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Nachricht vom 04.08.2022    

Unkenrufe: Grund zur Freude im Zoo Neuwied

Von der Terrasse des Neuwieder Zoorestaurants hat man einen wunderbaren Blick, über den Erdmännchenhügel und die dahinter liegende Afrika-Savanne hinweg bis zum Rhein, der durchs Neuwieder Becken fließt. Aber das leise Wasserplätschern, das man seit kurzem beim Betrachten dieser Kulisse hört, kommt nicht vom entfernten Fluss her. Sondern von den Gelbbauchunken.

Die neu gestaltete Anlage für die Gelbbauchunken bietet diesen eine Wohlfühloase. (Fotos: Zoo Neuwied)

Neuwied. Gleich unterhalb der Terrasse, noch vor dem Gehege der Stachelschweine, befand sich bis vor wenigen Wochen noch ein Bereich mit einem betonierten Becken in der Mitte. „Ganz früher war darin eine Schnappschildkröte untergebracht“, berichtet Kurator Maximilian Birkendorf. „In den letzten Jahren dann Schmuckschildkröten. Für beide Arten war diese Unterbringung nicht ideal und da Schmuckschildkröten als invasive Art einheimische Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen, haben wir uns entschieden, sie nicht länger im Zoo zu zeigen“.

Nach einer umfassenden Neugestaltung bildet die Anlage nun den Lebensraum „mitteleuropäisches Kleingewässer“ naturgetreu ab. Sandiger Boden mit Steinen und Pflanzen, dazu kleine, miteinander verbundene Teiche mit langsamem Durchfluss, der das leise Plätschern verursacht, sind ein perfektes Habitat für die neuen Bewohner. Diese leben zwar schon seit einigen Wochen im Zoo Neuwied, mussten vor ihrem Einzug in ihr neues Gehege jedoch erst noch ihre Metamorphose durchlaufen: Die einheimischen Gelbbauchunken kamen schon als glibberige Laichpakete in den Zoo Neuwied.

„Hinter den Kulissen hatten sie Zeit, in aller Ruhe zu schlüpfen und sich Beine wachsen zu lassen. Nachdem sich Kiemen und Schwänze zurückgebildet haben, sehen sie nun so aus, wie sie sollen: Mit nur etwa drei bis fünf Zentimetern recht kleine Froschlurche mit blaugrauer, warziger Haut und großen Gelben Flecken auf der Bauchseite“, beschreibt der Kurator seine neuen Schützlinge.



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Gelbbauchunken sind, anders als Kröten und auch viele Frösche, sehr stark an Gewässer gebunden, und können nicht längere Zeit auf dem Trockenen leben. Durch die zunehmende Verschmutzung und den Verlust ihrer Lebensräume, der Kleingewässer in Mittel- und Südeuropa, sind die Gelbbauchunken bedroht, und zählen in Deutschland zu den streng geschützten Arten. Sobald die Haltung im Zoo Neuwied erfolgreich etabliert ist, ist auch ein Wiederansiedelungsprojekt von Gelbbauchunken in geeignete Lebensräume in der Natur geplant. „Schließlich ist Artenschutz eine der vier Säulen moderner Zoos und damit kann und sollte man vor der eigenen Haustür beginnen“, betont Max Birkendorf. Passend dazu steht neben der Unkenanlage auch ein Lebensturm, der auf nur einem Quadratmeter Grundfläche durch die Verwendung verschiedener Materialien und Strukturen in vertikaler Anordnung Unterschlupf für verschiedenste einheimische Kleinstlebewesen bietet.

„Auch wenn Unken, wie Froschlurche allgemein, nicht unbedingt zu den klassischen Besucherlieblingen unter den Zootieren gehören, finde ich sie mit ihren herzförmigen Pupillen in den goldenen Augen durchaus zum Verlieben“, scherzt Birkendorf. „Ich freue mich schon darauf, übernächstes Jahr im Frühsommer, wenn die Tiere geschlechtsreif sind, die dumpfen, melodiösen Unkenrufe der Männchen zu hören!“ (PM)


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