Werbung

Nachricht vom 01.07.2020    

Reise für Trauernde bot viele Lichtblicke - Teilnehmerin berichtet

Die Urlaubszeit ist ja bekanntlich die schönste Zeit des Jahres: Einfach mal zu neuen Ufern aufbrechen, neue Wege und Landschaften erkunden, den Alltag hinter sich lassen und Kraft tanken. Doch was ist, wenn ein geliebter Angehöriger, mit dem man viele Jahre lang die Ferien gemeinsam verbracht hat, nicht mehr da ist?

Stefanie Rämer vor dem Wilhelm-Busch-Musuem, das auch im Rahmen der Auszeitreise besichtigt wurde. Foto: privat

Kreis Neuwied. Wie der Urlaub auch nach dem Tod eines nahen Menschen und mit der eigenen Trauer im Gepäck gelingen kann, weiß Stefanie Rämer aus Neuwied. Die 59-Jährige hatte im vergangenen Herbst an einer Auszeitreise für Trauernde teilgenommen. Dazu eingeladen hatten der Neuwieder Hospizverein und Mosaik-Reisen. Ziel war das Steinhuder Meer.

„Ich hatte von der Auszeit-Reise gelesen und mir gedacht, dass sie vielleicht schön werden könnte“, erinnert sich Stefanie Rämer. Vor rund vier Jahren war ihr Mann Ulrich verstorben, zwischenzeitlich war Stefanie Rämer schon einmal allein verreist. „Ich hatte damals einen Kururlaub gebucht“, erzählt sie. Doch dort kam sie sich unter den vielen Ehe- und Freundespaaren verloren vor.

Die Reise ans Steinhuder Meer wollte eine Bekannte mit ihr gemeinsam antreten. „Zunächst war ich skeptisch und ich befürchtete, dass ich vielleicht durch die anderen Trauernden runtergezogen und alles zu tiefgreifend würde“, sagt Stefanie Rämer. Doch schnell sollte sich herausstellen, dass ihre Befürchtungen nicht eintrafen. Im Gegenteil. Durch ein Treffen aller Teilnehmer vor Beginn der Reise lernten sich die Männer und Frauen schon einmal kennen. Man war sich also nicht mehr fremd. Und: „Jeder hatte Verständnis. Ich konnte mich mit den anderen austauschen“. Stefanie Rämer erfuhr auch, wie gut es tat, angeleitet zu werden und sich einmal um nichts kümmern zu müssen.

Ansprechpartner fand sie nicht nur in den anderen Reisenden, sondern auch in den Begleiterinnen, die Programmangebote machten und für alle immer ein offenes Ohr hatten. Mit täglich kleinen Impulsen, die den Trauernden ermöglichen konnten, eine gemeinsame Aus- und Erinnerungszeit zu nehmen, wurde ein geschützter Raum geschaffen. Ein Raum, in dem Entspannung und neue Perspektiven für das Leben mit der Trauer gefunden werden konnten. Und auch gemeinsame Ausflüge sollten nicht zu kurz kommen. „Jeder konnte die Angebote nach eigenem Ermessen annehmen“, so Rämer.

Sie selbst erfuhr Geborgenheit und bekam durch den Austausch mit Außenstehenden den Impuls, in ihrer eigenen Trauer einfach mal einen anderen Blick einzunehmen. „So konnte ich auch Positives sehen und erkennen, was daraus wachsen kann“. Stefanie Rämer erinnert sich beispielsweise noch an jenen Moment, als sie in einer Kapelle von ihrer Trauer überwältigt wurde und das Gefühl hatte, ihren Mann loslassen zu müssen. „Da fragte mich die Trauerbegleiterin, ob es denn nicht einfacher für mich ist, meinen Mann freizulassen. Dieser Gedanke war für mich viel erträglicher und die Situation erschien auf einmal nicht mehr so schwer“, sagt sie.

Viele Bilder erinnern Stefanie Rämer an ihre Reise ans Steinhuder Meer. Gerne blättert sie in dem liebevoll gestalteten Fotoalbum und denkt an alle Mitreisenden zurück. Wenn die Männer und Frauen auch ganz unterschiedlichen Alters waren, so haben sie sich doch alle gut verstanden und stehen auch heute noch in Kontakt.

Stefanie Rämer jedenfalls weiß, dass sie noch einmal mitfahren möchte ans Steinhuder Meer. Dorthin, wo sich ihr neue Horizonte eröffnet haben und sie sich der Gewissheit bewusst wurde: „Der Boden trägt mich auf dem Weg des Vertrauens“.

Wenn Gruppenreisen wieder möglich sein dürfen, bietet der Neuwieder Hospizverein in Zusammenarbeit mit Mosaik-Reisen vom 27. bis 31. Oktober wieder eine Auszeitreise für Trauernde an. Informationen und Anmeldung bei Mosaik Reisen, Telefon 02631-347 0881 oder beim Hospizverein Neuwied, Telefon 02631- 344 214.




Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!


Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

Beliebte Artikel beim NR-Kurier


Coronafall an der Römerwall-Schule - 120 Personen in Quarantäne

Nachdem am gestrigen Mittwoch kein neuer Fall gemeldet wurde, gibt es am heutigen Donnerstag, den 17. September vier neue Fälle. Darunter ist auch ein Fall an der Römerwall-Schule in Rheinbrohl. Aktuell sind 120 Kontaktpersonen der Kategorie 1 ermittelt und in Quarantäne versetzt worden. Die Testungen erfolgen zeitnah.


Kompletter Bretterverschlag oder Hütte im Wald entsorgt

Eine umfangreiche Menge Müll haben Unbekannte an der Kirchberghütte „entsorgt“. Dabei handelt es sich offenbar um Teile eines großen Bretterverschlags oder einer Hütte. Die Servicebetriebe Neuwied (SBN) mussten mit einem LKW anrücken, um die Teile einzusammeln und abzufahren.


Feuerwehren retten gehbehinderten PKW-Fahrer aus misslicher Lage

In dem Isenburger Ortsteil Siedlung kam es am Donnerstag, den 17. September zu einem Unfall, der einen Feuerwehreinsatz erforderlich machte. Ein PKW war von der Straße abgekommen und erst in einem steilen Hang zum Stehen gekommen. Da der Fahrer gehbehindert ist, konnte er sich nicht selbst befreien.


Waldbrand an gleicher Stelle – L 272 zeitweise voll gesperrt

Am Freitag, 18. September, wurden mehrere Feuerwehren der Verbandsgemeinde Asbach gegen 15.05 Uhr alarmiert. Gemeldet war ein Waldbrand im Bereich Asbach Altenburg. Wie sich schnell herausstellte lag die Einsatzstelle aber im Bereich Rott. Daraufhin wurden Wehren aus der VG Altenkirchen-Flammersfeld ebenfalls alarmiert.


Region, Artikel vom 18.09.2020

Corona-Praxis der VG Bad Hönningen zieht um

Corona-Praxis der VG Bad Hönningen zieht um

Ab dem 28. September 2020 zieht die Corona-Praxis der Verbandsgemeinde Bad Hönningen von der Bad Hönninger Sprudelhalle in die Räumlichkeiten des ehemaligen Kindergartens St. Suitbert, Hauptstraße 96, 56598 Rheinbrohl um. Am heutigen Freitag (18. September) gab es in der Stadt Neuwied einen neuen Coronafall.




Aktuelle Artikel aus der Region


Intensiver Austausch zwischen Wirtschaft und Stadtspitze

Neuwied. Alle Beteiligten stimmten darin überein, künftig regelmäßiger über Ideen, Pläne und Anliegen zu kommunizieren, um ...

Waldbrand an gleicher Stelle – L 272 zeitweise voll gesperrt

Rott. An der gleichen Örtlichkeit, an der es am Samstag, 12. September, bereits gebrannt hatte, entstand erneut ein größerer ...

Corona-Praxis der VG Bad Hönningen zieht um

Bad Hönningen/Neuwied. Die Corona-Praxis wird von in der Verbandsgemeinde niedergelassenen Ärzten betrieben. Termine sind ...

Mit Sicherheit gut versorgt

Dierdorf/Selters. Das Zertifizierungsverfahren erfolgte durch das mre-netz regio rhein-ahr mit seiner Koordinierungsstelle ...

Museumsgärtner Philipp Messingfeld verstorben

Rheinbreitbach. Ob als Fachmann am Grill, Reibekuchenbäcker, Glühweinkocher, Weinfassschröter und Handwerker am Heimathaus, ...

Kompletter Bretterverschlag oder Hütte im Wald entsorgt

Neuwied. Teamleiter Kai Poveleit kann angesichts solcher Aktionen nur mit dem Kopf schütteln: „Wir haben in Neuwied einen ...

Weitere Artikel


Üppiger Zichorien-Strauch wächst auf Altem Friedhof

Neuwied. Der 1783 in Neuwied geborene Reusch wollte zwar zunächst Architekt werden, stieg aber dann zu einem weithin bekannten ...

Ferienzeit, Reisezeit - Die Polizei will, dass Sie SICHER ankommen

Region. Damit aber der geplante Ausflug oder die Urlaubsfahrt auch wunschgemäß verlaufen, sollten Sie sich vorbereiten:

Prüfen ...

Westerwälder Rezepte: Roulade mit Erdbeer-Sahne-Füllung

Vollreifes Obst ist immer ein Garant für einen schmackhaften Kuchen, besonders in Kombination mit Schlagsahne und einem fluffig-leichten ...

Zugspitzevent – 2.966 Höhenmeter für einen guten Zweck

Hachenburg. Von Niederbreitbach bis hoch nach Kurtscheid sind es ungefähr 280 Höhenmeter. Also musste diese Strecke 10,5-mal ...

Noch keine Entwarnung, aber: Arbeitslosenzahl steigt langsamer

Neuwied. Demnach steigt die Zahl der Arbeitslosen zwar im Juni deutlich geringer an als noch im Mai und April – mit 10.038 ...

Bürgerbus in der VG Asbach wieder unterwegs

Asbach. „Am 29. Juni starten wir mit einem Telefontag und am 30. Juni starten wir wieder mit dem ersten Fahrtag nach der ...

Werbung