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Nachricht vom 18.10.2020    

Buchtipp: „Die Schrecken des Pan“ von Ursula Neeb

„Er hatte sie zur Feier des Tages zum Fünf-Uhr-Tee in den Wintergarten des noblen Seehotels eingeladen und sie schwebte regelrecht in den siebten Himmel, als ihnen der livrierte Kellner die Prinzessinnentorte servierte, deren Anblick ein Traum war“, lautet der erste Satz des Prologs. Der Kriminalroman entführt die Leser in das Jahr 1923 und in ein mondänes Seebad vor den Toren Londons, wo die britische adlige High Society nach dem Ersten Weltkrieg, dem „Großen Krieg“, die Sommerfrische zu genießen pflegt.

Buchtitel. Foto: Verlag

Dierdorf/Hamburg. Doch die Idylle hat Risse, denn auch eine exklusive Suchtklinik für reiche und einflussreiche Prominente befindet sich im Badeort und genau auf deren Gelände wird eine enthauptete und kastrierte Männerleiche gefunden. In Verdacht gerät schnell der Magier und Okkultisten-Altmeister Aleister Crowley, weil auch im sizilianischen Cefalú, wo er in einer „Kathedrale“ mit Sektenmitgliedern residierte, genau solche Morde verübt worden waren. Ist Cowley der Mörder? Der Psychiater des Sanatoriums analysiert Crowleys Charakter: „Da bin ich mir nicht so sicher….Aber er ist zweifellos eine narzisstische Persönlichkeit, äußerst dominant und manipulativ, mit eindeutig sadistischen Zügen – von daher kann man es auch nicht ganz ausschließen. In Cefalú pflegte Crowley in einer Abtei seine Sekte mit Okkultismus, Drogen, Sex und Hypnose zu manipulieren. Aber er befand sich bereits zum Entzug im englischen Holloway-Sanatorium, als die Morde auf Sizilien verübt wurden.

Scotland Yard ermittelt, aber der alles bestimmende Adel macht dem integren Inspektor die Arbeit sehr schwer. Die junge Krankenschwester Maureen Morgan, die mit viel Empathie und Menschenkenntnis die Patienten der Suchtklinik betreut, stellt ihre eigenen Ermittlungen an und gerät schnell auf die richtige Spur. Damit gerät sie aber auch in Lebensgefahr.




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Pan, der Hirtengott aus der griechischen Mythologie, der für den Begriff „panisch“ verantwortlich ist, ist der Gestalt nach ein Mischwesen aus Menschenoberkörper und dem Unterkörper eines Widders oder eines Ziegenbocks. Pan wird auch dem Gefolge des Dionysos, des Gottes der Fruchtbarkeit und der Ekstase zugeordnet, wo er mit seiner Flöte musiziert und so die feiernde Gefolgschaft bereichert und für seine Wollust bekannt ist. Okkultist Aleister Crowley verdächtigt seinen „Bruder Pan“ der Morde. Doch wer ist das?

Welche Rolle spielt die Tigerlady Betty May, die die Regenbogenpresse mit Informationen füttert? Treibt der junge Psychiater Joe mit Schwester Maureen, die sich gerade erst von persönlichen Tiefschlägen erholt hat, ein perfides Spiel? Mysteriöse Personen und Ereignisse halten den Spannungsbogen hoch.

Mit weiser Voraussicht schrieb Edgar Allan Poe (1809-1849): „Erstaunlich, dass der Mensch nur hinter seiner Maske ganz er selbst ist.“ Das Zitat stellt die Autorin ihrem packenden Roman voran.

Erschienen ist der viktorianische Krimi beim Dryas Verlag als Taschenbuch, ISBN 978-3-948483-19-7 und als E-Book, ISBN 978-3-948483-20-3. htv


Mehr dazu:   Buchtipps  
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