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Nachricht vom 28.01.2021    

Aktueller Stand der Deichsanierung Neuwied

Wenn Flüsse wegen starken Niederschlägen oder der Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit über die Ufer steigen, bereiten sich viele Anwohner auf die bevorstehenden Wassermassen vor.

SGD-Nord-Präsident Uwe Hüser (Mitte) informiert sich bei den Experten der SGD Nord, Josef Groß (links) und Malte Krämer (rechts). Foto: SGD Nord

Neuwied. Übersteigen diese das übliche Maß, können die Auswirkungen eines extremen Hochwassers für die betroffenen Menschen sehr schnell große finanzielle Einbußen mit sich bringen. Deshalb arbeitet die Landesregierung seit vielen Jahren daran, die Gefahr, die von über die Ufer tretenden Wassermassen ausgehen kann, so gut es geht zu überwachen und einzudämmen. So zum Beispiel in Neuwied: Der Deich in Neuwied-Engers schützt die Menschen der Stadt Neuwied in seiner jetzigen Form bereits seit mehr als 90 Jahren vor Hochwasser. Doch inzwischen ist er in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Der Rheindeich aber schützt nicht nur die Neuwieder vor Hochwasser, sondern auch das für die gesamte Region bedeutsamen Trinkwasservorkommen im Engerser Feld vor verunreinigtem Rheinwasser.

Der Präsident der bei dem Millionenprojekt federführenden Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Uwe Hüser, machte sich nun selbst ein Bild von den laufenden Vorarbeiten. „Das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten hat rund vier Millionen Euro zum Hochwasser- und Trinkwasserschutz bereitgestellt. Die Stadt Neuwied übernimmt zehn Prozent der Gesamtkosten. Die SGD Nord hat den Plan für das Millionenprojekt genehmigt und ist für die Planung, Vergabe und Überwachung der Arbeiten verantwortlich. Dieses Projekt ist wieder ein Beispiel dafür, wie wichtig der Landesregierung der Schutz der Menschen vor Hochwasser ist“, so Präsident Hüser.

Bevor es richtig losgehen kann, sind noch weitere Vorarbeiten zu erledigen. Derzeit ist ein Vermessungsteam unterwegs, um den genauen Baustellenbereich abzustecken, bevor anschließend eine Beweissicherung an den umliegenden baulichen Anlagen durchgeführt wird und die Untersuchung des Areals auf Kampfmittel beginnt.

Da die Eisenbahnbrücke in Engers am Ende des zweiten Weltkrieges stark umkämpft und bombardiert wurde, wird mit einem vermehrten Aufkommen alter Kampfmittel gerechnet. Erst wenn diese Untersuchung durchgeführt ist und die gefundenen Kampfmittel beseitigt sind, kann die eigentliche Sanierung des Deiches beginnen. Ziel der SGD Nord ist es, noch in der zweiten Jahreshälfte mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

Der rechtsrheinische Hochwasserschutzdeich westlich der Ortslage Neuwied-Engers ist ein wichtiger Bestandteil der gesamten Hochwasserschutzanlagen der Stadt Neuwied. Er erstreckt sich von Rhein-Kilometer 601,96 bis Rhein-Kilometer 602,58 und riegelt einen ehemaligen Altarm des Rheins ab, der durch das „Engerser Feld“ verläuft. Neben dem Schutz der Innenstadt von Neuwied wirkt sich der Deich auch schützend auf die für die Region unverzichtbaren Trinkwassergewinnungsanlagen im „Engerser Feld“ aus. Im Hochwasserfall wird der Eintrag von verunreinigtem Rheinwasser in das hinter dem Deich gelegene Trinkwasserschutzgebiet und somit in das Grundwasser vermieden.

Der in die Jahre gekommene Rheindeich ist im Falle eines extremen Hochwassers nicht mehr standsicher und die Technik ist veraltet. Deshalb soll er in Abschnitten zurückgebaut und als Drei-Zonen-Deich mit Stützkörper, Oberflächenabdichtung und Auflastfilter wieder aufgebaut werden. Der neue Deich wird insgesamt rund 860 Meter lang sein. Der Hochwasserschutzdeich unterquert bei Rhein-Kilometer 602,1 die Kronprinz-Wilhelm-Brücke, wodurch der Planungsraum in zwei Bereiche gegliedert wird. Westlich der Eisenbahnlinie verläuft der neue Deich weitgehend in der Trasse des bisher vorhandenen Deiches. Östlich schwenkt er von der alten Trassenführung, die parallel zum Rheinufer verläuft, ab und folgt dem Elmsweg nach Nordosten, wo er am Ortsrand von Engers in dem dort natürlich ansteigenden Gelände ausläuft.

Im Bereich der Eisenbahnbrücke wird die landseitige Deichböschung aufgrund der sehr beengten Platzverhältnisse durch eine Stützmauer abgefangen. Die Hochwasserschutzanlage erhält hier über eine Strecke von rund 170 Metern eine Untergrundabdichtung, die mit Spundwänden – in Ergänzung zu einer bereits vorhandenen Rüttelschmalwand – hergestellt wird. Diese dient als Sickerwegsverlängerung und führt zu einem Druckabbau im Untergrund und damit zu einer Erhöhung der Standsicherheit der Hochwasserschutzanlage.

Der Grundwasserzustrom zu den Brunnen der Trinkwassergewinnung wird dadurch nicht beeinträchtigt. Weitere wesentliche Elemente der Deichanlage sind ein bituminös befestigter Deichverteidigungsweg, der auch als Radweg genutzt werden darf, zwei Deichschutzstreifen, die Deichkrone mit Fußweg, eine Untergrundabdichtung und verschiedene Deichüberfahrten.

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