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Nachricht vom 05.11.2020    

Agentur für Arbeit zieht Bilanz des Ausbildungsjahres 2019/2020

In den vergangenen Wochen haben viele Betriebe in der Region Zuwachs bekommen: Die neuen Auszubildenden haben ihre Lehrstellen angetreten. Das Ausbildungsjahr 2019/2020 ist statistisch zum 30. September 2020 abgeschlossen. Für die Agentur für Arbeit in Neuwied ist das traditionell der Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen. Und die fällt– trotz des Einflusses der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft - gar nicht so schlecht aus.

Symbolfoto

Neuwied. Die beste Nachricht zuerst: Nur 37 der 1.830 jungen Leute, die in den vergangenen zwölf Monaten auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bei der Arbeitsagentur vorsprachen, sind „übrig geblieben“. Im Jahr zuvor waren es 16 Bewerber von einer Gesamtbewerberzahl von 2.110 jungen Menschen. „Das bedeutet jedoch nicht, dass alle anderen 1.793 Bewerber in diesem Jahr auch tatsächlich eine betriebliche Ausbildung begonnen haben“, bremst Agenturleiter Karl-Ernst Starfeld allzu großen Optimismus.

In eine betriebliche Ausbildung sind bisher 993, also rund 54,3 Prozent der bei der Agentur geführten Bewerber, eingemündet. Die übrigen haben sich für eine Alternative entschieden: so gehen 271 weiter zur Schule oder haben ein Studium begonnen, 38 absolvieren Bundeswehr, Zivildienst oder Freiwilliges Soziales Jahr, 113 haben ohne Ausbildung eine Arbeitsstelle angenommen. 93 Mädchen und Jungen sind aber auch in Fördermaßnahmen der Agentur – wie Berufsvorbereitung oder Einstiegsqualifizierung – untergekommen. Und dann gibt es auch noch diejenigen Jugendlichen, die auch auf wiederholte Anschreiben und Einladungen nicht reagierten. „Im günstigsten Fall haben diese jungen Leute ohne unsere Hilfe eine Ausbildungsstelle gefunden und nur `vergessen´, sich abzumelden“, hofft Dr. Marianne Wirth, Teamleiterin der Berufsberatung bei der Arbeitsagentur Neuwied.

Die Gesamtlage am Ausbildungsmarkt entwickelt sich hin zu einem „Bewerbermarkt“. In diesem Jahr lag die Zahl der Bewerber mit 1.830 Jugendlichen um 13,3 Prozent unter dem Vorjahr. Trotz seit Jahren sinkender Bewerberzahlen bleibt die Ausbildungsbereitschaft der regionalen Unternehmen ungebrochen. Die Zahl der gemeldeten Stellen nahm von 2.124 in 2018/2019 um lediglich 4 Stellen auf 2.120 ab. Kamen im Vorjahr statistisch betrachtet noch 1,01 Lehrstellen auf einen Bewerber, so waren es diesmal 1,16 Stellen pro Bewerber. „Vor allem der Rückgang bei den Schulabgängern macht deutlich, wie schnell sich der demografische Wandel bereits jetzt bei den Bewerberzahlen niederschlägt. Deshalb freut mich besonders, dass viele Unternehmen trotz der Corona-Pandemie an die Einstellung eines Auszubildenden gedacht haben. Denn die Zahl der Schulabgänger wird in den nächsten Jahren weiter zurückgehen, bereits jetzt haben viele Betriebe Schwierigkeiten, den passenden Auszubildenden zu finden“, sagt Karl-Ernst Starfeld. In diesem Jahr konnten 296 Ausbildungsstellen bis zum Stichtag 30.09. nicht besetzt werden. Dies ist ein Anstieg um 41,6 Prozent zum Vorjahr.



Für diesen ungewöhnlich hohen Unterschied hat allerdings auch die Corona-Pandemie gesorgt; der Lockdown, in dem kaum Bewerbungsgespräche stattfanden, wirtschaftliche Sorgen auf Seiten der Unternehmen und Unsicherheiten bei den Schülern haben die Besetzung der Stellen erschwert. „Viele Stellen wurden bis in den späten September hinein erst besetzt“, sagt Dr. Marianne Wirth. „Die Pandemie hat auf jeden Fall auch für eine Verzögerung der Bewerberauswahl und -einstellung gesorgt. Aber auch jetzt ist es noch möglich, den ein oder anderen Bewerber in eine Ausbildung zu vermitteln.“

Auch wenn aufgrund der aktuellen Corona-Situation die Berufsberater der Arbeitsagenturen nicht in den Schulen unterwegs sind und die Arbeitsagentur mit dem BiZ (Berufsinformationszentrum) derzeit noch geschlossen ist, rät die Expertin den Schülerinnen und Schülern, die 2021 ihren Schulabschluss machen, sich möglichst frühzeitig zu orientieren und zu bewerben. Informationen, Beratung und Stellenangebote erhalten die Jugendlichen über die Berufsberatung. Die lokale Hotline ist über 02631 891 891 oder 0800 45555 00 erreichbar. Außerdem ist vor wenigen Tagen die Videoberatung der Berufsberatung gestartet, hierfür können die Schülerinnen und Schüler gerne einen Termin vereinbaren.

Auch das digitale Angebot wurde weiter ausgebaut. So fand in diesem Jahr bereits ein virtuelles Azubi-Speed Dating in Neuwied statt, und auch am 26. November wird die Berufsorientierungsmesse ABOM für den Kreis Altenkirchen erstmals in digitaler Form stattfinden.

Mit dem Selbsterkundungstool „CheckU“ der Bundesagentur für Arbeit kann man nicht nur ein Kompetenzprofil erstellen, sondern gleich auch nach passenden Studiengängen und Ausbildungsplätzen suchen.

Betriebe können den Arbeitgeberservice unter 0800 45555 20 erreichen und frühzeitig ihre vakanten Ausbildungsstellen melden, um die Erfolgschancen zu maximieren. „Arbeitgeber sollten nicht zu lange warten, bis sie aktiv werden. Die meisten Jugendlichen schließen bereits früh ihre Verträge mit den Ausbildungsbetrieben ab“, rät Karl-Ernst Starfeld.


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