Werbung

Nachricht vom 25.09.2018 - 17:56 Uhr    

Zwei visionäre Projekte verändern die Innenstadt von Selters

Die Stadt Selters will mit dem „Quartier Saynbachaue“ städtebauliche Ideen umsetzen. Eng darauf abgestimmt geht ein weiteres Projekt an die Öffentlichkeit: Ein privater Investor plant umfangreiche Veränderungen rund um die Alte Mühle. Anhand von 3-D-Animationen, die fast wie Fotografien aus der Zukunft wirken, gab Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro Stadt-Land-plus bei einer Einwohnerversammlung erste Einblicke in das städtebauliche Konzept.

Die Stadt Selters will mit dem „Quartier Saynbachaue“ städtebauliche Ideen umsetzen. (Visualisierung: Planungsbüro Stadt-Land-plus)

Selters. Große städtebauliche Veränderungen stehen in Selters an. Mit dem „Quartier Saynbachaue“ stellte Stadtplaner Friedrich Hachenberg bei einer Einwohnerversammlung ein visionäres Projekt vor, dass die Stadt in den kommenden Jahren umsetzen will. Eng darauf abgestimmt geht ein weiteres Projekt an die Öffentlichkeit: Ein privater Investor plant umfangreiche Veränderungen rund um die Alte Mühle. Anhand von 3-D-Animationen, die fast wie Fotografien aus der Zukunft wirken, gab Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro Stadt-Land-plus erste Einblicke in das städtebauliche Konzept.

Wertiger Wohnraum
Mit dem Vorhaben beabsichtigt die Stadt Selters wertigen und barrierefreien Wohnraum im Ortskern zwischen der Rheinstraße und dem Saynbach zu schaffen und den Saynbach selbst in die städtische Fläche einzubeziehen. Die vorgestellte Planung tut genau das: So wird es künftig einen Gehweg entlang des Baches geben, der Teil eines durch Selters führenden bachbegleitenden Weges ist. Das Ufer wird durch neue Gestaltung erlebbar. Der Mühlengraben als Zulauf des Saynbaches soll geöffnet und Blickfang einer zentralen neuen Brücke werden. An dieser Stelle soll Gastronomie für Belebung sorgen. Eine weitere Fußgängerbrücke verbindet das Quartier Saynbachaue mit dem Mühlenweg. Die neuen Wohngebäude, die auf dem Gelände des heutigen Parkplatzes entstehen, sind fingerartig angeordnet, so dass der Raum dazwischen durchlässig ist und der Saynbach so mehr ins Bewusstsein rückt. „Uns ist es wichtig, dass wir immer wieder Freiräume schaffen und keine geschlossene Fassadenfront“, erklärt Hachenberg seine gestalterisch-strategischen Idee.

Eine zentrale Idee der Planung ist das Schaffen einer Achse vom Verbandsgemeindegebäude über den Marktplatz bis zur evangelischen Kirche. Diese optische Achse wird im derzeitigen Plan geschaffen durch einen sich aufweitenden Weg – ähnlich einer Fußgängerzone – am Nachbarschaftsplatz vorbei, entlang der neu zu schaffenden Gebäudelinien im Raum zwischen Rheinstraße und Bahnhofstraße und über die neue Saynbachbrücke. Diese und auch andere Bauten werden mit Trachyt als regionalem Baustoff gebaut oder sind diesem farblich angepasst.

Die wegfallenden Parkplätze sollen aufgefangen werden durch ein Parkdeck und vielleicht auch durch eine Tiefgarage. Das Parkdeck in zwei oder drei Ebenen entsteht in der Nähe der heutigen Bushaltestelle. Nach Vorstellung des Stadtplaners ist es als Portal in die Stadt und als Mobilitätsstation zu verstehen und soll viele Funktionen vereinen: Parkplätze, Bushaltestelle, Fahrradboxen, Elektromobilitätsladepunkte und eine Photovoltaik-Anlage. Ziel ist es, mehr Parkfläche zu schaffen als bisher, weil durch die Neukonzeption eine höhere Nutzung erwartet wird.

Viele Gespräche
„Bevor der erste Stein gesetzt wird, müssen noch viele Gespräche mit Eigentümern, Investoren und Behörden geführt werden“, sagt Stadtbürgermeister Rolf Jung, „jetzt ist uns wichtig, dass klar wird: Dieses Projekt wird langfristig umgesetzt, auch wenn die Details noch nicht geklärt sind.“ Das sieht auch der Stadtrat so, der in seiner Sitzung große Zustimmung signalisierte.

