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Pressemitteilung vom 08.05.2024    

Informationsveranstaltung: Wie gefährlich ist die Stauanlage in Altwied?

Hält die über 100 Jahre alte Stauanlage in Altwied einem extremen Hochwasser stand? Die gut besuchte Informationsveranstaltung des Ortsbeirates Altwied brachte zusätzliche Erkenntnisse hinsichtlich der Verantwortlichkeiten für dieses Wasserbauwerk.

(Foto: Achim Wilms)

Neuwied. Seit Jahren machen sich die Bewohner von Altwied großen Sorgen wegen der alten Stauanlage oberhalb der Ortschaft. Die Wehranlage gehört zu dem Wasserkraftwerk der Firma Süwag. Die Anfang des vorherigen Jahrhunderts gebaute Anlage gehört zu den ältesten Wasserkraftanlagen Deutschlands. Allerdings ist diese Wehranlage in einem augenscheinlich schlechten Zustand. Der Ortsbeirat Altwied hat den Hochwasserexperten Wilfried Hausmann um eine Einschätzung der Lage gebeten.

In seinem Vortrag beschreibt Hausmann zunächst die allgemeine Hochwassersituation an der Wied. Vom Land Rheinland-Pfalz wird die Wied ab Altenkirchen als Gewässerabschnitt mit potenziellem signifikantem Hochwasserrisiko eingestuft. Genauso wie die Ahr, sie ist ab Müsch ebenfalls ein Risikofluss. Bis zum Pegel Friedrichsthal hat die Wied ein Einzugsgebiet von 680 Quadratkilometern. Im Zuge des Klimawandels könnte es häufiger zu Extremereignissen kommen. Attributionsstudien gehen davon aus, dass im Zuge des Klimawandels künftig häufigere und intensivere Hochwasserereignisse möglich sind. Vor diesem Hintergrund war es der Ortsvorsteherin von Altwied, Liane Herbst, und dem Ortsbeirat von Altwied wichtig, über den Stand der Dinge zu informieren.

Die Bürger von Altwied, die unmittelbar flussabwärts der Stauanlage wohnen, haben seit Jahren ein ungutes Gefühl, wenn sie das in die Jahre gekommene Bauwerk sehen. Verschiedene Wehröffnungen lassen sich seit Jahren nicht mehr bedienen. Mit einer Petition, die von 64 Mitbürgern unterzeichnet war, wandte sich der Altwieder Bürger Günter Pittig im September 2023 an Oberbürgermeister Jan Einig mit der Bitte um Unterstützung. Dieser hat die Petition an die Kreisverwaltung Neuwied als zuständige Wasserbehörde für die Wied (Gewässer 2. Ordnung) weitergeleitet.




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Wilfried Hausmann, der über 40 Jahre in der Kommunalverwaltung tätig war, hält jedoch eine andere Behörde, die Genehmigungs- und Strukturdirektion Nord (SGD-Nord), für zuständig. Gewässeraufsicht, Überwachung von Gewässerbenutzungen, Gewässerschauen
sind dort angesiedelt. Diese Behörde hat auch zu überwachen, ob der Betreiber der Stauanlage seine Verpflichtungen hinsichtlich der Betriebssicherheit erfüllt.

Stauanlagen besitzen in der Regel ein erhebliches Gefährdungspotential. Nach Angaben der Firma Süwag werden mit der Stauanlage Altwied 250.000 Kubikmeter Wasser zur Energiegewinnung gestaut. Aus der Stauanlage wird das Wasser zum Wasserkraftwerk flussabwärts geführt. Dort treibt das Wasser Turbinen zur Stromerzeugung an. Ähnlich einer TÜV-Untersuchung bei Fahrzeugen müssen diese Anlagen in regelmäßigen Abständen durch eine vertiefte Überprüfung analog DIN 19700 untersucht werden. Auf die Frage, ob und wann diese Untersuchung das letzte Mal stattgefunden hat, gibt die Firma Süwag laut Hausmann keine Auskunft. Dies spreche dafür, dass die erforderlichen Sicherheitsüberprüfungen nicht durchgeführt wurden. Der Grund hierfür liege wahrscheinlich darin, dass die vorher erforderliche Sedimententsorgung (rund 2.500 Kubikmeter) zu teuer ist.

Für den Ortsbeirat Altwied ist das jedoch kein Argument. Der Ortbeirat wird sich nun direkt an den Präsidenten der SGD-Nord, Wolfgang Treis, wenden.

Sollte das Bauwerk im Falle eines Hochwassers versagen, wären die Auswirkungen für die Unterlieger katastrophal. Aus diesem Grund wird der Ortsbeirat auch Landrat Achim Hallerbach als Leiter des Katastrophenschutzes um Unterstützung bitten. (PM)


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