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Nachricht vom 27.06.2018    

Raiffeisen, seine Genossenschaften und ihre Ausstrahlung

Viele interessierte Besucherinnen und Besucher kamen zur Eröffnung der Wanderausstellung „Das Beispiel nützt allein“, die anlässlich des 200. Geburtstages Friedrich Wilhelm Raiffeisens vom Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. (IGL) und die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft e.V. konzipiert wurde. Landrat Achim Hallerbach betonte in seiner Eröffnungsrede die Aktualität der Genossenschaften und die Hilfe zur Selbsthilfe.

Eröffnung der Wanderausstellung „Das Beispiel nützt allein“. (v.l.n.r.): Roentgen-Museumsdirektor Bernd Willscheid, Rosina Kusche Knirsch (Roentgen-Museum), Liedermacher Manfred Pohlmann, Josef Zolk (Raiffeisengesellschaft), Erich Honnef, VR-Bank Neuwied-Linz, Landrat Achim Hallerbach. Foto: privat

Neuwied. Zur Einführung in die Ausstellung sprach Josef Zolk, stellvertretender Vorsitzender der Raiffeisengesellschaft. Durch sein enormes Wissen zur Person Friedrich Wilhelm Raiffeisens und dessen Wirken fesselte er mit seinem Vortrag die Anwesenden.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von dem Liedermacher Manfred Pohlmann, der die dargebrachten Lieder mit großer Sorgfalt ausgewählt hatte und dafür reichlich Applaus des Publikums erntete.

Raiffeisen, der gebürtige Westerwälder setzte sich unermüdlich ein für die Verbesserung der Lage der ländlichen Bevölkerung und rief moderne genossenschaftliche Strukturen ins Leben. Landrat Hallerbach stellte fest: „Unter dem Motto „Mensch Raiffeisen. Starke Idee!“ wird der Genossenschaftsgründer und Sozialreformer in diesem Jahr zu recht besonders gewürdigt. Die Wanderausstellung beleuchtet die Bedeutung von Raiffeisen, sein Wirken und die Aktualität seiner Ideen. Raiffeisen wollte die Lage der Menschen im ländlichen Raum verbessern und Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Dazu gründete er Darlehnskassen-Vereine, die den kleinen Leuten Kredite zur Verfügung stellen sollten.“

Raiffeisen war geprägt von einem „nüchternen Wirklichkeitssinn“ und war stets auf die Umsetzbarkeit seiner Ideen bedacht. Er war ein tief religiöser Christ, er war bescheiden in seiner Lebensführung und muss ein sehr überzeugender Mensch gewesen sein – sonst hätte er es nicht geschafft, so viele für seine Vorstellungen zu gewinnen.

Trotz vieler persönlicher und gesundheitlicher Probleme (zum Beispiel seine frühzeitige Pensionierung als Bürgermeister wegen seiner zunehmenden Erblindung) setzte er sich unermüdlich, mit großer Willensstärke und Hartnäckigkeit dafür ein, seine Ideen weiterzuentwickeln, um die soziale Situation der Menschen zu verbessern. Große Hilfe fand er dabei im Landwirtschaftlichen Verein für Rhein-Preußen und in Fürst Wilhelm zu Wied, den er selbst als einen „Großen Protector“ bezeichnete.

Seine Arbeit führte für viele Menschen zur Verbesserung der sozialen Situation, er förderte Selbstverantwortung und gab vielen Mut und Hoffnung – nicht umsonst wurde er bereits zu Lebzeiten als „Vater Raiffeisen“ bezeichnet, wie es auch auf dem 1902 erbaut Denkmal in Neuwied steht. Die Genossenschaften, die grundlegend von Raiffeisen und seinem Zeitgenossen Hermann Schulze-Delitzsch geprägt wurde, strahlten weltweit aus. Heute sind weltweit über eine Milliarde Menschen Mitglied einer Genossenschaft.

Achim Hallerbach hob hervor: „Zu Recht nahm die UNESCO im Jahre 2016 diese soziale, demokratische und emanzipatorische Idee auf die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und Selbsthilfe sind aktueller und moderner denn je. In diesem Jahr finden zahlreiche Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Jubiläum statt. Ich freue mich, dass wir nun auch in unserem Hause einen weiteren Beitrag zur Würdigung des großen Mannes der Stadt Neuwied leisten können.

Die Ausstellung kann bis zum 15. Juli während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung Neuwied (Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr, zusätzlich Dienstag und Donnerstag 14 bis 17 Uhr) besichtigt werden. (PM)


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