Wandertipp: Fünf-Weiher-Wanderung an der Westerwälder Seenplatte
Von Axel Griebling
Auf der elf Kilometer langen Rundwanderung gilt es, fünf Weiher der Westerwälder Seenplatte zu erkunden. Und an jedem der fünf Seen wird man, je nach Tages- und Jahreszeit, mit einem unbeschreiblichen Froschkonzert, durch eine Vielfalt an Wasservögeln und von quakenden Enten begrüßt. Dabei führt die Rundwanderung größtenteils über ebenes Gelände und ist auch für weniger Geübte leicht zu bewältigen.
Steinbach an der Wied. Eine Rundwanderung wie aus dem Bilderbuch, welche auch für ungeübte Wandernde gut zu meistern ist. Mehrere Ruhebänke, größtenteils an den Seeufern platziert, laden unterwegs zu einer Zwischenrast ein. Und wer nach dem Abschluss der Wanderung dem Haus am See einen Besuch abstattet, der kann sogar einen direkten Blick auf den sechsten von sieben Seen der Westerwälder Seenplatte, den Dreifelder Weiher, werfen.
Die Westerwälder Seenplatte gehört zu den schönsten Regionen des Westerwalds und ist nicht nur ein Paradies für Aktivurlauber und Naturliebhaber, sondern auch ein begehrtes Ziel für Wanderer und Radfahrer. Mit den flachen Uferzonen und Waldflächen ist diese Seenlandschaft nicht nur Heimat vieler Wasservögel, denn auch durchziehende Vogelarten nutzen die Seen als Rastmöglichkeit. Aus insgesamt sieben Teichen bestehend, wurde die Westerwälder Seenplatte im 17. Jahrhundert im Auftrag des Grafen zu Wied angelegt. Die Fischteiche dienten damals als Nahrungsquelle für die Bevölkerung. Heute ist die weitestgehend als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesene Fläche, die sich im Besitz des NABU befindet, Naherholungsgebiet der angrenzenden Städte Hachenburg, Selters, Dierdorf und Westerburg. Doch auch Gästen aus anderen Regionen Deutschlands und aus dem benachbarten Europa dient die Westerwälder Seenplatte als Freizeitparadies.
Die elf Kilometer lange Rundwanderung startet vom Wanderparkplatz an der K1 am Friedhof im Ortsteil Seeburg der Gemeinde Steinebach an der Wied. Dem Wanderpfad folgend, erblickt man schon nach wenigen hundert Metern rechts auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Haus am See mit Restaurant und Campingplatz. Diese Lokalität eignet sich dafür, den Abschluss der Wanderung bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen oder einer ausgedehnten Mahlzeit ausklingen zu lassen. Aus dem Gastraum oder von der Terrasse aus, kann man einen direkten Blick auf den größten See der Seenplatte, den Dreifeder Weiher, werfen. Wer Tretboot fahren möchte, kann sich hier eines der kleinen Boote mieten oder bei sommerlichen Temperaturen im See eine Runde schwimmen.
Erstes Ziel der Rundwanderung ist der Hofmannsweiher, der nur etwa einen Kilometer vom Startpunkt der Tour entfernt ist. In diesem Weiher ist das Moderlieschen, eine auf der Roten Liste des Landes RLP geführte Fischart, heimisch. Und wer Schwäne sehen möchte, wird am Hofmannsweiher garantiert fündig. Wer auf einer der Ruhebänke am Weiher Platz nimmt, kann das muntere Treiben der verschiedenen Wasservogelarten auf dem kleinen See beobachten und je nach Jahreszeit dem Paarungskonzert der vielen Frösche lauschen.
Nächste Station der Wandertour ist der Hausweiher bei Steinen, der an einem Waldlehrpfad vorbeiführt. Wie bei anderen Waldlehrpfaden sind auch hier die verschiedenen Bäume am Wegesrand gepflanzt und die Baumarten auf Informationstafeln erklärt. Am Hausweiher angekommen, erblickt man das Empfangsgebäude des Campingplatzes Schönerlen. Dieses Gelände darf nur von Campinggästen betreten werden, denen das Schwimmen im See gestattet ist. Doch Tagesgäste, so erfahren wir von dem Betreiber des Campingplatzes, sind gerne gesehen und können für ein moderates Eintrittsgeld ebenfalls das Freizeitangebot des Campingplatzes einschließlich See nutzen.
Die Wanderung fortsetzend, erreicht man nach etwa einem Kilometer die Bundesstraße B8 und nach deren Überquerung einen Damm, der den Brinkenweiher vom Postweiher trennt. Auf dem Damm stehend, kann man einen Blick auf beide Seen werfen.
Auf dem Brinkenweiher, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, tummeln sich unzählige Wasservögel. Neben dem Blässhuhn, mehreren Schwanenfamilien und diversen Entenarten, fühlt sich auch der Schwarzstorch hier wohl. Doch auch der Kormoran und der Graureiher sind hier heimisch. Jedoch gelten sie als ungebetene Gäste, da sie zur Nahrungsaufnahme den Fischbestand der Seen schmälern.
Der Postweiher auf der anderen Seite des Damms dient als Freizeitfläche und lässt den Blick auf das Freibad am anderen Ufer des Sees zu. Dort befindet sich der Campingplatz von Freilingen mit einem Restaurant direkt am Platz. Bereits 1912 wurde am Postweiher ein Badesteg genehmigt, aus dem 1929 das Strandbad Freilingen hervorging. 1950 wurde beim Strandbad auch der Campingplatz angelegt, der später um ein Wochenendhausgebiet erweitert wurde. Hausherr der Anlage ist der Kur- und Verkehrsverein Freilingen.
Nächstes Etappenziel ist der Haidenweiher, der fünfte und letzte See der Rundwanderung. Der Haidenweiher liegt an einem Wanderpfad unmittelbar an der Kreisstraße K1. Der Haidenweiher ist mit 30 ha der zweitgrößte See der Westerwälder Seenplatte und dient der Satzfischaufzucht. Das linke, rechte und hintere Ufer ist jeweils mit dichtem Schilf bewachsen, der nicht nur den Seevögeln, sondern auch Waldbewohnern als willkommene Deckung dient. Über einen Pfad kann man direkt bis zum Ufer des Sees gelangen und im kristallklaren Wasser den Fischnachwuchs beobachten.
Vom Haidenweiher geht es über einen Wanderpfad auf direktem Weg wieder zum Ausgangspunkt der Rundwanderung zurück.
Tour-Informationen:
Art: Rundweg
Schwierigkeit: mäßig
Strecke: 11 km
Dauer: 3 Stunden
Steigung: circa 100 Höhenmeter
Familiengeeignet: bedingt, da weite Strecke
Beschildert: Nein
Beschaffenheit: gut ausgebaute Waldwege, nicht für Kinderwagen geeignet
Besonderheit: viele naturnahe Seen und Seevögel
Startpunkt: Wanderparkplatz an der K1 am Friedhof im Ortsteil Seeburg der Gemeinde Steinebach an der Wied
Zielpunkt: wie Startpunkt
Download GPX-Datei & weitere Infos
Hinweis: Öffnungszeiten, Preise oder Fahrpläne bitte tagesaktuell prüfen!
In unserer Facebook-Wandergruppe "Wandern im Westerwald" gibt es übrigens auch ständig schöne neue Ecken der Region zu entdecken.
Haben Sie auch einen Wander- oder Ausflugstipp? Dann schreiben Sie uns gerne an westerwaldtipps@die-kuriere.info. Vielen Dank!
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