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Nachricht vom 23.11.2015    

Immer eine Nasenlänge voraus: Jugendliche in der digitalen Welt

Der Druck auf die Eltern und Kinder ist groß: Ohne Smartphone ist man out und garantiert auf der Verliererseite und mit dem Smartphone sind die alten Strategien zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Gewalt und Mobbing wiederum Schnee von gestern.

Von links: Franlin Toma, Kreisjugendpflege, Harald Illner, Leiter Jugendkriminalität Polizeiinspektion Neuwied, Karin Wunder, juuuport.de, Beate Ullwer, Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises, Doris Eyl-Müller, Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Neuwied, Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter. Foto: Privat

Kreis Neuwied. 16-jährige sind nahezu zu 100 Prozent online, dies trifft auch für ein Drittel der 6- bis 7-Jährigen zu. WhatsApp, die App, die auf keinem Handy der Jugendlichen fehlen darf, hat 800 Millionen Nutzer, im Schnitt wird das Handy alle 12 Minuten aktiviert. Mit diesen Zahlen stimmte Karin Wunder, Online-Redakteurin und Projektleiterin der Online-Beratungsplattform juuuport.de, die Anwesenden der Fachtagung „Immer eine Nasenlänge voraus: Jugendliche in der digitalen Welt. Aber wie beraten und schützen?“ auf das Nutzerverhalten Jugendlicher ein. Eingeladen hatte der Runde Tisch Rhein-Westerwald des Rheinland-Pfälzischen Interventionsprojektes gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG), in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Landkreises Neuwied, Vertreter der Hilfeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten sowie interessierte Eltern.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung als Vater, aber auch als Jugenddezernent, wie wichtig und gleichzeitig wie schwierig es ist, Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Smartphone zu erziehen und wie schnell Kinder zu Opfern von Beleidigungen und Beschimpfungen, im schlimmsten Fall von Mobbing werden. Wir setzen als Kreisjugendamt auf Prävention und Beratung und bieten Eltern, Multiplikatoren und auch Kindern und Jugendlichen Fortbildungsseminare oder auch Theaterprojekte an“, so Achim Hallerbach, 1. Kreisbeigeordneter, bei seiner Begrüßung.

Analog dem juuuport-Projekt aus Köln, bei dem Jugendliche wiederum Jugendliche beraten, berichtete Franlin Toma von der Kreisjugendpflege, dass zur Zeit eine Medienbox erstellt wird, die ebenfalls auf die Kompetenz von Jugendlichen setzt.




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Dass Prävention auch für die Strategie der Polizei wesentlich ist, wurde im Vortrag von Harald Illner, Leiter Jugendkriminalität der Polizeidirektion Neuwied, deutlich. Auch die Polizei versucht in Schulen über die Gefahren im Internet aufzuklären. Illner betonte aber auch, dass trotz aller Aufklärung von hohen Dunkelziffern auszugehen sei, weil sich Kinder, ebenso wie Erwachsene, als Opfer von Beleidigungen oder als Opfer von weitergeleiteten kompromittierenden Fotos, häufig schämen.

Insbesondere der Vortrag von Frau Wunder machte deutlich, dass Jugendliche heute dieselben Bedürfnisse haben, wie die Generationen vor ihnen: das Bedürfnis nach Anerkennung, das Bedürfnis dazu zu gehören, geschätzt und gemocht zu werden; sich aber auch von den Erwachsenen abzugrenzen. Und auch die Gefahren sind nicht wirklich neu: Mobben und Stalken, sich mit falschen Identitäten Zugang zu Informationen und Vertrauen zu verschaffen, gab es schon immer, aber das Internet macht es einfacher, anonymer und die Wirkung ist effizienter und nachhaltiger, weil das Internet nichts vergisst.

Ein Großteil der Strategien sind ebenfalls altbewährt: Ansprechpartner und Vorbild für die Kinder und Jugendlichen sein, ihr Selbstbewusstsein stärken und sich selbst auf dem Laufenden halten.

Informationen zum Runden Tisch Rhein-Westerwald bei:

Doris Eyl-Müller, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Neuwied

Tel.: 0 26 31 – 803 410, Email: doris.eylmueller@kreis-neuwied.de


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