Werbung

Nachricht vom 05.10.2017 - 11:00 Uhr    

Andreas Achenbach - Revolutionär und Malerfürst

Andreas Achenbach (1815 – 1910) vereint wie kein anderer Düsseldorfer Maler die Gegensätze und Entwicklungen des 19. Jahrhunderts. Bereits als 30-jähriger Künstler wurde er als „Meteor am Himmel der Landschaftsmalerei“ bezeichnet, seine Themenvielfalt und technische Versiertheit faszinierten das Publikum bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Andreas Achenbach: Große Marine, Öl auf Leinwand, 1836. Privatsammlung. Fotos: ©Museum LA8 Baden-Baden

Koblenz. Frühe Reisen – als Kind bereits nach St. Petersburg, später nach Skandinavien, England, Holland, Italien – prägten sein visuelles Gedächtnis. In seiner künstlerischen Entwicklung spiegelt sich die Kunstgeschichte eines ganzen Jahrhunderts: Von der frühen romantischen Landschaft bis hin zum späten realistischen Industriebild. Das gemalte Licht wurde bei ihm zu einem Markenzeichen, das er im Spätwerk mit fast impressionistischen künstlerischen Mitteln perfektionierte.

Trotz aller Konzentration auf das Künstlerische – in dem er als wahrer ‚Malerfürst’ gefeiert wurde – blieb er Zeit seines Lebens seiner freiheitlichen Gesinnung treu. Intensiv setzte er sich zeichnerisch mit den politischen Unruhen von 1848/49 auseinander, die er mit einer schonungslosen Offenheit karikierte. Sein scharfer Beobachtungsgeist und eine pointierte Bildsprache lassen ihn zu einem unmittelbaren Augenzeugen der 1848er Revolution werden. Diese Karikaturen gehören zu den faszinierenden Neuentdeckungen seines Werkes. Sie bestechen durch ihre auch heute noch ungebrochene Aktualität, in der mit schonungsloser Offenheit die sozialen Gegensätze aufgezeigt werden. So stand für Achenbach stets der Mensch auch im Mittelpunkt seiner Kunst – seine Landschaften sind vom Menschen geprägt, nur durch den Menschen erlebbar und ohne ihn nicht denkbar. Es findet sich kaum ein Bild, in dem nicht Spuren menschlichen Wirkens in die Landschaft eingebunden sind.

Achenbach, der 1861 als „Herrscher über Land und Meer“ bezeichnet wurde, war auch als Kunstagent höchst erfolgreich: Er war nicht nur bereits ab 1832 in deutschen Ausstellungen vertreten, sondern stellte ab den frühen 1850ern auch in Europa und den USA aus.

Alle im Mittelrhein-Museum Koblenz gezeigten Werke stammen aus einer süddeutschen Privatsammlung und dokumentieren erstmals zusammenhängend sämtliche künstlerischen Bereiche Achenbachs: Gemälde, Aquarelle, Ölstudien, Karikaturen, Druckgrafik, Skizzenbücher sowie persönliche Dokumente und Auszeichnungen.

Die Ausstellung vom 14. Oktober bis 18. Februar 2018 - Eröffnung: 13. Oktober, 19 Uhr -
ist eine Koproduktion mit dem Museum LA8 in Baden-Baden. Begleitband zur Ausstellung: „Andreas Achenbach – Revolutionär und Malerfürst“, herausgegeben von Wolfgang Peiffer und Matthias Winzen; 320 Seiten, Athena-Verlag Oberhausen. In der Ausstellung 19 Euro. (PM)

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   


Kommentare zu: Andreas Achenbach - Revolutionär und Malerfürst

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Kultur


„TheARTrale“ - „Bilder, Bibel und Banditen“ in Dernbach

Dernbach. Nachdem der Pfarrer eines kleinen Dorfes sich den Fuß gebrochen hat, muss Jons Mutter Hannah Johanson (Sigrid Engels) ...

Kulturpreis Westerwald wird zum dritten Mal vergeben

Montabaur. Erster Preisträger war 2014 der renommierte Kammerchor Marienstatt. 2016 konnte sich die Kleinkunstbühne Mons ...

Mennoniten-Brüdergemeinde lädt zum Adventssingen ein

Neuwied-Segendorf/Torney. Für Josef, Maria und die Hirten brachte Weihnachten einen lebensverändernden Inhalt. Nicht nur ...

Lesetipp für Nervenstarke: „Die Sturmglocke“

Region. Wer einen Waldrapp am Dreifelder Weiher hört, sollte sehr vorsichtig sein und besonders bei Sturm und in der Dunkelheit ...

Buchtipp: „Der Wäller und ...andere Gereimtheiten“

Hachenburg. In dem 60-seitigen Buch findet man eine lockere Zusammenstellung von Gedichten und Geschichten, allesamt aus ...

Das Kulturteam Windhagen präsentiert Reinhard Horn

Windhagen. Reinhard Horn nimmt Kinder und ihre alltäglichen Freuden und Sorgen ernst. Er schreibt im wahrsten Wortsinn für ...

Weitere Artikel


Erneuerung Fenster am Roentgen-Museum abgeschlossen

Neuwied. Eine denkmalgerechte Reparatur der Holzfenster stellte sich als äußerst aufwendig dar und schied letztlich aus, ...

Zehn Jahre DRK-Jugendpflege in der VG Linz

Linz. Bürgermeister Hans-Günter Fischer, Jugendpflegerin Sarah Görden und Teamleiter Alexander Kolling im Gespräch mit Katharina ...

„Heimspiel-Dreierpack“ beim SV Rengsdorf

Rengsdorf. Im ersten Spiel des Tages trifft der SV um 12 Uhr auf die SG Herschbach-Schenkelberg II. Nachdem die Onay-Elf ...

Biber Herrmann kommt nach Puderbach in Alten Bahnhof

Puderbach. Greift der Saitenzauberer zur Blechgitarre, zelebriert er einen leidenschaftlichen Blues, bei dem die Zeit stillzustehen ...

Ein Faktencheck entkräftet Vorurteile

Neuwied. Besonders Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit waren angesprochen, an der Informations- und Diskussionsveranstaltung ...

Rückstau nervt die Autofahrer in Windhagen

Windhagen. Aktuell werden die, Ende Juni erhobenen, Daten der Verkehrszählung ausgewertet erläuterte, Helmut Wolff, stellvertretender ...

Werbung