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Nachricht vom 30.12.2020    

Gefiederte Erfolgsgeschichte: 2020 im Avimundo

Dass 2020 kein gutes Jahr war, darin sind sich wohl alle einig, auch und ganz besonders der Zoo Neuwied, der durch über drei Monate Zoo-Schließung im vergangenen Jahr enorme Schwierigkeiten hatte.

Fotos: Zoo Neuwied

Neuwied. „Aber es war nicht alles schlecht“, sagt Kurator Max Birkendorf, „für das Avimundo war es sogar das erfolgreichste Jahr aller Zeiten, was Haltungs- und Zuchterfolge angeht“.

Das Avimundo am westlichen Rand des Zoos widmet sich mit einer Reihe naturnah gestalteter Volieren der Vogelwelt, und zeigt dabei mit ganz verschiedenen Arten einen möglichst diversen Überblick über die Vögel Afrikas und Südamerikas. Darunter sind bunte und unauffällig gefärbte Vertreter, Bodenbrüter und Baumkronenbewohner, Insektenfresser und Vegetarier. Bei fast allen Arten gab es 2020 Nachwuchs, bei den Guirakuckucken sogar zweimal.

„Besonders gefreut haben wir uns über die Erstzuchten bei den Rothaubenturakos und den Grünarassaris“, erzählt der Vogelkurator. „Die wunderschönen Rothaubenturakos halten wir seit 2018, da hat es einfach zwei Jahre gedauert bis es „Klick“ gemacht hat“, lächelt Birkendorf. „Bei den Grünarassaris, deren großer Schnabel ihre Verwandtschaft mit den Tukanen erkennen lässt, hatten wir nach Haltungsbeginn 2017 zunächst richtig Pech mit den Tieren. Da haben wir mehrfach kranke Individuen bekommen. Das jetzige Paar ist seit 2019 zusammen, und dass es nun auch mit der Zucht geklappt hat, gerade in einem solchen Jahr, ist einfach toll.“

Das zoologische Highlight im Avimundo sind jedoch nach wie vor die Gelbwangenkakadus. Seit 2017 führt der Zoo Neuwied das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für diese Tiere, welches von Max Birkendorf koordiniert wird. Die Art wird selten in Zoos gehalten, dafür leider umso häufiger in wenig sachkundigen Privathaushalten, wo die Tiere Verhaltensstörungen entwickeln, die es schwierig bis unmöglich machen, sie dann noch ins Zuchtprogramm zu integrieren und sie erfolgreich zu verpaaren. Dass es sechs Unterarten des Gelbwangenkakadus gibt, die erst durch aufwändige Vermessung und DNA-Proben ermittelt werden muss, bevor es an die Paarzusammenstellung geht, macht die Sache nicht einfacher.



„Aber auch in diesem Projekt sind wir 2020 ein gutes Stück weitergekommen“, freut sich Birkendorf. „Mittlerweile sind alle Vögel, die im Zuchtbuch erfasst sind, fertig vermessen. 2021 können wir dann mit den vorliegenden Daten hoffentlich mehrere Zuchtpaare zusammenstellen, vielleicht kommen dann auch unsere vier Single-Männchen unter die Haube“, schmunzelt er. Einer dieser Junggesellen ist der eigene Nachwuchs von 2020. Das Zuchtpaar Loreley und Christian, zwei besonders seltene Timor-Gelbwangenkakadus, hatten 2019 erstmals erfolgreich gebrütet, und 2020 gleich wieder.

Nun müssen sich nur die anderen Vögel im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP, einem Projekt zur Erhaltung vom Aussterben bedrohter Tierarten, an diesen beiden ein Beispiel nehmen, dann gilt auch im Hinblick auf die Gelbwangenkakadus: 2021 kann nur (noch) besser werden. (PM)


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