Werbung

Nachricht vom 21.12.2020    

Prächtige Pfauen im Zoo Neuwied

„Immer wieder werden wir aktuell gefragt, ob es Tiere im Zoo gibt, die die Besucher vermissen“, berichtet Kurator Max Birkendorf. „Auf die meisten trifft das zum Glück nicht zu, aber ich glaube, unsere Pfauen fragen sich schon, was aktuell los ist.“

Balzender Pfauenhahn mit aufgestelltem Federkranz. Fotos: privat

Neuwied. Das hat seinen Grund: „Sie sind ja die einzigen Tiere, die bei uns frei zwischen den Besuchern umherlaufen dürfen. Wahrscheinlich wundern sie sich vor allem, warum sie keine Krümel mehr finden. Sie ernähren sich gerade vermutlich so gesund wie noch nie, nämlich nur von der Fasanenmischung, die wir ihnen bereitstellen“ lacht der Kurator.

„Wir hoffen, dass sich unsere Pfauen dann zumindest in der Balzzeit im Frühjahr wieder den Besuchern präsentieren können, wenn die Hähne ihre bekannten Räder schlagen“, wünscht sich Zoodirektor Mirko Thiel. Die bis zu 1,50 Meter langen Oberschwanzdeckfedern mit den wunderschönen, blau-grünen Pfauenaugen entwickeln die männlichen Tiere über den Winter jedes Jahr neu, sodass sie im Frühling, wenn die Balz beginnt, ihre volle Länge erreicht haben. Die lange Schleppe schindet Eindruck bei den Hennen, praktisch ist sie jedoch nicht. „Die lange, schwere Schleppe ist beim Fliegen eher hinderlich – und das ist von der Natur auch genau so vorgesehen“, weiß Zoopädagogin Franziska Waked. „Wenn ein Hahn es trotz dieser auffälligen, für jeden Fressfeind sichtbaren Färbung und trotz des damit einhergehenden Flug-Handicaps geschafft hat, zu überleben, dann hat er gute Gene. Und die wollen die Hennen für ihren Nachwuchs“, erklärt die Biologin. „Das ist der Grund, warum die Hennen ihre Wahl nach dem prachtvollsten Rad treffen – nicht die Schönheit“.



Die Hennen selbst sind deutlich weniger attraktiv, unscheinbar grau-braun und ohne lange Schmuckfedern. Lediglich der grün schillernde Nacken und das kleine Federkrönchen auf dem Kopf verrät, dass es sich um eine Pfauenhenne handelt. Da Pfauen Bodenbrüter sind, ist das Tarnkleid der Hennen ebenso wichtig für den Fortpflanzungserfolg wie die guten Gene der Väter – die besten Gene nützen nichts, wenn Henne und Eier schon während der Brut gefressen werden.

Bis zu Balz und Brut sind jedoch noch einige Monate hin. Da ihnen Kälte und sogar Schnee nichts ausmachen, streifen die Neuwieder Wappenvögel weiterhin über die leeren Besucherwege, fliegen zum Schlafen auf die Bäume und verbringen den Winter genauso wie wir auch: Geruhsam, im kleinsten Kreis. (PM)


Lokales: Neuwied & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Wölfe im Westerwald: Neues Rudel in Rheinland-Pfalz entdeckt

In der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf im Westerwald wurde am Mittwoch (21. Januar 2026) ein Wolfsrudel ...

Wege ins Handwerk: Projekt "Handwerk meets Schule" startet am Gymnasium auf der Karthause Koblenz

Das Gymnasium auf der Karthause hat sich nun auch mit der Handwerkskammer Koblenz zusammengetan, um Schülern ...

Generationsübergreifende Kriegsfolgen im Fokus: Ein Abend des Austauschs in Linz am Rhein

In Linz fand ein Trialog statt, der die generationsübergreifenden Auswirkungen von Kriegserlebnissen ...

Verwaltungsgericht Koblenz bestätigt Bürgermeisterwahl in Puderbach

Das Verwaltungsgericht Koblenz hat die Klage gegen die Bürgermeisterwahl der Verbandsgemeinde Puderbach ...

Karneval in Neuwied: Verantwortung und Lebensfreude vereint

Karneval ist ein Fest der Freude und des Miteinanders, doch gerade für Kinder und Jugendliche birgt es ...

Pflege in Rheinland-Pfalz: Eigenanteil für Heimbewohner steigt weiter

Bewohner von Pflegeheimen in Rheinland-Pfalz müssen zunehmend tiefer in die Tasche greifen. Eine aktuelle ...

Weitere Artikel


Spendenaufruf zum Projekt: Kinder mit Behinderungen in Surif/Palästina

Der Arbeitskreis Palästina ruft zu Spenden für das Partnerschaftsprojekt in Surif auf, das Kindern mit ...

Klara trotzt Corona im Advent

Von dem Autoren-Duo Christiane Fuckert und Christoph Kloft gibt es in den vier Adventswochen noch einmal ...

Gottesdienste der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbieber an Weihnachten

In diesem Jahr ist am Heiligabend alles anders. „Da unsere Kirche und das Gemeindehaus wegen der Corona-Auflagen ...

Aufstockung des EU-Programms „Erasmus-Plus“

Das Europäische Parlament einigte sich jetzt mit dem Europäischen Rat und der EU-Kommission auf die Fortführung ...

Steinigers Küchengruß: Raclette zum Fest – wie wäre es mit einer veganen Pfännchen-Pizza?

Raclette erfreut sich schon seit einigen Jahren großer Beliebtheit an den Festtagen. Gerade in diesem ...

Ein tierisches Dankeschön für Zoo-Spende

Der Zoo Neuwied bedankt sich ganz herzlich bei der Maschinenbaufirma W+D für die großzügige Spende von ...

Werbung