Werbung

Nachricht vom 27.11.2020    

Linzer Kirche St. Marien profaniert

„Auch in Zukunft wird in Linz die Botschaft unseres Glaubens verkündet“ hat die ermutigende Botschaft des Trierer Weihbischofs Jörg Michael Peters in Anbetracht der Profanierung der Kirche St. Marien in Linz gelautet. „Denn Gott hat hier eine Wohnung genommen“ ist er sich sicher, obwohl die Pfarrkirche aus dem Jahr 1967 nun offiziell „entweiht“ wurde.

Foto: privat

Linz. Die Gremien der Kirchengemeinde hatten sich nach eingehender Beratung entschlossen, dem Trierer Bischof dies vorzuschlagen. Das Gebäude weist starke Korrosionsspuren auf, deren Instandsetzungskosten bei geschätzten 1,5 bis 2 Millionen Euro liegen.

Weihbischof Peters gab zu, dass er nicht damit gerechnet hat, innerhalb seiner Amtszeit diese Kirche profanieren zu müssen. Er selbst dachte an viele große Firmfeiern zurück, denen er hier vorstand. „Auch Sie bringen ganz viele Erinnerungen mit. Einige von Ihnen haben die Kirche wachsen sehen“, sagte der Weihbischof einer Corona-bedingt kleinen Gruppe von Menschen, die sich zu einer Statio vor St. Marien versammelt hat. Er wisse, dass sich die Verantwortlichen schweren Herzens für diesen Schritt entschieden haben, der nicht nur wegen der hohen Investitionskosten, sondern auch aufgrund sinkender Zahlen von Gottesdienstbesuchern beschlossen wurde.

Durch die Schäden an der Bausubstanz ist auch das angrenzende Pfarrheim nicht mehr nutzbar, was insbesondere für viele Gruppierungen einen Einschnitt bedeutet. Denn St. Marien war weit mehr als ein Kirchenraum. Daher waren bei der Statio und auch beim anschließenden Gottesdienst nicht nur Mitglieder der Gemeinde und der kirchlichen Gremien anwesend, sondern auch Vertreter der Stadt, aus dem öffentlichen Leben und von der evangelischen Gemeinde.

Eine letzte Eucharistiefeier konnte aufgrund der Schäden nicht mehr in St. Marien gefeiert werden. Daher ging lediglich eine kleine Abordnung gemeinsam mit dem Weihbischof und Pastor Lothar Anhalt in die Kirche, um dort das Ziborium mit den Hostien und das Ewige Licht herauszunehmen und in die benachbarte Kirche St. Martin zu bringen. Dort wurde dann ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert.

St. Martin ist die zweite Pfarrkirche der Gemeinde. In dem kleinen Kirchengebäude aus dem 13. Jahrhundert wird sich die Gemeinde weiterhin zu Gottesdiensten treffen. Weihbischof Peters formuliert in seiner Predigt einen Gedanken, von dem er hofft, dass dieser ein Stück weit tröstet: „Es ist kein Ausweichen hierher, eher ein Zurückkommen“.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dr. Herta Brinkmann las einen sehr persönlichen Nachruf auf die Kirche, in der sie sich seit Jahrzehnten engagierte, vor. „Deine Architektur hat polarisiert. Doch ich gehöre zu denen, die dem Raum, den du uns als Gotteshaus geboten hast, immer viel Gutes abgewinnen konnte.“ Sie erinnerte daran, wie viele Kirchenfeste, Familienfeiern darin begangen wurden oder große musikalische Veranstaltungen; wie sich Messdienerinnen und Messdiener, Küsterinnen und Küster und Ehrenamtliche um den Kirchraum kümmerten. „Doch die Schäden an deiner Bausubstanz übersteigen jetzt unsere finanziellen Kapazitäten. Wir danken dir, dass du uns ein Ort des Glaubens und der Gemeinschaft warst.“

Nach der Profanierung und der Entfernung aller vorhandenen Reliquien ist St. Marien nun ein weltliches Gebäude. „Was wird aus den viele Betonplatten, die zu einem Zelt Gottes aufgestellt wurden?“, fragte Peters in seiner Ansprache. Was in Zukunft mit der Kirche und dem Gelände geschehen wird, entscheidet die Stadt in enger Absprache mit dem Bistum Trier.
(PM)


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Linz am Rhein auf Facebook werden!


Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

Beliebte Artikel beim NR-Kurier


Region, Artikel vom 15.01.2021

Einbruchsversuch und Kennzeichendiebstahl

Einbruchsversuch und Kennzeichendiebstahl

Flüchtige Täter nach einem vermutlichen Einbruchsversuch bei einer Firma im Industriegebiet Urbach löste einen größeren Polizeieinsatz aus. Daneben sucht die Polizei noch Zeugen zu einem Kennzeichen-Diebstahl in Oberhonnefeld-Gierend.


Food-Akademie Neuwied investiert zwölf Millionen Euro in Neubau

In Neuwied entsteht derzeit ein bundesweit einmaliges Kompetenzzentrum Supermarkt, in dem Auszubildende sowie angehende Fach- und Führungskräfte die aktuellen technischen und laden-baulichen Innovationen erleben, begreifen. Lehrgangsteilnehmer werden hier praxisnah ausgebildet.


Region, Artikel vom 16.01.2021

DRK-Bilanz zur Impfung in Pflege- und Altenheimen

DRK-Bilanz zur Impfung in Pflege- und Altenheimen

DRK-Präsident Rainer Kaul zieht erste Bilanz von aufsuchenden Impfungen und Testungen von Alten- und Pflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz.


Region, Artikel vom 15.01.2021

Katze in Neuwied angeschossen

Katze in Neuwied angeschossen


Am 15. Januar wurde die Polizeiinspektion Neuwied durch Anwohner der Willi-Brückner-Straße in Neuwied über einen möglichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz informiert.


Gute Vorsätze in Corona-Zeiten: Experten geben Tipps

Neuwieder können am 27. Januar die kostenlose Hotline nutzen. DAK-Ärzte informieren über Strategien zum Durchhalten in diesen besonderen Zeiten.




Aktuelle Artikel aus der Kultur


„Puppets on strings“ - Geschichten und Musik

Rodenbach. Es sind Geschichten, die Mut und Hoffnung machen in einer Zeit von großer Veränderung und Neubeginn. Die Erzähler ...

Buchtipp: „Rummelplatz meiner Seele“ von Tina Hüsch

Dierdorf/Bad Marienberg. Die Westerwälder Buchstabenfee, der die Magie der Poesie zum Seelenplan geworden ist und die die ...

Ferdinand Röder - Ein spannendes Theaterleben im 19. Jahrhundert

Bad Honnef. Nachdem Röder zunächst auf den großen Bühnen der Weltstädte als gefeierter Schauspieler aufgetreten war und später ...

Buchtipp: „Die schönsten Radtouren der Eifel II“ von Nahrendorf & Boßmann

Dierdorf/Neuss/Hersdorf. Die Lektüre des Buches macht Lust auf die nächste Rad- oder Pedelectour. Die Corona-Pandemie wird ...

Leseprobe: Anekdoten aus Kindheit in den 60ern im Siegtal

Vorwort
Niemals hätte ich geglaubt, dass man tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen könnte. Aber es funktioniert ...

Buchtipp: „Falkensommer“ von Anna Maria Pieroth

Dierdorf/Wiesenburg. Die Sagen und Legenden des Mittelrheintals faszinierten Pieroth schon immer. Die düstere Sage über die ...

Weitere Artikel


Unkel lässt die Beine baumeln

Unkel. Insgesamt fünf dieser Baumelbänke sind zwischen Elsberg und Stuxmassiv vor allem im Hähnerbachtal platziert. Wie Landrat ...

Dierdorfer Straße leuchtet weihnachtlich

Neuwied. Aus dem vorgenannten Grund hatten, neben der Mittel-, Engerser-, Markt- und Schlossstraße auch Händler und Geschäftsleute ...

Polizei verfolgte Audi A4 durch Höhr-Grenzhausen und Bendorf

A 48 Anschlussstelle Höhr-Grenzhausen. Durch eine Streifenwagenbesatzung der Polizeiautobahnstation Montabaur sollte am 25. ...

Der Winter steht bevor - Zum ersten Advent kommt die Kälte

Region. Für den Westerwald gibt der Wetterdienst die nachstehende Vorhersage für das erste Adventswochenende heraus:
Samstag
Am ...

Land fördert Instandsetzung der Holzbachtalbahn

Region. „Das Land Rheinland-Pfalz will den Bahnverkehr im Land stärken, nicht nur im Personenverkehr. Der Güterverkehr auf ...

Radroutenplaner RLP im neuen Design mit mehr Funktionen

Mainz/Region. „Rheinland-Pfalz ist ein Fahrradland. Radwanderland.de enthält viele Informationen für die Radfahrerinnen und ...

Werbung