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Nachricht vom 21.02.2021    

Nicole nörgelt… über zu lahme Technik

Von Nicole

GLOSSE | Eigentlich bin ich ja ein geduldiger, ruhiger Mensch. Aber es gibt drei Dinge, bei denen ich rasend schnell die Nerven verliere: Verpackungen, die nicht aufgehen, Technik, die nicht so funktioniert, wie ich will, und einfache, tausend Mal gemachte Sachen, die immer dann haken und viel zu lange dauern, wenn man es eilig hat.

Region. Ich darf gar nicht dran denken, dann kocht mir schon wieder das Blut! Kommen Sie, Sie kennen das doch auch! Sie müssen grade unbedingt eine dringende E-Mail wegschicken, auf die schon jemand wartet, und dann lädt Windows ein verdammtes Update herunter! Grade jetzt! Und das dauert… und dauert… und der Computer rechnet sich einen Bart, wenn Sie endlich beim Neustart angekommen sind. Und Sie können nichts machen als auf den Bildschirm zu starren und Ihren letzten Nerv dahinschmurgeln zu spüren.

Oder Sie haben grade das Handy am Ohr und hören plötzlich nur noch „krsccccchhhh… trzzzzz… hallo!? … brrrrrrrrrrffff … hallo??... piep, piep, piep…“ Ernsthaft, in jedem Hinterhof in der rumänischen Einöde ist das Netz besser als im Westerwald! Ich kann die Funklöcher kaum noch zählen, die mir jede Autofahrt versüßen! Jaja, ich weiß, ein Auto ist keine fahrbare Telefonzelle, aber ist das ein Grund, jede Verbindung zu sabotieren?

Ich spüre grade schon, wie ich ungeduldig und wibbelig werde. Dafür gibt es sogar schon einen Namen: Nomophobie! Abgeleitet aus „No-Mobile-Phone-Phobia“ oder die „Angst, nicht immer erreichbar zu sein“. Ernsthaft? Soweit ist es schon gekommen?



Wann haben wir uns eigentlich diesen Lebensrhythmus von Eintagsfliegen angewöhnt und rechnen alles in Sekunden und Taktfrequenzen? Haben wir alle nur noch die Aufmerksamkeitsspanne von weißen Mäusen und brauchen die Werbeunterbrechungen, um durchzuatmen? Muss mir meine Freundin bei künftigen Telefonaten – wenn das Netz da ist natürlich! – zwischendurch PR-Texte vorlesen, damit ich mein Gehirn resetten kann? Und der Lockdown entschleunigt mich kein bisschen, es wird eher schlimmer! Jetzt zieht die Ausrede „Sorry, bin unterwegs, kann grade nicht!“ ja nicht mehr, denn jeder weiß, dass ich eh zu Hause bin und im Homeoffice höchstens mal die Katze mitmischt. Argh!!

Okay, langsam, ich rege mich wieder über nichts auf. Und Sie wissen, was ich jetzt tun werde, oder? Handy aus! Laptop zu! Tablet in die Schublade! Fernsehstecker raus! Ich entgifte mich davon, immer online und immer erreichbar zu sein. Ab in die Fastenzeit!

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!
Ihre Nicole


Mehr dazu:   Nicole nörgelt  
Lokales: Dierdorf & Umgebung
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