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Nachricht vom 04.12.2020    

Das Ehrenamt hält alles zusammen

Oft sind es nur die Rettungswagen oder die großen Blutspende-Plakate, die ins Auge fallen: Dass beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) ein großes Team aus ehrenamtlichen Helfern dafür sorgt, dass so ein komplexes Hilfeleistungssystem überhaupt funktioniert, ist von außen kaum zu sehen.

Tag und Nacht immer im Einsatz. Foto: DRK Kreisverband Neuwied

Neuwied. Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember berichten DRK-Aktive von ihrer Arbeit als Ehrenamtler in einer Organisation, in der viele kleine Rädchen das funktionierende Ganze bilden.

„Beim DRK ergeben alle Bereiche zusammen die Leistungsbereitschaft“, ist Rolf-Morten Dickopp überzeugt. Er ist stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter und kümmert sich um die Personalentwicklung, berät und kontrolliert, plant die Betreuung von Veranstaltungen durch den Sanitätsdienst oder überwacht die Ausbildung der DRKler. In allen Bereichen sind die Ehrenamtlichen der Dreh- und Angelpunkt des Geschehens und gleichzeitig der Grund, warum das DRK seine Angebote überhaupt machen kann.

So sind in den 13 Ortsvereine im Neuwieder Kreisverband über 700 Helfer und 180 Jugendrotkreuzler aktiv, die sich alle neben Beruf, Studium oder Schule für die Allgemeinheit engagieren. Das Aufgabenfeld ist vielfältig: Die Bereitschaften des DRK helfen in kleinen und großen Notlagen und reichen vom Sanitätsdienst bei Veranstaltungen über die Versorgung von Verletzten bei Unfällen bis zum Katastrophenschutz. Dazu organisieren die Ehrenamtler Blutspendetermine, bieten Fahrdienste an oder betreuen Kleiderkammern und Kleidercontainer. Außerdem helfen sie mit der Rettungshundestaffel des Ortsvereins Asbach und der Bergwacht des DRK Rengsdorf bei der Suche nach Vermissten. Das Ergebnis ist eine geschlossene Hilfekette von Beratung und Vorsorge über Rettung und Betreuung bis hin zur Pflege und Nachsorge. „Keine andere Organisation kann das leisten“, ist sich auch Rolf-Morten Dickopp sicher.

Gerade Pandemie-Zeiten ist die Arbeit aber nicht immer einfach: Schon im Frühjahr 2020 waren Aktive aus dem Neuwieder DRK-Kreisverband dabei, die China-Rückkehrer in der Quarantäne im südpfälzischen Germersheim zu betreuen. Seitdem haben die DRKler unzählige Stunden unter verschärften Corona-Bedingungen geleistet, sich via Zoom online vernetzt und Wege gefunden, mit den Einschränkungen umzugehen. Auch das Jugendjugendrotkreuz versucht vermehrt, seine Gruppenstunden in den digitalen Raum zu verlagern. Leichter ist der Einsatz der Helfer damit nicht geworden: Insbesondere bei den Blutspendeterminen stoßen die Teams auch an ihre Grenzen, die Ortsvereine haben mitunter Probleme, das benötigte Personal zu stellen.



Dennoch steht über allem der Grundsatz, anderen Menschen zu helfen. Das erlebt auch Annemarie Menden immer wieder, die gemeinsam mit einem Team aus 14 Frauen die Kleiderkammer in Unkel betreut. Die Unkeler Kleiderkammer ist eine von vier Kleiderkammern im Bereich des Kreisverbandes: Auch in Bad Hönningen, Puderbach und Rengsdorf sind ehrenamtliche Teams aktiv. Dazu gehören auch 90 Kleidercontainer, in denen Kleiderspenden deponiert werden können. Seit 1990 ist Annemarie Menden in Unkel dabei und hat in dieser Zeit unzählige Kleidungsstücke sortiert, gefaltet und an neue Besitzer gebracht. „Es ist schön, den Menschen etwas geben zu können, das haben wir nicht nur während der Flüchtlingswelle gemerkt“, findet sie.

Generell steht die Kleiderkammer jedem offen, denn hier wird der Nachhaltigkeitsgedanke gepflegt: Tragbare, gute Kleidung findet neue Nutzer statt auf den Müll zu wandern. Entsprechend gemischt ist die Kundschaft in Unkel, die das Team jeden Donnerstagnachmittag von 14 bis 17 Uhr betreut. In den beiden Räumen voller Regale und Kleiderständer finden sich Kinderkleidung und Modisches, Schuhe, Jacken und Sommer- und Wintersachen, die die Helfer je nach Jahreszeit bereitlegen. Alle Kleidungsstücke stammen aus Spenden, die die ehrenamtlichen Damen gewissenhaft sortieren. Manches muss dabei leider auch ausgemustert werden: Das tut den Helferinnen besonders leid, wenn Spenden durch die Witterung Schaden genommen haben, weil sie neben den Sammelbehältern abgestellt wurden.

2019 haben die Unkeler Damen 700 Stunden für die Kleiderkammer aufgewendet. In diesem Jahr werden wohl weniger Stunden auf der Uhr stehen, denn wegen der Pandemie ist die Kleiderkammer derzeit geschlossen. Dennoch können die Helferinnen es kaum erwarten, wieder im Dienst der Allgemeinheit Gas geben zu können.

Und das gilt auch für alle anderen Ehrenamtler beim DRK: „Der Zusammenhalt unter den Aktiven ist enorm“, weiß auch Rolf-Morten Dickopp. Woran das liegt, ist für ihn keine Frage: „DRKler sind einfach besondere Menschen.“
Pressemitteilung des DRK Kreisverbandes Neuwied.


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