge entwickeln, bei dem jeder kostenlosen Zugang hat und sich jedwedes Produkt einfach ausdruckt anstelle es zu kaufen.

Ausblick

Auch wenn die Technik mittlerweile ausgereift ist, finden sich 3D-Drucker noch nicht in jedem privaten Haushalt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass diese Geräte (ganz gleich, mit welchem Druckverfahren diese auch arbeiten werden) mittelfristig dasselbe „Schicksal“ ereilen wird wie Fernseher, Computer und Tintenstrahldrucker. Waren diese Anfänglich auch nur in wenigen Haushalten zu finden, hat die Kostenreduktion im Laufe der Zeit dafür gesorgt, dass heute oftmals nicht nur eines dieser Geräte in einem durchschnittlichen Haushalt zu finden ist. Denkbar wäre es schon in einigen Jahren, dass 3D-Drucker unter Weihnachtsbäumen und Gabentischen, für strahlende Kinderaugen sorgen werden. Eine Überraschung wäre diese Entwicklung nicht.

Wie sich der 3D-Druck in den kommenden Jahren entwickeln wird bleibt abzuwarten. Das Potenzial für eine einschneidende Wende in der globalen Produktion ist theoretisch gegeben, es bleibt allerdings die Frage offen, wie sowohl Verbraucher als auch die Industrie auf die Entwicklungen reagieren werden.



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