Werbung

Nachricht vom 18.11.2020    

Fraktionen Gemeinschaft arbeitet konstruktiv an Entwicklung der Stadt Dierdorf

SPD, FDP, FWG und Grüne im Stadtrat beteiligen sich aktiv an Gestaltungsprozessen in der Stadt Dierdorf. Es gab Einwände gegen eine mennonitische Grundschule in Wienau. Verbesserungsvorschläge gab es beim Bebauungsplan ehemals fürstlich-wiedische Gelände "Kupferhaus" an der Wied-Runkel-Straße.

Dierdorf. In seiner letzten Sitzung hatte der Stadtrat ein umfangreiches Programm abzuarbeiten. Der Rat war unter Wahrung der Sitzverhältnisse im Rat aus Coronagründen nur in verminderter, aber beschlussfähiger Zusammensetzung anwesend.

Neben dem Nachtragshaushalt standen fünf Bebauungspläne auf der Tagesordnung. Bei einem dieser Bebauungspläne ging es um den Plan der mennonitischen Brüdergemeinde in Dierdorf-Wienau, eine Grundschule mit Gemeindezentrum zu errichten. Hierüber kam es zu teilweise kontroversen Diskussionen. Die SPD-Fraktion sieht in dem Vorhaben eine unnötige Abspaltung einer Bevölkerungsgruppe vom vorhandenen, qualitativ hochwertigen Schulangebot in Dierdorf. Dies führe nicht zur Integration, sondern zur Abschottung einer religiösen Glaubensgemeinschaft. Eine Notwendigkeit zum Bau einer weiteren Grundschule bestehe nicht.

Die FDP Fraktion sieht in dem geplanten Schulneubau ebenfalls keinen weiteren Schritt zur Integration und dadurch die übrigen Schulen in der Stadt und damit den Schulstandort Dierdorf insgesamt geschwächt. Gleichzeitig wies die FDP Fraktion aber darauf hin, dass die Entscheidung zur Errichtung der geplanten Schule nicht in der Entscheidungshoheit des Stadtrates liegt. Dies ist gesetzlich bereits geregelt und die Genehmigung zur Errichtung dieser Schule wird von der Schulaufsicht – der ADD – im Rahmen der vorgegebenen Richtlinien erteilt oder versagt.

Der Stadtrat hat lediglich bei der baurechtlichen Gestaltung ein Mitspracherecht. Daher sieht die FDP Fraktion den vorgelegten Beschluss nicht als Vorfestlegung, sondern erst mal als Prüfauftrag, über den dann in weiteren Schritten im Rat entschieden wird. Baurecht entsteht erst ganz am Ende, wenn abschließend ein Satzungsbeschluss gefasst würde.



Die FWG-Fraktion äußerte Unverständnis für die Aussage von Vertretern der mennonitischen Brüdergemeinde (basierend auf deren biblisch-pädagogischem Konzept), dass Gott in sechs Tagen die Welt erschaffen habe. Dies könne Kindern in der heutigen, aufgeklärten Zeit nicht mehr vermittelt werden. Mit der Stimmenmehrheit dieser vier Fraktionen wurde dieser Tagesordnungspunkt auf eine spätere Ratssitzung verschoben, da eine solche Entscheidung vom gesamten Stadtrat getroffen werden sollte.

Bei der Beratung über einen weiteren Bebauungsplan in Dierdorf, das ehemals fürstlich-wiedische Gelände "Kupferhaus" an der Wied-Runkel-Straße, brachten die Ratsmitglieder der Fraktionen Gemeinschaft wesentliche Verbesserungsvorschläge ein. So verpflichtete sich der Bauherr aufgrund von Hinweisen der SPD-Fraktion zum Bau von zwei jeweils 30 Quadratmeter großen Spielplätzen auf dem Gelände. Dort sollen insgesamt 27 Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern entstehen. Auch wird auf das Anlegen von Schottergärten verzichtet, wie von der SPD-Fraktion und den Grünen gewünscht.

Eine Mauer als Einfriedung des Geländes wird es ebenfalls nicht geben, was auf einen Klimaschutzeinwand der Grünen-Fraktion zurückgeht. Die FDP-Ratsmitglieder hatten die Bauhöhen thematisiert und den Planer mit einem konstruktiven Vorschlag für die Anpassung an die Geländesituation und die umgebende Bebauung unterstützt.
(PM)


Lokales: Dierdorf & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Politik


Landrat Hallerbach fordert Kurswechsel bei doppelter Staatsbürgerschaft

Im Landkreis Neuwied steigen die Einbürgerungszahlen auf Rekordniveau. Landrat Achim Hallerbach sieht ...

Bundestagsabgeordnete Ellen Demuth begrüßt neues Qualitätsgesetz für Kitas

Ein neues Bundesgesetz soll die frühkindliche Bildung bundesweit vereinheitlichen und gezielt verbessern. ...

Prof. Dr. Norbert Lammert spricht am Rhein-Wied-Gymnasium in Neuwied

Das Rhein-Wied-Gymnasium in Neuwied setzt seine Veranstaltungsreihe der Rhein-Wieder Gespräche fort. ...

Erpeler Gespräch mit Jürgen Schmied: Diskussion über die Mobilität der Zukunft

Am 15. September 2026 lädt der CDU-Landtagsabgeordnete Jürgen Schmied zu einem spannenden Diskussionsabend ...

CDU Rheinland-Pfalz bleibt standhaft: Kein Treffen mit Merz geplant

Die rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktion hält an ihrer Entscheidung fest, Parteichef und Bundeskanzler ...

Politiker laden zur Bürgersprechstunde nach Wissen ein

Am 18. September 2026 haben alle Bürger die Gelegenheit, ihre Anliegen direkt mit der Bundestagsabgeordneten ...

Weitere Artikel


Sankt Martin in Stebach trotz(t) Corona

In diesem Jahr ermöglichte die Stebacher Initiative „Mach mit, mach Dorf“ die Durchführung einer Sankt ...

Kommt Nico Traut bei "The Voice of Germany" weiter?

Terminänderung: Entgegen der Ankündigung auf der Homepage von Pro 7 wird Nico Traut erst am Donnerstag, ...

Alter Friedhof in Bad Honnef wieder mit schönem Entree

Der Eingang vom Alten Friedhof ist wieder würdig und passend, denn Tor und Mauer sind nach dem Sturmschaden ...

Erstes Neuwieder Wimmelbuch ist fertig

Mehr als 500 Wimmelbücher soll es in Deutschland geben, etliche Städte zeigen in quirligen Comic-Bildern ...

Zoo Neuwied hat nun ein Tigerweibchen für Ivo

Für viele Besucher des Zoo Neuwied ist der Sibirische Tiger eines ihrer Lieblingstiere. Entsprechend ...

Landrat freut sich über 200.000 Euro für Digitalprojekt

Erfreuliche Nachrichten gab es kürzlich für Landrat Achim Hallerbach aus dem Bundesministerium für Ernährung ...

Werbung