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Nachricht vom 26.11.2021    

Anhaltend niedrige Zinsen – gibt es noch gewinnbringende Anlageformen?

Spätestens seit dem Zeitpunkt, als die Hausbank die Zinsen für das klassische Sparbuch gestrichen hat war wohl jedem bewusst – die anhaltende Niedrigzinsphase macht das Sparen und das Erwirtschaften von Zinsen schwierig bis unmöglich. Gerade Modelle mit garantierten, sicheren Zinsen und einer einfachen Verfügbarkeit werfen mittlerweile kaum noch Zinsen ab und können oft nicht einmal die Inflation ausgleichen. Trotzdem sollten Menschen einen Teil ihres Einkommens oder Vermögens sparen, um damit für das Alter vorzusorgen oder größere Ausgaben bewältigen zu können.

Auch wenn Geld bekanntlich nicht auf Bäumen wächst, kann es durch geschickte Anlage dennoch Früchte tragen. Wer Zinsen durch die Anlage von Kapital erwirtschaften will, sollte die Angebote im Vorfeld vergleichen. Foto Quelle: pixabay.com / orlandow

Welche Anlageformen gibt es?
In Deutschland sind sichere und konservative Formen des Sparens besonders beliebt, während in anderen Ländern ganz selbstverständlich in Aktien investiert wird. Man muss bei jeder Anlageform grundsätzlich drei Kriterien abwägen:

• Rendite: Wie hoch oder niedrig sind die Zinsen?
• Sicherheit: Ist der Zinssatz garantiert oder können Zinsen schwanken?
• Verfügbarkeit: Welcher Anlagezeitraum bindet das Geld lang- oder kurzfristig?

Dieses „magische Dreieck der Geldanlage“ treibt jeden Investor und jeden privaten Sparer um. Wer jederzeit Zugriff auf einen kleinen Notgroschen samt Verzinsung haben will, wird dieses Geld kaum über fünf oder mehr Jahre anlegen wollen. Wer sich eine hohe Rendite wünscht, muss meist beim Kriterium der Garantie und Sicherheit Abstriche machen.

Alle drei Kriterien wirken sich aufeinander aus, sodass jeder die passende Variante zur aktuellen Lebenssituation finden muss. Dazu kommt ein weiterer Faktor: Wer einen gewissen Kapitalstock zur freien Verfügung hat, der kann damit variantenreicher investieren und dadurch das Risiko insgesamt senken. Wer hingegen nur 2.000 Euro zur freien Verfügung hat, der genießt weit weniger Spielraum.

Die beliebtesten Anlageformen in Deutschland lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Girokonto: Jeder Bürger braucht ein Girokonto, das allerdings keinerlei Zinsen abwirft. Allerdings ist das Geld hier sicher und es besteht eine jederzeitige Verfügbarkeit.
Tagesgeld: Tagesgeldkonten sind eine beliebte Alternative zu Sparbüchern und ähnlichen, konservativen Sparprodukten der Bank. Leider ist die Rendite hier sehr gering, dafür ist das Geld jederzeit verfügbar und die Anlage sicher.
Festgeld: Die Rendite beim Festgeld ist höher, was mit einer stärker eingeschränkten Verfügbarkeit einhergeht. Das Geld bleibt über längere Zeiträume hinweg investiert und ist sicher.
Aktien: Die Chancen auf deutlich höhere Zinsen als in konservativen Anlageformen machen Aktien attraktiv. Der Nachteil: Kursschwankungen können Gelder von jetzt auf gleich vernichten. Aktien können jederzeit gekauft und verkauft werden, was für eine sehr gute Verfügbarkeit sorgt.
Immobilien: Die Investition in eine Immobilie ist eine vergleichsweise sichere Form der Anlage, die über lange Zeiträume hinweg eine gute Rendite verspricht. Da meist hohe Kredite benötigt werden, ist die Verfügbarkeit stark eingeschränkt. Verändert sich der Immobilienmarkt, kann es zu einer enormen Wertsteigerung, aber genauso auch zu hohen Verlusten kommen.

