Werbung

Nachricht vom 05.06.2020    

Neue Orchideenart nach Westerwälder benannt

Habenaria hermannjosef-rothii, eine neue Erdorchidee aus Ruanda, ist „dem deutschen Theologen und Naturwissenschaftler Dr. Hermann Josef Roth zum 82. Geburtstag gewidmet“. So meldet es soeben die Deutsche Orchideen-Gesellschaft. Ein Forscherteam der Universität Koblenz unter Prof. Dr. Eberhard Fischer mit Dr. Dorothee Killmann, Jean-Paul Lebel und Gilbert Delapierre als Entdecker will damit die Verdienste des Botanikers aus Montabaur als Wissenschaftler, Naturschützer und Fachdidaktiker würdigen.

Dr. Hermann Josef Roth. Foto: privat

Montabaur. Die neue Art wird in der Internet-Ausgabe (ISSN 2366-0643) der Orchideen-Fachzeitschrift bis ins letzte Detail beschrieben. Der Zentralafrikanische Graben mit dem östlichen Kongo, dem Westen von Uganda, Ruanda und Burundi stellt eine der wichtigsten Regionen in Afrika für die Erhaltung der Artenvielfalt dar. Er ist ein Zentrum der Biodiversität, welches in den Bergregenwäldern (zum Beispiel Ruwenzori, Virunga-Vulkane) zahlreiche einheimische Arten beherbergt, darunter 65 Orchideenarten allein in Ruanda, dem Partnerland von Rheinland-Pfalz. Die Gattung Habenaria Willd ist dort allerdings selten. Die insgesamt 890 Arten sind in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet, vor allem in Brasilien, Zentral- und Südafrika. Schon der berühmte Naturforscher Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied (†1867) hat seinem erst vor einigen Jahren wieder aufgefundenen Herbarium zwei brasilianische Arten einverleibt. Dank der Mithilfe von Dr. Roth konnten diese Befunde mittlerweile ausgewertet werden.

Das Forscherteam hatte seine Absicht bereits anlässlich der Feier zum 80. Geburtstag von Dr. Hermann Josef Roth im Rathaus zu Montabaur angekündigt und jetzt die detaillierte wissenschaftliche Artbeschreibung veröffentlicht. Wie Prof. Eberhard Fischer damals andeutete, soll das Ehrentaxon das Lebenswerk des Naturfreundes, Naturschützers und Naturwissenschaftlers würdigen. Seine Verdienste sind bei anderen Gelegenheiten ausführlich vorgestellt worden, so dass hier ein Blick auf die Hintergründe seines Schaffens genügen darf. Dr. Roth hat zunächst Philosophie und Theologie studiert, war in der Jugend- und Gemeindeseelsorge tätig, ehe er Biologie, Chemie und Physik studierte. Das erklärt wohl, warum er stets bemüht war, Fachfragen „in das breite Spektrum der universitas literarum“ einzuordnen, wie er gern sagt. Detailgenauigkeit sei unbedingte Voraussetzung, um den Kosmos annähernd zu verstehen. Das habe nicht erst Humboldt so gesehen, das Konzept stamme von den alten Griechen. Salopp meint er: „Das altsprachliche Gymnasium hat mir den Röhrenblick abgewöhnt“. Mit Blick auf die Habernaria stellt er fest: „Die Botanik zwingt zu genauer Beobachtung, vermittelt ein tieferes Verständnis der Lebensvorgänge; Botanik spendet zugleich Freude und Trost – halt eine scientia amabilis“ (liebenswerte Wissenschaft).



In diesen Rahmen passt seine intensive Beschäftigung mit Wegen der Naturforschung. Seine Publikationen über den Prinzen zu Wied finden mittlerweile international Beachtung. In der neuesten Ausgabe der „Rheinischen Lebensbilder“ (Band 29, 2919, Seiten 73-89) hat den bedeutenden Neuwieder Botaniker und Pionier der rheinischen Naturkunde, Philipp Wirtgen (1806-1870), eingehend portraitiert. □

Als Geburtstagsgabe bietet der Verlag unseren Lesern bis zum 30. August den von Dr. Roth bearbeiteten Reprint der „Reise nach Brasilien“ des Prinzen Max zu Wied zum Selbstkostenpreis (16 statt 50 Euro) an: Gardez! Verlag, M. Itschert, Richthofenstraße 14, 42899 Remscheid, itschert@gardez.de, Telefon 02191/4612611.



Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Montabaur auf Facebook werden!


Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus der Kultur


Mehrschichtig: Gruppe 93 stellt in der Stadtgalerie Neuwied aus

Neuwied. Auch die "Gruppe 93 - Bildende Künstler Neuwied e.V." hat sich mit ihrem Ausstellungskonzept darauf beworben und ...

Die Sommerausstellung kommt: Pop-Art von Valerio Adami in der Niederhofener Galerie der Blattwelt

Niederhofen. Valerio Adami, Jahrgang 1935, ist ein italienischer Maler. Ausgebildet an der Accademia di Brera in Mailand ...

Kulturteam Windhagen gibt neues Programm für 2024 bekannt

Windhagen. Nach dem Start mit der "Leseliesel" ein Programm für Kinder im Vorschulalter, werden nun weitere Veranstaltungen ...

Picknickkonzert am Dierdorfer Schulzentrum war wieder ein voller Erfolg

Dierdorf. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich die Zuschauer mit Klappstühlen, Picknickdecken und Sonnenschirmen ...

Positive Bilanz für Rommersdorf Festspiele: Künstler und Besucher sind begeistert

Neuwied. Fast vier Wochen dauerten die Festspiele 2024 in der Abtei Rommersdorf. Und sie zogen wieder viele Gäste aus nah ...

Feuriger Flamenco in der Kirche: Benefizkonzert mit Duo MANOS in Niederbieber

Neuwied-Niederbieber. Die beiden Künstler wollen das Publikum mitnehmen auf eine leidenschaftliche musikalische Reise durch ...

Weitere Artikel


Hygienepläne der Landesregierung für viele Bereiche jetzt online

Region. Neunte Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz (9. CoBeLVO) vom 4. Juni 2020. Sie gilt ab 10. Juni 2020. Dazu ...

Corona-Pandemie: Johanna brennt für die Schule

Kreis Neuwied. Die zehn Jahre alte Johanna sitzt bei schönem Wetter gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer fünf Jahre älteren ...

Stadtverwaltung Neuwied dehnt ihre Öffnungszeiten wieder aus

Neuwied. Im Mittelpunkt steht dabei naturgemäß das Bürgerbüro. Es ist dann wieder montags und dienstags von 7.30 bis 17 Uhr, ...

Fledermäuse beim Ausflug beobachten - Natur am eigenen Haus erleben

Mainz/Holler. Wer Fledermäuse am Haus hat, erkennt dies meist nur anhand des Fledermauskotes, der unterhalb des Quartierausfluges ...

Bunte Stadt Linz ist auf dem Weg zur Smart City

Linz. "Wenn wir die Förderung nicht erhalten, werden wir das Projekt in jedem Fall weiterverfolgen. Wir hoffen, in den Genuss ...

Frau baut betrunken Unfall, Ehemann fährt betrunken zur Unfallstelle

Puderbach. An dem PKW der Frau entstand bei dem Unfall ein Sachschaden in Höhe von etwa 4.000 Euro. Unfallursächlich dürfte ...

Werbung