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Nachricht vom 28.10.2018    

Elf EHC-Tore gegen elf Luchse

Felix Michel saß auf dem Hosenboden, den Helm hinter der Fanghand versteckt, irgendwie ungläubig wirkend. Der Torhüter der mit lediglich zehn Feldspielern aufgelaufenen Lauterbacher Luchse hatte in der 17. Minute des Eishockey-Regionalligaspiels beim EHC „Die Bären" 2016 gerade zum dritten Mal den Puck passieren lassen müssen, da schien ihm bewusst zu werden, dass dieser Abend noch ein verdammt langer und anstrengender werden würde.

Neuwied nagelte die Luchse am Freitagabend über weite Phasen der Partie im eigenen Drittel fest. Hier behauptet sich 1:0-Torschütze Tobias Etzel gegen seinen Ex-Klub. Foto: EHC Neuwied

Neuwied. Mit viel auf ihn zu zischendes Hartgummi und dem wohl noch einen oder anderen weiteren Gegentor. Elf Mal musste der 20-Jährige, der sein Tor mit schnellen Reaktionen und allen Körperteilen so gut verteidigte, wie es ging, hinter sich greifen. Mit 11:3 löste der EHC seine Heimaufgabe, die die Mannschaft schon vom Kopf her vor eine Herausforderung stellte. „Wenn du beim Warm-up siehst, dass der Gegner nur mit elf Leuten auf dem Eis steht, ist es nicht einfach, das auszublenden und mit der entsprechenden Konzentration zu agieren", ging Neuwieds Trainer Daniel Benske auf die psychologische Komponente ein.

Und zumindest im ersten Drittel fehlte den Bären trotz einer 3:1-Führung noch der richtige Biss. „Für diese 20 Minuten müssen wir uns bei den Fans entschuldigen. Wir haben nicht in die Partie gefunden", bemängelte der Trainer. Tobias Etzel (8.), Dennis Schlicht (11.) und Michael Jamieson (17.) trafen zwar für die Gastgeber, die aber auch Nachlässigkeiten offenbarten und so per Konter den Ausgleich zum zwischenzeitlichen 1:1 kassierten. Morgan Reiner, vor zwei Jahren im EHC-Dress unterwegs, überwand Felix Köllejan nach einem Überzahlangriff. „Wir haben am Anfang nicht schlecht gespielt und hatten ein paar super Chancen. Da merkte man, dass das Tore schießen unser Problem ist", merkte Lauterbachs Trainer Petr Zachar an und bezog sich auf zwei weitere Kontergelegenheiten von Jiri Charousek.

Die Probleme der Luchse wurden ab dem zweiten Drittel auch in anderen Bereichen größer, weil die Benske-Truppe nun griffiger und zielstrebiger agierte und vor dem Lauterbacher Kasten auf die finale Entscheidung aus war. Es war das Drittel der EHC-Premierentore: Kevin Wilson erzielte mit dem 5:0 sein langersehntes erstes Pflichtspieltor für den EHC (26.), Sven Asbachs besiegelte den zweiten Abschnitt mit seinem ersten Saisontreffer. Es war bereits das 9:1. Neben Asbach und Wilson trugen sich zweimal Jamieson, Sven Schlicht und Dennis Appelhans in die Torschützenliste ein. Asbach machte das Ergebnis schließlich auch zweistellig und Stephan Fröhlich legte mit seinem sechsten Scorerpunkt des Abends Nummer elf nach. „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden", sagte Benske, musste aber dann doch noch eine Einschränkung machen. Die Endphase gefiel ihm wie das erste Drittel nämlich nicht: „Wir haben die Anspannung nicht hochgehalten. Ich hätte lieber gesehen, dass wir auch bei dieser klaren Führung bis zum Ende die Konzentration behalten." Ein paar Prozent weniger, und Lauterbach nutzte das trotz des Gangs auf dem Zahnfleisch. Die Luchse wirkten wie ein Schwergewichtsboxer in der zwölften Runde, konnten durch die Tore von Daniel Knieling und Niels Hilgenberg neben schweren Beinen dann aber doch noch einen guten letzten Eindruck mit auf den Heimweg nehmen. „Durch die personelle Situation ist momentan jedes Spiel sehr schwer für uns. Wir brauchen zwei, drei neue Spieler oder die Rückkehr der Verletzten. Dann kommen auch wieder bessere Partien", beschrieb Petr Zachar die derzeitige Lage im Vogelsbergkreis.

Neuwied: Köllejan (Allendorf) – Pering, Hellmann, Schütz, Richter, Appelhans, D. Schlicht, Morys, Lehnert, Neumann – Fröhlich, Asbach, Wilson, Jamieson, Müller, Brabec, S. Schlicht, Etzel.

Lauterbach: Michel – Löwing, Schöngart, Hilgenberg – Franz, Knieling, Stumpf, Reiner, Apel, Varianov, Charousek.

Schiedsrichter: Daniel Melcher. Zuschauer: 439.

Strafminuten: 2:14 + Disziplinarstrafe gegen Franz. Tore: 1:0 Tobias Etzel (Neumann, Müller) 8', 1:1 Morgan Reiner (Varianov, Apel) 9', 2:1 Dennis Schlicht (Fröhlich, Jamieson) 11', 3:1 Michael Jamieson (Fröhlich, D. Schlicht) 17', 4:1 Michael Jamieson (Fröhlich) 24', 5:1 Kevin Wilson (Brabec) 26', 6:1 Sven Schlicht (Müller) 27', 7:1 Michael Jamieson (D. Schlicht, Brabec) 35', 8:1 Dennis Appelhans (Brabec, Wilson) 38', 9:1 Sven Asbach (Jamieson, Fröhlich) 39', 10:1 Sven Asbach (Jamieson, Fröhlich) 49', 11:1 Stephan Fröhlich (Asbach, Jamieson) 54', 11:2 Daniel Knieling (Schöngart, Charousek, Varianov) 59'. (PM)


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