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Nachricht vom 05.08.2020    

SWN: Keine Ausbildung abgesagt - Große Umstellung

Mehrere Wochen arbeitete der Krisenstab der Stadtwerke Neuwied (SWN) auf Hochtouren, um die Versorgungssicherheit, den Gesundheits- und den Arbeitsschutz zu gewährleisten. Zugleich stand man vor der Frage: Kann man die hohen Ausbildungsstandards gewährleisten? Wird überhaupt weiter ausgebildet? Letztlich war es keine Frage des „Ob“, sondern: „Wie bekommen wir das hin?“

Zwölf Auszubildende für sieben Berufe wurden in diesem Jahr eingestellt. Auch am ersten Tag beim gemeinsamen Foto heißt es schon: Abstand halten. Foto: SWN

Neuwied. „Corona hat allen einiges abverlangt, auch unseren Auszubildenden“, sagt Personalchef Dirk Reuschenbach. Schule, Prüfungen, Werksunterricht oder Arbeitseinsätze: „Uns war schnell klar, dass uns Vorsorgemaßnahmen und Abstandsregelungen in allen Bereichen des laufenden Ausbildungsbetriebs treffen.“

Ein erster Schritt war, dass für die angehenden Industriekaufleute die üblichen Abteilungswechsel zunächst gestrichen wurden, die sonst so wichtig für einen umfassenden Einblick in alle Betriebsbereiche sind: „Auf Grund der Neueinarbeitung in Arbeitsabläufe und Programme wäre es schwer gewesen, den Mindestabstand einzuhalten. Im Mai hatten wir dann zusätzliche Räume.“

Doch auch Prüfungen wurden verschoben, Schule fiel ebenso aus wie der innerbetriebliche Werksunterricht, berichten die Azubis Ana Elisa Polo Lopez und Mirko Haupt: „Während in vielen anderen Betrieben Arbeit angesagt war, wurden wir jedoch freigestellt, um Lernmaterialien durchzuarbeiten.“ Inzwischen findet der Werksunterricht wieder statt: Kleinere Gruppen, größere Räume sind das Gebot der Stunde. Kommt es nach den Ferien zu Schulausfällen, ist wieder „Homeschooling“ angesagt.

Zum Glück waren die Einstellungsverfahren für die zwölf neuen Auszubildenden noch nicht von Corona berührt, sagt Ausbildungsleiterin Sarah Schmitz. Doch die sonst dreitägige Einführungsveranstaltung wird auf zwei Gruppen verteilt und nun an einem Tag mit den wichtigsten Infos abgewickelt: „Die Besichtigungen der Außenstellen, weitere Präsentationen zur Energiewirtschaft oder Gruppenarbeiten sind zumindest verschoben, da wir hier nicht die Hygiene- und Abstandregeln einhalten könnten.“ Auf Ausbildung zu verzichten, kam indes weder für SWN, SBN oder Deichwelle infrage, sagt Personalchef Reuschenbach: „Wir können die jungen Leute ja nicht auf der Straße stehen lassen.“ Selbst für die Deichwelle war klar, dass ausgebildet wird, auch wenn gerade Kurzarbeit angesagt ist.



Mehr Aufwand wird das Einstellungsverfahren für 2021 machen. Zumindest stellt man sich darauf ein. „Wir werden die Einstellungstest in kleineren Gruppen und in angemessenen großen Räumen mit genügend Sicherheitsabstand machen. Wir müssen mehr Termine einplanen.“ 18 Ausbildungsplätze will man besetzen, aber auf die Einstellungspraktika wird man voraussichtlich verzichten müssen. „Das ist schade, da das persönliche Kennenlernen und das Kennenlernen des Betriebes ausfallen, was für beide immer sehr wichtig war und ist.“ Und sollte es eine zweite Coronawelle geben, werde man kurzfristig umplanen. Ob Onlinetest oder Vorstellungsgespräch per Videokonferenz: „Wir bevorzugen einfach noch das menschliche und den persönlichen Kontakt, daher wollen wir gerne unsere bewährten Verfahren beibehalten.“ Infos für das Ausbildungsjahr 2021 unter www.swn-neuwied.de/ausbildung .


Lokales: Neuwied & Umgebung
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