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Nachricht vom 17.01.2021    

Landrat fordert zweites Landesimpfzentrum für Kreis Neuwied

Seit drei Wochen sind die mobilen Impfteams in Senioreneinrichtungen aktiv. Auch das Impfzentrum hat die ersten Betriebstage ohne Probleme absolviert.

Achim Hallerbach fordert zweites Impfzentrum vom Land. Foto: Kreisverwaltung

Neuwied. „Es wird jetzt dringend ein weiterer Impfstoff benötigt, der weniger hohe Anforderungen an Lagerung, Logistik und Aufbereitung stellt. Dieser muss dann bei den Hausärzten in der Fläche eingesetzt und verimpft werden, damit Einzelimpfungen, zum Beispiel von bettlägerigen Menschen vor Ort möglich werden“, formuliert Landrat Achim Hallerbach die Erwartungen an die Forschung und Impfstoffproduzenten.

Auch der zweite „Moderna-Impfstoff“ sei für diese Fälle nicht geeignet. Hier hoffen Impfkoordinator Werner Böcking und Landrat Hallerbach auf perspektivische Lösungen, die in den letzten Telefonkonferenzen mit dem Land formuliert wurden.

Landrat Achim Hallerbach formuliert mit Landratskollegen klare Forderungen an die Landesregierung: „Wenn ein weiterer Impfstoff nicht zeitnah zur Verfügung steht, brauchen wir insbesondere in den Flächenkreisen wie Neuwied, Altenkirchen und dem Westerwaldkreis pragmatische Lösungen. Für den Kreis Neuwied beispielsweise ein weiteres Impfzentrum im Rheintal. Die Impfbereitschaft ist aktuell hoch, daher muss auch das Impfangebot zur Verfügung gestellt werden.“ In den Flächenlandkreisen sei insbesondere die Mobilität und Erreichbarkeit ein zentrales Thema. Auf einer Fläche von knapp 627 Quadratkilometern verteilen sich über 188.000 Einwohner auf 62 Gemeinden und weit über 200 Ortschaften. „Deshalb haben wir in der regelmäßigen Telefonkonferenz mit dem Gesundheitsstaatssekretär der Notwendigkeit des Ausbaus von Impfzentren in den großen Landkreisen Nachdruck verliehen“, erklärt Landrat Achim Hallerbach. Ebenfalls wurde der Einsatz von Impfbussen angeregt, sofern der Impfstoff dafür geeignet sei.

Entgegen der Darstellung in der Rhein-Zeitung am Samstag, habe nicht der Landrat einen Riegel für ein zweites Impfzentrum an der Rheinschiene vorgeschoben. „Das Land hat für jeden Landkreis ein Impfzentrum genehmigt. Für weitere Impfzentren im Kreis Neuwied haben wir keine Erlaubnis. Die Anforderungen für ein solches Zentrum sind nicht nur finanziell sehr umfassend. Neben der großen Fläche, der Sicherheit und dem Personaleinsatz, muss dieses Impfzentrum für ein komplettes Jahr, also bis zum 31. Dezember 2021, ohne Einschränkungen vorgehalten werden“, so Achim Hallerbach. Deshalb schieden Sporthallen und die Bürgerhäuser relativ schnell aus, da man davon ausgehe, dass im Laufe des Jahres der (Schul-) Sport und das Vereinsleben wieder seinen Betrieb aufnehmen kann. „Sobald uns das Land Rheinland-Pfalz grünes Licht für ein weiteres Impfzentrum gibt, werden wir uns mit der Stadt Neuwied sowie den Verbandsgemeinden im Rheintal über einen möglichen zweiten Standort und deren Unterstützung verständigen“, betont der Landrat.

Das Impfzentrum in Oberhonnefeld bietet keine Möglichkeit für eine Erweiterung und ist mit zwei Impfstraßen voll belegt. „Gut, dass wir in Oberhonnefeld direkt auf eine größere Immobilie gesetzt haben. Auf über 2.000 Quadratmeter Hallenfläche verteilen sich Check-In, Aufklärungs- und Wartebereiche, die zahlreichen Impfkabinen sowie der Check-Out. Daneben sind Räumlichkeiten für das Personal, für die Lagerung der umfangreichen Materialien, für die Impfstofflagerung sowie für die Apotheker zur Impfstoffaufbereitung.

Mit der ursprünglichen hälftigen Größenvorgabe des Landes hätten wir jetzt schon Engpässe bekommen. Nach den ersten beiden Betriebswochen haben wir das Personal deutlich aufgestockt und zusätzliche Arbeitsplätze eingerichtet“, erklärt Landrat Achim Hallerbach. Die Abläufe werden immer weiter optimiert. Hierdurch kann am Eingang die Registrierung schneller erfolgen und es kommt zu keinen Warteschlangen mehr. „Es gibt halt keine Blaupause für dieses Szenario. Daher müssen die Planungen jetzt regelmäßig angepasst werden“, betont Impfkoordinator Werner Böcking.

Im Kreis Neuwied sind bisher knapp 5.000 Menschen geimpft worden. Ein Großteil fällt auf den Einsatz der mobilen Impfteams des DRK-Landesverbandes. „Bei fast allen Senioreneinrichtungen im Kreis konnte die erste Impfung bereits durchgeführt werden. Ab Montag starten die Teams bereits mit der Zweitimpfung“, berichtet Böcking.

Eine weitere Forderung der Landräte soll bis Ende der kommenden Woche umgesetzt sein. Dann soll über das Internetportal die gemeinsame Terminvergabe für Ehepaare möglich sein. Dies war bisher nur über die Hotline realisierbar. Auf dem Onlineportal des Landes findet allerdings auch weiterhin nur eine Registrierung statt und der Termin wird danach zugeteilt. Die Information erfolgt dann per E-Mail und Post.

Damit die Impfungen weiterhin zügig erfolgen können, sind nun weitere Kapazitäten notwendig. Eine Ausweitung der Impfkapazitäten ist derzeit allerdings nicht möglich, weil zu wenig Impfstoff vorhanden ist. Die Termine sind landesweit bis in den Februar hinein ausgebucht. „Ich fordere den Bund und das Land auf, mehr Impfstoff zu besorgen und uns die Möglichkeiten zu geben, weitere Impfzentren einzurichten und seitens des Landes zu finanzieren. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und stehen bereit“, so der Landrat weiter.

Eine erste Reaktion des Landes ist, dass die Themen und Möglichkeiten geprüft werden sollen. Ob ein weiteres Impfzentrum in der Fläche oder ein Impfbus, die Landräte fordern schnellstmöglich eine Lösung, damit mehr Impfungen durchgeführt werden können.
(PM)


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