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Nachricht vom 03.12.2017 - 10:34 Uhr    

Lesetipp für Nervenstarke: „Die Sturmglocke“

Wenn draußen einmal wieder Wind und Kälte den Westerwald im Griff haben, ist drinnen vor dem lodernden Kamin und Kerzenschein die richtige Stimmung zum Lesen der vier Gruselgeschichten von Westerwald und Lahn. Die Autoren sind in der Region wohlbekannt: Michaela Abresch, Carsten Gerz, Christoph Kloft und Michael Schreckenberg.

Buchcover. Foto: Verlag

Region. Wer einen Waldrapp am Dreifelder Weiher hört, sollte sehr vorsichtig sein und besonders bei Sturm und in der Dunkelheit den See meiden, damit er nicht das gleiche tragische Schicksal erleide wie der junge Biologielehrer mit Leidenschaft zur Ornithologie, der von einem seltsamen leblosen Mädchen in den Bann gezogen wurde. Die Dierdorfer Autorin Michaela Abresch nutzt die Sage der im Dreifelder Weiher untergegangenen Burg als Ausgang für ihre Schauergeschichte „Rückkehr“.

Auch in Carsten Gerz unheimlicher Geschichte „24 – 6 – 11“ ist ein seltsames, einsames Mädchen, das in einem Unwetter im Westerwald auftaucht, die Protagonistin. Das Mädchen liebt den Wald, denn er erinnert es an früher, damals „ruhte die Erdoberfläche in dem Dämmerschlaf ihres ungetrübten Urzustandes, dem Wald.“ Der Frau war beim Gläserrücken der seit 200 Jahren verstorbene Geist Antonio erschienen, dem die Zahlen 24 – 6 – 11 eigen waren.

„Sie sind immer noch da“ betitelt Christoph Kloft seine beklemmende Schauergeschichte. „Sie“ sind zwei Kinder, die vor mindestens 300 Jahren in einem Schneesturm im Westerwald erfroren. In der Gegenwart findet ein Hund in der Nähe einer Gedenkstätte eine Leiche bei Kölbingen im Maisfeld, eine grauenhaft verstümmelte Leiche, deren Anblick die Polizisten entsetzt. Der ermittelnde Kommissar ist auf Erinnerungen alter Menschen und auf Hörensagen angewiesen. Durch sie und eigene schauerliche Erfahrungen versteht er die Bedeutung der Gedenkstätte und die grausame Rache der beiden erfrorenen Kinder.

Der erste Satz in Michael Schreckenbergs Erzählung „Die Sturmglocke“ lautet: „Ich schreibe diese Zeilen als Abschied und als Warnung.“ Als Warnung vor gewissen Kulten und Geheimgesellschaften, die geheimes Wissen und ihre Träger vernichten. Die Bedeutung des Namens „Sturmglocke“, einer Glocke im Limburger Dom, die nur in der Karwoche geläutet wird und die merkwürdige Vertiefungen aufweist, eine „zutiefst böse Notenschrift einer anderen Welt“, führt Erzähler und Leser 800 Jahre zurück in eine okkulte Welt.

Die Gruselanthologie "Die Sturmglocke. Vier Gruselgeschichten von Westerwald und Lahn" ist als Taschenbuch erschienen im Gardez! Verlag Michael Itschert, ISBN 978-3-89796-278-1. htv


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