Werbung

Pressemitteilung vom 03.09.2025    

Landesregierung in der Kritik: Kita-Finanzierung sorgt für Unmut

Im Landkreis Neuwied steht die Kita-Finanzierung unter scharfer Kritik. Landrat Achim Hallerbach fordert eine Anpassung der gesetzlichen Regelungen, die derzeit als realitätsfremd empfunden werden.

Symbolbild (Quelle: Pixabay)

Neuwied. Die Stichtagsregelung der Landesregierung bei Kindertagesstätten belastet die Landkreise und berücksichtigt nicht die tatsächlichen Gegebenheiten von Familien und Kitas, so Landrat Achim Hallerbach. Anlass für diese Einschätzung ist die endgültige Abrechnung der Landesbeteiligung an den Personalkosten der Kitas für das Jahr 2022, die der Landkreis Neuwied kürzlich erhalten hat. Nach dem Landesgesetz über Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern (KiTaG) beteiligt sich das Land mit einer festen Quote an den tatsächlich entstandenen Personalkosten der Kitas. Kritisiert wird die starre Fristsetzung, die nach vier Jahren "neues Kitagesetz" immer noch Probleme bereitet.

Kürzung der Landesförderung
Neben einer Nachzahlung von über 1,3 Millionen Euro, die jedoch nur bereits geleistete Zahlungen des Landkreises ausgleicht, musste der Landkreis Neuwied eine Kürzung der Landesförderung um fast 200.000 Euro hinnehmen. Diese resultiert aus der Nichteinhaltung der sogenannten Toleranzgrenze. Laut neuem KiTaG erfolgt die vollständige Landesbeteiligung nur, wenn zum Stichtag 31. Mai eine bestimmte Anzahl an Kita-Plätzen belegt ist. Andernfalls müssen die Jugendämter den fehlenden Anteil selbst tragen. Landrat Hallerbach bemängelt, dass diese Regelung die Planungshoheit des Landkreises einschränkt und aufgrund des beliebig gewählten Stichtags zu zufälligen Ergebnissen führt. Die Belegung von Plätzen für Kinder unter zwei Jahren lässt sich kaum vorhersehen oder steuern, da sie stark von individuellen und familiären Umständen abhängt.



Sozialraumbudget überlastet
Zusätzlich zur Toleranzgrenze gibt es Kritik an der Ausgestaltung des "Sozialraumbudgets", einer Landeszuweisung zur Deckung besonderer personeller Bedarfe. Der Landkreis Neuwied hat hierfür ein Konzept entwickelt, das den Einsatz von Kita-Sozialarbeitenden und Fachkräften vorsieht. Rund 35 Prozent des Budgets werden benötigt, um den Bedarf an betriebserlaubnisrelevantem Personal zu decken. Landrat Hallerbach betont, dass das Sozialraumbudget durch gesetzlich nicht verankerte Kosten überlastet ist und fordert eine klare Regelung durch das Land.

Unsicherheiten bei finanziellen Förderungen
Die allgemeine Finanzierung des Kita-Angebots, insbesondere seit Inkrafttreten des KiTaG am 1. Juli 2021, stößt ebenfalls auf Kritik. Verbindliche Finanzierungsregelungen fehlen, was zu Unsicherheit bei freien Kita-Trägern führt. Auch bei der Förderung von Kita-Baumaßnahmen bestehen Unsicherheiten. Maßnahmen, die bis Ende 2025 nicht abgeschlossen sind, könnten die Landesförderung verlieren. Hallerbach fordert eine Fristverlängerung, um die Landesmittel realistisch abrufen zu können. Im Landkreis Neuwied sind bis zu fünf Baumaßnahmen betroffen, bei denen Fördermittel von mehr als 1,3 Millionen Euro auf dem Spiel stehen. (PM/Red)


Mehr dazu:   Politik & Wahlen  
Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


Linzer SPD startet mit Marie-Christin Ockenfels ins Wahljahr 2026

Die Linzer SPD geht mit einer neuen Landtagskandidatin in das Wahljahr 2026. Beim Neujahrsempfang wird ...

Lichtmesstagung in Neustadt (Wied): Landwirtschaft im Fokus

Am Donnerstag, 22. Januar 2026, lädt der Verein für landwirtschaftliche Fachbildung zur Lichtmesstagung ...

Parteienlandschaft im Wandel: Mitgliederzahlen in Rheinland-Pfalz verändern sich

In Rheinland-Pfalz stehen die Landtagswahlen bevor, und die Parteienlandschaft zeigt Veränderungen in ...

Fördermittel ungenutzt: Anfrage deckt große Lücken in rheinland-pfälzischen Programmen auf

Eine Anfrage im Landtag zeigt: Viele Förderprogramme des Landes Rheinland-Pfalz wurden 2024 kaum oder ...

Stiller Protest in Neuwied: Ein Zeichen für Demokratie und Toleranz

Am Sonntag (11. Januar 2026) versammelten sich rund 150 Menschen in der Blocker Kirche in Neuwied zu ...

Fahrplan statt Floskeln: FREIE WÄHLER verlangen verbindliche Schritte zur Besoldungsreform

Die FREIEN WÄHLER im Landtag von Rheinland-Pfalz zeigen sich unzufrieden mit der Antwort der Landesregierung ...

Weitere Artikel


Kunst und Musik: Ein Abend in Linz

Am 11. September 2025 lädt der Grünen Ortsverband Linz/Unkel/Hönningen zu einem besonderen kulturellen ...

AKTUALISIERT | Verkehrsunfall auf der A48: Pkw überschlägt sich bei Koblenz

AKTUALISIERT | Am Morgen des Donnerstags (4. September 2025) ereignete sich auf der Autobahn 48 ein schwerer ...

25 Jahre IPZV Westerwald: Tag des Islandpferdes begeistert Oberraden

Der IPZV Westerwald e.V. hat sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Der Tag des Islandpferdes lockte zahlreiche ...

Frauen-Paddeltour des Neuwieder Wassersportvereins an der Mosel

Einmal im Jahr veranstaltet die Kanu-Wandersportabteilung des Neuwieder Wassersportvereins eine besondere ...

"Heimat shoppen" in Bendorf: Mehr als nur Einkaufen

Am 12. und 13. September lädt die Aktion "Heimat shoppen" dazu ein, die Bendorfer Innenstadt zu erkunden ...

ISR Windhagen unterstützt Freiwillige Feuerwehr Aegidienberg mit Spende

Eine Spende der ISR-Gewerbeschau kommt dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Aegidienberg zugute. ...

Werbung