Werbung

Nachricht vom 05.04.2020    

Naturschützer aktiv für Wildkatzen

Für die Europäische Wildkatze – und viele andere Waldbewohner – wird es immer enger. Ihre Lebensräume liegen voneinander isoliert wie Inseln in der Kulturlandschaft. Deshalb setzt sich der BUND für die Vernetzung und den Schutz der Wälder ein. Und das bereits seit 2004. Die NI weist auf Gefahr für kleine Wildkätzchen hin, die in den Holzpoltern versteckt sind.

Wildkatzen. Foto: BUND

Region. Die Europäische Wildkatze lebt versteckt und zurückgezogen in unseren Wäldern. Sie sieht grau-braun-getigerten Hauskatzen zwar zum Verwechseln ähnlich, streifte jedoch schon lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen mit über die Alpen brachten durch Europas Natur.

Ursprünglich in ganz Deutschland heimisch, leben heute geschätzt 6.000 bis 8.000 Tiere bei uns und das überwiegend in Mittel- und Süddeutschland.

Wildkatzen sind auf vernetzte, naturnahe Laub- und Mischwälder angewiesen und verlassen die schützende Deckung nur ungern. Deshalb knüpft der BUND mittlerweile in elf Bundesländern an einem Rettungsnetz für die Wildkatze. Ziel: Die Wildkatze soll sich neue Lebensräume erobern und sich wieder ausbreiten können. Sie steht dabei stellvertretend für viele andere Waldbewohner. Denn wo sich die anspruchsvolle Wildkatze wohlfühlt, finden auch zahlreiche andere gefährdete Arten eine Heimat.

Was 2004 in Thüringen als eine Idee von drei BUND-Landesverbänden begann, ist heute eines der größten Naturschutzprojekte Mitteleuropas. Mittlerweile sind es elf Landesverbände, die gemeinsam mit dem Bundesverband des BUND am "Rettungsnetz Wildkatze" arbeiten.

Gemeinsam mit vielen hundert Freiwilligen, aber auch mit Unterstützung von Wissenschaft, Politik und Behörden erfassen sie bundesweit die Wildkatzenbestände und öffnen den Tieren den Weg in neue Lebensräume, indem sie "grüne Korridore" aus Bäumen und Büschen anlegen.

Der BUND bietet eine Broschüre zum Herunterladen.

Der Umweltverband Naturschutzinitiative e.V. (NI) sorgt sich aus zwei Gründen gerade im Westerwald um junge Wildkatzen: Die Holzpolter im Wald gefährden junge Wildkatzen und Spaziergänger werden gebeten, junge Wildkatzen im Wald zu lassen.

Die NI stellt fest: Ab Ende März bekommen die Wildkatzen ihren Nachwuchs. Die Art hat eine geringe Reproduktionsrate, da die Weibchen in der Regel nur ein Mal pro Jahr zwei bis vier Welpen zur Welt bringen und von den Jungtieren meist nur eines von Vieren die ersten Lebensmonate überlebt. Zudem stellt der Straßenverkehr eine der häufigsten Todesursachen dar. Aktuell besteht eine weitere große Gefahr für die Jungtiere: Die Wildkatzenwelpen sind zusätzlich durch die Holzpolter, die sich derzeit zu Tausenden in Deutschlands Wäldern befinden, gefährdet.



Die zahlreichen und teilweise großflächigen Entnahmeaktionen der abgestorbenen oder geschädigten Fichten haben die Waldstrukturen, auch der angrenzenden Laub- und Mischwälder, stark verändert. Das ohnehin begrenzte Versteck- und Deckungsangebot könnte die Wildkatzenmütter dazu verleiten, ihre Jungtiere in den derzeit fast überall verfügbaren Holzpoltern zu verstecken. „Das birgt die große Gefahr, dass die Katzenkinder beim Abräumen der Polter gerade in der Aufzuchtzeit zerquetscht werden. Gerade in den letzten Tagen bekommen wir zahlreiche Hinweise auf Wildkatzen in der Nähe von Holzpoltern. Wir bitten daher die Forstämter und Waldbesitzer dringend darum, die Holzpolter in Wildkatzengebieten bis zum Ende der Aufzuchtzeit im Wald liegen zu lassen, um die jungen Wildkatzen zu schützen“, erklärte Gabriele Neumann, Wildkatzenexpertin des bundesweit tätigen Umweltverbandes Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Während der Aufzuchtzeit von April bis September kommt es immer wieder vor, dass Spaziergänger junge Wildkatzen bei der Erkundung ihrer Umgebung beobachten und sie mit ausgesetzten Hauskatzen verwechseln. Diese Wildkatzenkinder dürfen keinesfalls aus dem Wald „entführt“ werden. Ihre Mutter ist zumeist auf Nahrungssuche, durchaus auch tagsüber und wird den Nachwuchs bald wieder umsorgen. Die Meldung solcher Beobachtungen ist ebenso wie die Meldung von verunfallten Wildkatzen an Straßen ein wichtiger Baustein für die aktuelle Verbreitungskarte der Wildkatze.

Beobachtungen sollten möglichst umgehend an die Naturschutzinitiative e.V. (NI) unter „wildkatze@naturschutz initiative.de“ oder unter der Telefonnummer 0151 - 46 55 88 31 erfolgen. Über diese kann ein örtlicher Wildkatzenbeobachter informiert werden, der sich bei Bedarf vergewissert, dass die Kleinen von ihrer Mutter versorgt werden. (BUND/NI)


Jetzt Fan der WW-Kurier.de Lokalausgabe Selters auf Facebook werden!


