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Nachricht vom 18.08.2020    

Tumor-Operation ohne Vollnarkose

Menschen, denen ein operativer Eingriff bevorsteht, setzen sich auch mit dem Thema Narkose auseinander. Die moderne Anästhesie bietet vielfältige Möglichkeiten, unter anderem auch die sogenannte Regionalanästhesie, mit deren Hilfe nur bestimmte Körperbereiche betäubt werden. In Kombination mit schonenden Operationsverfahren macht sie es möglich, dass die Urologen im Evang. Krankenhaus Dierdorf/Selters (KHDS) ihren Patienten auch bei komplexen beckenchirurgischen Eingriffen die Vollnarkose ersparen können.

Guido Wernert, Geschäftsführer Evang. Krankenhaus Dierdorf/Selters (KHDS), Miriam Eulenpesch stv. KHDS-Geschäftsführerin, Dr. med. Alexander Höinghaus, KHDS-Chefarzt Urologie, Prof. Dr. med. Dr. h. c. Herbert Rübben und Dr. med. Reinhold Ostwald, Ärztlicher Direktor des KHDS. Nicht im Bild: Dr. med. Gert Schindler. Foto: privat

Dierdorf/Selters. „Der Patient hat je nach Wunsch die Möglichkeit, den Eingriff in einer Periduralanästhesie (PDA) - also einer regionalen Betäubung - anstatt einer Vollnarkose durchführen zu lassen“, erklärt Dr. med. Alexander Höinghaus, einer der Chefärzte der Urologie im KHDS. „Somit ist die Menge an Narkosemitteln sehr gering zu halten und das Nebenwirkungsspektrum deutlich geringer als bei der konventionellen Vollnarkose“, so der Mediziner weiter.

Schonend und ohne künstliche Beatmung
Die PDA ist eine Form der Regionalanästhesie, die das Schmerzempfinden an den betroffenen Stellen auch ohne Vollnarkose ausschaltet. Dazu wird ein betäubendes Lokalanästhetikum über eine Nadel in eine Gewebeschicht in der Nähe des Rückenmarks injiziert, der Patient spürt in der unteren Körperhälfte nichts mehr. Bekannt ist das Verfahren vor allem aus der Gynäkologie. Dort ist die Form der Anästhesie ein Hilfsmittel, um Frauen eine sanftere Geburt zu ermöglichen. Doch mittlerweile gibt es auch andere Einsatzgebiete: „Mit Hilfe der PDA ist es uns möglich, Eingriffe behutsam vorzunehmen, ohne dass der Patient künstlich beatmet werden muss“, erläutert Dr. med. Alexander Höinghaus, der gemeinsam mit Dr. med. Gert Schindler die Urologie im KHDS leitet. Die beiden Mediziner werden urologische Eingriffe in Kombination mit der Regionalanästhesie am KHDS perspektivisch weiter ausbauen, um den Patienten schonende Alternativen zu bieten. Das Verfahren findet Anwendung, wenn etwa die Prostata oder die Harnblase aufgrund einer Erkrankung entfernt werden muss.

Operation gemeinsam mit einem der renommiertesten deutschen Uroonkologen
Jüngst wurde ein urologischer Eingriff mit PDA gemeinsam mit Professor Dr. med. Dr. h. c. Herbert Rübben im KHDS durchgeführt. Ausgezeichnet mit der Maximilian Nitze-Medaille, der höchsten Ehrung der Deutschen Gesellschaft für Urologie sowie als Herausgeber des Standardwerkes zur Uroonkologie, und als Mitglied der Leitlinienkommission zur Prostatakarzinom-Früherkennung ist Professor Dr. med. Herbert Rübben einer der renommiertesten deutschen Uroonkologen und emeritierter Lehrstuhlinhaber für Urologie an der Universität Essen.




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„Dass Herr Professor Rübben uns hier in Dierdorf besucht ist eine Konsequenz aus einer langjährigen Verbindung, welche von unserem Ärztlichen Direktor Herrn Dr. med. Reinhold Ostwald initiiert sowie gepflegt wurde und von mir weitergeführt wird“, erläutert Dr. med. Alexander Höinghaus. Gemeinsam mit seinem Chefarzt-Kollegen Dr. med. Gert Schindler freuen sich die Mediziner darüber, dass Professor Dr. med. Rübben in Dierdorf zu Gast ist, da er ein herausragendes medizinisches Wissen und menschliches Handeln auf sich vereint. Deutschlandweit und darüber hinaus wird der Professor der Urologie aufgrund seiner wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiet der Urologie und seiner persönlicher Einsatzbereitschaft geschätzt. Diese besonderen Eigenschaften können Klinikleitung, Mediziner und Mitarbeiter sowie die Patienten des KHDS dankend bestätigen und machen den Austausch mit Professor Dr. Rübben zu einem wertvollen Bestandteil des leistungsfähigen medizinischen Netzwerks der Klinik. Guido Wernert, Geschäftsführer des KHDS betonte: „Diese Form von Wissenstransfer ist für uns ein wesentlicher Faktor bei der Entwicklung innovativer Behandlungsformen und der hochqualifizierten medizinischen Versorgung unserer Patienten.“ Denn das Wohl der Patientinnen und Patienten steht im KHDS stets im Vordergrund.
(PM)


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