Als Privatperson mit Immobilien und Aktien zu spekulieren, erfordert ein hohes Maß an Beschäftigung mit den Märkten. Außerdem muss der Investor eine tadellose Bonität oder besser noch große Mengen Kapital besitzen – für den Normalverdiener also keine echte Alternative.

Die konservativeren Anlageformen hingegen können auf Dauer dafür sorgen, dass man sich auch mit einem geringen Einkommen ein kleines finanzielles Polster aufbaut. Im Vorfeld sollten Sparer auf Portalen beispielsweise durch einen Festgeldvergleich ermitteln, wo es aktuell die besten Konditionen gibt.

Konservativ sparen – Tagesgeld und Festgeld
Als Sparer mit großem Sicherheitsbedürfnis oder lediglich einem kleinen Finanzpolster sind sichere Anlageformen enorm wichtig. Denn wer beispielsweise bei einem Netto-Einkommen von 1.500 Euro nur ein Polster von 1.000 Euro über die Jahre hinweg zur Seite gelegt hat, der sollte diesen dringend erforderlichen Notgroschen nicht in den volatilen Aktienmarkt investieren und dabei alles riskieren.

Aber auch besser Verdienende Menschen können bequem einen Teil des Vermögens in Tages- oder Festgeldkonten anlegen. Hier sind die Zinsen zwar wesentlich geringer als am Aktienmarkt, dafür gibt es praktisch kein Verlustrisiko und eine kurzfristige Verfügbarkeit.

Im Detail hat das Tagesgeldkonto den Nachteil, dass momentan kaum 0,3 Prozent Zinsen erwirtschaftet werden. Dem stehen als Vorteil allerdings die sofortige Verfügbarkeit und die Sicherheit der geringen Rendite gegenüber.

Anleger sollten bei der Eröffnung von Sparkonten stets darauf achten, dass die sogenannte Einlagensicherung gilt. Die Sicherungsobergrenze sorgt bei vielen Anlageformen innerhalb Europas dafür, dass Einlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro gesichert sind, selbst wenn die Bank Konkurs anmeldet.

Das Festgeldkonto wiederum hat lediglich den Nachteil einer dezent eingeschränkten Verfügbarkeit, bietet dafür aber höhere Zinsen und die gleiche Sicherheit. Sparer sollten Festgeldkonten für kurz- bis mittelfristige Anlagen wählen. Kommt beispielsweise ein kleiner Gewinn oder ein Bonus überraschend daher und wird nicht direkt benötigt, kann man dieses Geld mit gutem Gewissen über einige Monate oder Jahre hinweg auf ein lukratives Festgeldkonto einzahlen.

Die eigene finanzielle Situation analysieren
Wer kaum die monatlichen Kosten decken kann und regelmäßig sein laufendes Girokonto überzieht, der sollte vor dem Sparen erst einmal seine Finanzen ehrlich betrachten. Hier hilft eine ehrliche Aufstellung der monatlichen Einkünfte, denen die laufenden Ausgaben gegenübergestellt werden. Zu den laufenden Kosten zählen für gewöhnlich folgende Ausgaben:

• Miete und Energiekosten
• Telefon, Fernsehen und Internet
• Lebensmittel und Getränke
• Mobilitätskosten
• Versicherungen
• Freizeitgestaltung

Müssen bei dieser Aufstellung auch noch die monatliche Rate für die Einbauküche und das Fahrzeug aufgelistet werden, sollten zunächst diese Kredite abgelöst werden. Es bringt zu den aktuell niedrigen Zinsen leider nichts, parallel zum Bedienen solcher Konsumkredite Geld anzulegen.

Wer mit dieser Aufstellung überfordert ist und nicht einschätzen kann, welche Summen kurz- und langfristig gespart werden können, der sollte einen Termin bei der Hausbank vereinbaren. Ein Privatkundenberater kann die Finanzen mit Ihnen durchgehen und vielleicht drei oder vier kleine Konsumkredite in einen größeren, dafür günstigeren Kredit bündeln. Leider bieten auch lokale Banken keine wirklich renditestarken Sparprodukte an, da sie selbst seit Jahren mit den niedrigen Zinsen kämpfen. (prm)

Agentur Autorin:
Selina Zimmermann



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