Kommentare zu: Naturschützer aktiv für Wildkatzen

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

Beliebte Artikel beim NR-Kurier


Offenes Impfangebot der Stadt Neuwied im Raiffeisenring

Ein Piks, der Gutes bewirken kann: 260 Personen ließen sich bei der städtischen Impfaktion im Neuwieder Quartier Raiffeisenring gegen SARS-CoV-2 impfen.


Zwei schwer verletzte Fahrer durch Frontalzusammenstoß

Bei einer Frontalkollision auf der B 42 zwischen Kasbach-Ohlenberg und Erpel wurden die beiden PKW-Fahrer schwer verletzt. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. Die B 42 musste für eine Stunde gesperrt werden, dadurch kam es zu einem größeren Stau.


Region, Artikel vom 23.07.2021

Diebstahl von Fahrzeugen in Oberhonnefeld-Gierend

Diebstahl von Fahrzeugen in Oberhonnefeld-Gierend

Nach Fahrzeugdiebstählen im Zeitraum Mittwochabend bis Donnertagnachmittag im Löwenzahnweg in Oberhonnefeld-Gierend werden ein Quad und zwei E-Bikes sowie Werkzeug vermisst. Die Polizei sucht Zeugenhinweise, die zur Ergreifung des oder der Diebe führen können.


Region, Artikel vom 23.07.2021

Corona: Inzidenzwert wieder auf 12,0 gestiegen

Corona: Inzidenzwert wieder auf 12,0 gestiegen

Leider musste die Kreisverwaltung 19 Neuinfektionen registrieren und der vom RKI errechnete Inzidenzwert (der die heutigen Zahlen nicht einbezieht) ist wieder im zweistelligen Bereich: 12,0.


Politik, Artikel vom 22.07.2021

Unkel hilft den Opfern der Flutkatastrophe

Unkel hilft den Opfern der Flutkatastrophe

Stadtbürgermeister Gerhard Hausen appelliert an die Mitbürger zu helfen, denn die furchtbare Flutkatastrophe in unserer Region lasse sich nicht annähernd in Worten fassen. Unkel und die ganze Region trauere mit den Hinterbliebenen um die Opfer der Tragödie. Man sei bei den Menschen, die ihre Angehörigen und die ihr Hab und Gut verloren haben.




Aktuelle Artikel aus der Vereine


Evangelischer Verein Heddesdorf-Neuwied wanderte um den Köppel

Neuwied. Auf den gut ausgebauten Wanderwegen, die auch für Radfahrer geeignet sind, ging es hinauf in Richtung zum Köppelturm. ...

Tierschutz mit Hammer, Pinsel und Spachtel

Neuwied. Räume sind gefunden, müssen aber noch umgebaut und eingerichtet werden. Die Zeit drängt, denn das alte Mietverhältnis ...

TuS Dierdorf: Positive Bilanz in schwierigen Zeiten

Dierdorf. Die 1. Vorsitzende und Abteilungsleiterin Leichtathletik Walburga Rudolph zog eine positive Bilanz des vergangenen ...

Elferratsfrauen spenden 555 Euro an Frauenhaus in Bad Breisig

Windhagen. Sage und schreibe: 528,21 Euro konnten in dieser Zeit eingenommen werden. Damit das Ganze auch den karnevalistischen ...

Beim Stadtradeln machen Aktive interessante Erfahrungen

Neuwied. So machten sich acht Mitglieder des RRC Neuwied bei kühlen Temperaturen und stark bedecktem Himmel auf eine Drei-Täler-Tour ...

Schützen Oberbieber starten wieder mit dem Training

Oberbieber. Sitzpolster wurden erneuert, diverse Malerarbeiten vorgenommen, PC und Software auf den neuesten Stand gebracht ...

Weitere Artikel


Buchtipp: „Westerwaldötzi“ von Thomas Hoffmann

Dierdorf/Wissen. „Westerwaldötzi“ ist das zweite Buch dieser Art des Autors Hoffmann, einige Geschichten nehmen direkten ...

Förderaufruf für Radwege im ländlichen Raum

Mainz/Region. Mit dem 1. Förderaufruf für Investitionen in kleine Infrastrukturmaßnahmen werden 4 Millionen Euro (ELER- und ...

Corona-Krise: Wochenrückblick von Landrat Achim Hallerbach

Neuwied. „Wir können noch keine verlässliche Aussage treffen, ob die kontaktreduzierenden Maßnahmen greifen. Dazu braucht ...

„Metallrundreise“ zur beruflichen Reha verlegt auf 12. November

Montabaur. Einige davon wollte das Forum Soziale Gerechtigkeit mit vielen Interessierten bei einer ganztägigen Inforundreise ...

Sven Lefkowitz: Gemeinsam sich der Krise stellen

Neuwied. Wegen der Ausbreitung der Corona-Pandemie mussten Regelungen zur Einschränkung von sozialen Kontakten Schritt für ...

Einkaufsmöglichkeiten: Interaktive Karte zeigt Hofläden

Altenkirchen/Westerwald. Dazu gibt es auf der Projekthomepage www.westerwaldgenuss.net eine Karte, auf der die Standorte ...

Werbung