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Gräber, die den Irrsinn des Krieges belegen

Karin Thyssen ist neue VDK-Beauftragte in Neuwied - Albert-Schweitzer-Medaille für Nikolaus Roth

Neuwied. Karin Thyssen löst Rolf Blum ab, der diese Aufgabe zwölf Jahre ehrenamtlich ausgeübt hat. „In all den Jahren hat mir die Arbeit mit den Jugendlichen viel gegeben. Das Sammeln von Geld ist das eine. Die vielleicht viel wichtigere Aufgabe ist die Arbeit für den Frieden, die der Volksbund seit fast hundert Jahren leistet. Er führt junge Menschen auf Kriegsgräberstätten mit Gleichaltrigen aus Frankreich, Polen, Russland, der Ukraine und vielen anderen Ländern zusammen. Gemeinsam pflegen sie Gräber von Soldaten, deren Zukunft beendet war, bevor sie erst richtig begann“, sagte Rolf Blum anlässlich seiner Verabschiedung.
Gräber, die den Irrsinn des Krieges belegen

Wechsel an der Spitze des Volksbunds in Neuwied. Oberbürgermeister Roth wurde die Albert-Schweitzer-Medaille verliehen.

2003 schied Blum aus den Diensten der Neuwieder Stadtverwaltung aus, versprach seinerzeit aber, sich weiter für den Volksbund zu engagieren. Er hatte Wort gehalten.

Oberbürgermeister Peter Labonte, Bezirksvorsitzender des Volksbundes dankte Rolf Blum für seinen unermüdlichen Einsatz. „Ohne Ehrenamtliche wie Rolf Blum könnten wir diese wichtige Aufgabe nicht bewältigen“. Peter Labonte zeichnete Rolf Blum im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit der Goldenen Ehrennadel des Volksbundes aus.

Mit Karin Thyssen wird erneut eine Mitarbeiterin des Neuwieder Amtes für Stadtmarketing diese Aufgabe übernehmen. Sie freut sich auf die Arbeit mit den Schulen. In Neuwied ist es seit vielen Jahren gute Tradition, dass Schülerinnen und Schüler sich im November auf den Weg machen, um bei der Haus- und Straßensammlung Spenden zusammenzutragen. Karin Thyssen: „Wenn man bedenkt, dass auch 67 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs die Aufgaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge nicht abgeschlossen sind. So sind allein im vergangenen Jahr auf dem Gebiet des ehemaligen Ostblocks 45.000 gefallene Soldaten geborgen und auf den Friedhöfen des Volksbundes beigesetzt worden. Am meisten beeindruckt mich, dass nach fast sieben Jahrzehnten in über drei Viertel der Fälle die Identität der Betroffenen noch geklärt werden kann.“

Für Bettina Hörter, Geschäftsführerin des Volksbundes, ist es wichtig, dass es in einer Stadt wie Neuwied wieder eine Beauftragte gibt: „Unsere ehrenamtlichen Beauftragten erfüllen für die Arbeit des Volksbundes eine für uns unverzichtbare Aufgabe.“

Der Bezirksvorsitzende des Volksbundes, Oberbürgermeister Peter Labonte, dankte seinem Neuwieder Kollegen für die Unterstützung, die die Kriegsgräberfürsorge seit vielen Jahren aus dem Neuwieder Rathaus erfährt. „Wenn junge Menschen sich für eine wichtige Aufgabe einsetzen, ist dies gut. Noch besser ist es aber, wenn sie auch merken, dass dieser Einsatz gewürdigt wird, dass die Gesellschaft dies zur Kenntnis nimmt und ihnen mit Wertschätzung begegnet.

Nikolaus Roth lässt es sich seit vielen Jahren nicht nehmen, den Schülerinnen und Schülern der Neuwieder Schulen ganz persönlich zu danken“, betont Labonte. Für Roth ist die Unterstützung des Volksbundes auch ein klares Bekenntnis zu seiner weltweiten Friedensarbeit. „Wer Soldatenfriedhöfe besucht, weiß um seinen Auftrag, erfährt, was geschieht, wenn sich Menschen in den Irrsinn eines Krieges treiben lassen. Wir müssen alles dafür tun, dass sich diese Geschichte nie mehr wiederholt.“

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