„Selters liegt verkehrsgünstig, hat eine gute Infrastruktur und Nahversorgung sowie eine attraktive Kulturlandschaft. Auf gezielt ausgewiesenen Wohnbauflächen konnten insbesondere Neubürger angesiedelt werden“, erklärt Stadtplaner Hachenberg. „Das hat alles zu einer seit 30 Jahren wachsenden Einwohnerzahl mit vergleichsweise jungen Bevölkerungsstruktur geführt.“ Durch diese Entwicklung sei die Ortslage stark in den Außenbereich gewachsen, während der Strukturwandel in Teilen des Stadtkerns sichtbare negative Spuren – sanierungsbedürftige Bausubstanz, Geschäftsaufgaben, Teilleerstände – hinterlassen habe. Dem soll das städteplanerische Konzept „Quartier Saynbachaue“ entgegenwirken. Man möchte den Standort Selters als Wohn-, Arbeits- und Lebensort qualifizieren und gerade junge Bewohner und Familien anziehen und halten. Gleichzeitig sollen damit die Voraussetzungen verbessert werden, dass ältere Bewohner möglichst lange und selbstbestimmt in vertrauter Umgebung leben und städtische Vielfalt genießen können.

Backfabrik nutzen
Auf diese Planung abgestimmt ist das private Investitionsvorhaben von Thomas Schütz. Er möchte rund um die Alte Mühle privaten und öffentlichen Raum schaffen. In der Planung spielt das „Wassermotiv“ als ortsprägendes Gestaltungsmittel eine wichtige Rolle. „Wasser prägte von frühester Zeit das Schaffen der Menschen an diesem Ort“, sagt Thomas Schütz. Auf dem derzeit brach liegenden Gelände sollen Gebäude entstehen für Wohngruppen, Betreutes Wohnen und für das „Stiftungsprojekt Jugendhilfe Selters“. Auch die alte Mühle soll künftig verschiedene Wohnformen ermöglichen. Die ehemalige Backfabrik soll für vielfältige kulturelle, öffentliche und Festanlässe nutzbar gemacht werden aber auch den täglichen Aktivitäten der Bewohner der Anlage dienen. Mit diesem Vorhaben bekommt eine bisherige Leerstelle im Stadtraum eine völlig neue Funktionalität, auch als Bindeglied zwischen Wohngebiet, Innenstadt und Saynbachcenter. (PM)


Kommentare zu: Zwei visionäre Projekte verändern die Innenstadt von Selters

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Region


Brand im Sägewerk van Roje durch technischen Defekt ausgelöst

Oberhonnefeld. Durch die Brandmeldeanlage des Unternehmens wurde die Feuerwehr Oberraden-Straßenhaus um 14.24 Uhr alarmiert. ...

Ulrich Schmalz stellt seine „Zeitreise“ vor

Wissen. Nach rund 20 Jahren Mitgliedschaft im rheinland-pfälzischen Landtag wollte Ulrich Schmalz 1991 eigentlich dem Politikbetrieb ...

Tipps zur Weihnachtszeit - damit es nicht brennt

Region. Beim Kauf von Lichterketten und dekorativen Leuchtmitteln gibt es Einiges zu beachten. Diese Waren müssen das CE-Kennzeichen ...

Nihat Kökce bekommt Ordens „Clowneritis Linzensis“

Linz. Nihat ist Gründungsmitglied des Funkencorps Blau-Gold Leubsdorf. Im Anschluss an seinen Umzug nach Linz folgte dort ...

Quad im Horhausener Ortsteil Luchert gestohlen

Horhausen-Luchert. Der Eigentümer eines Quads der Marke Polaris musste am Freitagmorgen, dem 7. Dezember, feststellen, dass ...

Zwei heftige Beziehungsstreitigkeiten in Bendorf

Bendorf. Durch Kräfte der Polizeiinspektion wurden aufgrund des aktuell stattfindenden Weihnachtsmarktes in Bendorf, vermehrt ...

Weitere Artikel


Sportverein Raubach feiert zünftiges Oktoberfest

Raubach. Nach den großen Erfolgen der letzten Jahre haben sich Vorstand und Mitglieder auch für dieses Jahr wieder etwas ...

Alle Dierdorfer Schulen mit Erasmus+ europaweit unterwegs

Dierdorf. Erasmus+ ist ein Programm der Europäischen Union und bietet finanzielle Förderung für internationale Schulpartnerschaften ...

Schäfer Trennwandsysteme: Neubau für weiteres Wachstum

Horhausen. Die Schäfer Trennwandsysteme GmbH ist auf die Herstellung hochwertiger und formschöner Trennwände und Umkleideeinrichtungen ...

Kirmes in Roßbach

Rossbach/Wied. Am Samstag, 29. September, 18:30 Uhr findet der Festgottesdienst mit dem Kirchenchor „Cäcilia“ Niederbreitbach ...

Interaktive und multimediale Lesung „exit Racism“ in Neuwied

Neuwied. Vielmehr werden die Zuhörer auf eine rassismuskritische Reise mitgenommen in deren Verlauf sie nicht nur konkretes ...

9. Staffel-Marathon Waldbreitbach am 3. Oktober

Waldbreitbach. Auch Familien, Nachbarschaftsteams sowie Hobby- und Betriebssportgruppen sind wieder dabei. So sind auch die ...

Werbung