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Nachricht vom 06.11.2017 - 23:05 Uhr    

Lernen für eine digitalisierte Wirtschaftswelt

Industrie 4.0, Digitalisierung der Wirtschaft - welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die Schul - und Berufsausbildung? Zu diesem komplexen Zukunftsthema hatte die FWG VG Puderbach zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Partner dieser Veranstaltung waren die David-Roentgen-Schule Neuwied und das Werk Raubach der „Metsä Tissue Group“.

Die FWG VG Puderbach hatte kürzlich eine Informationsveranstaltung bei "Metsä Tissue" in Raubach. Foto: Privat

Puderbach. Der erste Vorsitzende der FWG, Ulrich Neitzert, begrüßte im vollbesetzten Schulungsraum des Unternehmens die Teilnehmer, unter ihnen den Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Volker Mendel, mit Abteilungsleitern sowie die Leitungen der Grundschulen Puderbach und Raubach mit weiteren Kollegen. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik und Vorstellung der Partner übernahm Karl-Emil Haag die Moderation der Veranstaltung.

Industrie 4.0, so Haag, steht für die 4. industrielle Revolution. Nach Dampfmaschine, elektrischem Fließband und Einführung des Computers gibt es nun eine neue Stufe der intelligenten Fertigungsoptimierung. Maschinen und Menschen werden hierbei mit Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik per Internet vernetzt. Er sprach weiter davon, dass diese rasant fortschreitende Entwicklung nicht nur die Industrie umwälzen, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf die Gesellschaft haben wird. Die Art zu arbeiten und zu leben wird sich stark verändern. Es wurde die Frage formuliert: Welche Anforderungen stellt diese digitalisierte Arbeitswelt der Zukunft an die heutigen Jugendlichen, Schülerinnen und Schüler?

Mit dem ersten Referat konnten die Zuhörer einen Eindruck von einer Vision der Arbeitswelt von morgen gewinnen. Schüler und Lehrer der David-Roentgen-Schule haben hierzu ein viel beachtetes Projekt „Industrie 4.0@ school“ entwickelt. Einer der Leiter des Projektes, Thomas Hennig, stellte in einem hoch interessanten Vortrag ein Produktionsszenario vor, das die Philosophie und Arbeitsweise einer Fabrik der Zukunft darstellte. Die Schüler konnten hierbei ihre Kenntnisse insbesondere in den Modulen, Informatik, Technik und auch Robotik sowie ihre Kompetenz in den digitalen Systemen anwenden. Dabei machte Hennig aber auch deutlich, dass zur erfolgreichen Bewältigung eines solchen Projektes weitere Kernkompetenzen wie die heutzutage häufig vernachlässigten „Sekundärtugenden“ unerlässlich waren und gefördert wurden.

Der Leiter des Werkes von „Metsä Tissue“, Markus Claaßen, stellte in seinem Beitrag zunächst das Konzernunternehmen und den komplexen Produktionsprozess vor. Er hob hervor, dass die Digitalisierung zur fortlaufenden Optimierung der Produktion zunehmend an Bedeutung gewinnt um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Beispielhaft für Industrie 4.0 nannte er den Bereich Instandhaltung. Thomas Hammes, Leiter dieses Bereiches, erklärte dann u.a., wie mit einem systematischen Einsatz von intelligenten Systemen eine mögliche Störung in der Anlage schon erkannt wird, bevor sie auftritt. Das spart Kosten und erhöht die Lieferbereitschaft. Fachkräfte mit digitalen Fertigkeiten sind hier unverzichtbar. Entsprechende Schwerpunkte werden daher schon in der Ausbildung gesetzt.

Die Quintessenz aus den Vorträgen fasste Haag dann nochmal so kurz zusammen: Auf dem Weg zu Industrie 4.0 ändern sich die Anforderungen an Unternehmen und Arbeitnehmer. Daher sind passgenaue Lern-und Ausbildungskonzepte in Zukunft von zentraler Bedeutung. Es ist daher dringend geboten, auch nach Aussage diverser Experten, schon frühzeitig den sinnvollen Umgang mit den Systemen zu lernen und insbesondere auch den Grundschülern ein auf den Lehrplan abgestimmtes, sinnvolles Lernen mit digitaler Unterstützung zu ermöglichen.

Zum Abschluss dieser hochinformativen Veranstaltung appellierte Ulrich Neitzert an alle verantwortlichen Akteure, in die zukunftsorientierte Bildung unserer Kinder zu investieren und für eine digitale Grundausstattung der Grundschulen im Puderbacher Land Sorge zu tragen. Mit dem Dank an Referenten und Teilnehmer, an Moderator Karl-Emil Haag sowie an Matthias Weber und die Werkleitung vom Metsä für die perfekte Organisation und die großzügige Bereitstellung der Infrastruktur ging die Veranstaltung schließlich am frühen Abend zu Ende.

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