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Nachricht vom 09.11.2020    

Puderbach gedenkt des Pogroms

Seligmann Salomon, Thekla Baer, Louis Baer, Irene Silva Baer, Ilse Baer, Hermann Wolf, Mathilde Wolf, Ilse Wolf und Günter Wolf - sie gehörten zu den Opfern des Pogroms am 10. November 1938, bei dem auch in dem beschaulichen Puderbach Häuser geplündert, die Synagoge gebrandschatzt wurde und Menschen für ihren Glauben geschlagen, gequält und verhaftet wurden.

Puderbach. Diese Namen, an die seit 2017 mit Stolpersteinen in der Puderbacher Ortsmitte erinnert wird, stehen stellvertretend für die noch viel größere Zahl unserer Mitbürger, die den Folterern zum Opfer fielen. Sie waren meist gebürtige Puderbacher, wurden von den Schergen des Naziregimes aus ihren Lebenszusammenhängen gerissen und letztlich deportiert - und starben in Riga oder Minsk oder irgendwo in Polen, sei es Auschwitz oder Treblinka.

Es ist seit Jahren eine gute Tradition in der Gemeinde, am Abend des grässlichen Geschehens am Platz der ehemaligen Synagoge in der Barentoner Straße dieser unserer Mitbürger zu gedenken. Auch 2020 - 82 Jahre später - sollen diese Menschen nicht vergessen sein und in unserer Erinnerung lebendig bleiben. Am Ende hätten etliche von ihnen - denen man schon ihnen ihre Puderbacher Heimat verweigert hatte - in fremden, sicheren Ländern Zuflucht finden können. Aber schon damals versuchte die ganze Welt, sich abzuschotten und die simpelsten Gebote der Menschlichkeit zu missachten. Viele Länder verweigerten die Aufnahme der Flüchtenden, vor allem, wenn sie nicht mit reichlichen finanziellen Mitteln gesegnet waren.




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Umso wichtiger ist heute die Empathie und Fürsorge für die über 60 Millionen Menschen, die aus Kriegsgebieten und Hungerzonen ihre Heimat verlassen müssen. Die europäische Union - ungeachtet ihres Friedensnobelpreises - wartet auf eine gesamteuropäische Verteilungslösung, die aber mit populistischen Regimes wie in Polen oder Ungarn wohl nie kommen wird. Deshalb ist es für uns Puderbacher so bedeutsam, Puderbach zum "sicheren Hafen" für Flüchtende zu erklären und unsere Bereitschaft zu demonstrieren, diesen Menschen in Not zu helfen und sie als Mitmenschen in unsere Mitte aufzunehmen. Es sind alle Puderbacher Bürger aufgerufen, sich für diese symbolische Erklärung einzusetzen und dieses Anliegen zu unterstützen.


Lokales: Puderbach & Umgebung
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