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Nachricht vom 11.02.2021    

Nicht nur das Singen fehlt Neuwieder Chorleiter und Sängerin

Andrea Seeberg ist begeisterte Chorsängerin und zudem Kantorin in der Pfarreiengemeinschaft Neuwied St. Matthias. Dadurch hat sie momentan die Möglichkeit im Gottesdienst zu singen. Dafür ist sie dankbar, trotzdem fehlt ihr das gemeinsame Singen.

Andrea Seeberg und Chorleiter Thomas Sorger. Foto: privat

Neuwied. Wenn Regionalkantor und Chorleiter Thomas Sorger auf das vergangene Jahr zurückblickt, sieht er eine begrenzte Anzahl von Konzerten, kleineren Ensembles und Gemeindegesang in unterschiedlichen Ausprägungen – mit Maske, ohne Maske dann mit viel Abstand. Doch vor allem bedeutet Musik momentan Orgelspiel und Gesang einzelner Kantorinnen und Kantoren. Ihr Einsatz und der von Vorsängerinnen und Vorsängern habe sich verstärkt, lautet sein Eindruck.

Das bestätigt auch Andrea Seeberg. Sie ist ehrenamtlich beinahe jedes zweite Wochenende in der Pfarreiengemeinschaft unterwegs und übernimmt stellvertretend für die Gläubigen den Gemeindegesang. Das beinhaltet viel Vorbereitung, weil man sich sehr intensiv mit den Liedern auseinandersetzt, erklärt Andrea Seeberg, die seit drei Jahren Kantorin ist. Doch sie weiß auch, wie schwierig das momentane Sing-Verbot für die Gottesdienstbesucher ist. „Gerade an Weihnachten hat mir das sehr leidgetan“.

Ihr selbst fehlt das soziale Miteinander im Chor. „Man verliert ein Stück weit den Kontakt“. Die engagierte Frau befürchtet, dass in dieser Zeit vielleicht der ein oder andere das Singen aufgibt. Sorger kann hier jedoch einlenken: „Einzelfälle gibt es durchaus, die schon vorher überlegt haben, den Chor zu verlassen.“ Aber er sieht im Allgemeinen keine große Gefahr. „Ich habe den Eindruck, dass die Chormitglieder motivierter sind denn je. Die Leute scharren mit den Hufen“, lautet sein Eindruck. „Man merkt jetzt bei den Mitgliedern, dass das Singen nicht nur Gewohnheit, sondern etwas Elementares ist. Es ist so ein starkes Bedürfnis – wie atmen“.

Doch dabei denkt er nicht nur an das Singen an sich, sondern auch an den „starken pastoralen Aspekt“ der Kirchenmusik, die eine Form sei, um mit Gott und dem Glauben in Berührung zu kommen. Andrea Seeberg stimmt dem gerne zu: „Oft fehlen einem die Worte, was man glaubt und fühlt, Musik bietet eine Möglichkeit das auszudrücken.“ Momentan übernimmt sie diese Aufgabe für die Gemeinde, was eine große Verantwortung bedeutet.



Geprobt wird derweil online. Das gestaltet sich aber eher als ein informativer Austausch oder als Probe einzelner Lieder. Das Vorgehen weicht dabei stark vom Gewohnten ab: „Gleichzeitiges Singen ist technisch nicht möglich“, erklärt Sorger. Er singt vor und jeder probt für sich vor dem Laptop – aber das Mikro bleibt stumm. Aufgrund der Zeitdifferenz bei der Übermittlung würde es ein großes Durcheinander geben; ein ungewollter Kanon. „Man muss die Grenzen akzeptieren“. Trotzdem wird diese Art von Treffen dankbar angenommen. „Ich werde sogar nach Hausaufgaben gefragt“.

Jetzt nimmt der Leiter von vier Chören und Ansprechpartner unter anderem für die Kantorinnen und Kantoren erst einmal die Fastenzeit in den Blick. Vielleicht sind dann musikalische Impulse möglich.

Weitere Informationen zur kirchlichen Chormusik in Neuwied gibt es bei Thomas Sorger, telefonisch unter 0175-4878070 oder per E-Mail an thomas.sorger@bgv-trier.de.

Vorsänger und Kantoren ermöglichen es mit ihrem Gesang, den ganzen Reichtum des Gotteslobs zu erschließen und ihn im Gottesdienst zu entfalten. Kantoren füllen darüber hinaus eine zentrale liturgische Rolle in Eucharistiefeier und Wortgottesfeier aus. Näheres hierzu gibt es auf www.bistum-trier.de/kirchenmusik/kirchenmusikalische-ausbildung oder in der bischöflichen Kirchenmusikschule unter Telefon 0651-7105-508.


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