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Nachricht vom 22.03.2020    

Feuerwanzen nehmen Sonnenbad

Von Förster Frank Krause

In den vergangenen Tagen konnte man ein farbenprächtiges Naturschauspiel beobachten. Abertausende Feuerwanzen versammelten sich gesellig auf der Baumrinde von Linden, um ein Sonnenbad zu nehmen.

Auf den alten Linden in Urbach sonnen sich tausende Feuerwanzen. Foto: Frank Krause

Region. Im Frühjahr kommen sie nach der Überwinterung als Insekt aus dem Boden. Sie leben überwiegend an Linden und Rosskastanien, von deren Samen und Säften sie sich ernähren. Gegenüber Fressfeinden schützen sie sich mit ihrer abschreckenden Körperfarbe. Bei Gefahr sondern sie ein Drüsensekret ab, das sie ungenießbar macht.

Wanzen im Allgemeinen
Nicht nur im Wald, auch im Haus fallen derzeit dunkle Wanzen auf. Sie haben ihre Winterquartiere verlassen und suchen nun einen Weg ins Freie. Wer sie loswerden will, sollte behutsam vorgehen, denn bei Gefahr sondern Wanzen ein für Menschen unangenehm riechendes Sekret ab. Man kann sie mit einem Handbesen in ein Glas befördern und nach draußen tragen. Dann sollte man Fenster und Türen schließen, damit die ungebetenen Gäste nicht ins Haus zurückfliegen. Wie alle Insekten werden sie vor allem von Licht und Wärme angezogen.

Im Herbst 2018 sorgten die grünen Stinkwanzen trotz Tarnfärbung für großes Aufsehen, kamen sogar ins Fernsehen. Der Grund: Das trockenwarme Wetter sorgte für ein außergewöhnliches Insektenjahr. Viele Arten hatten sich prächtig vermehrt. Vor allem in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg suchten daher ab Ende September ungewöhnlich viele Stinkwanzen nach einem passenden Winterquartier und „belagerten“ dabei so manches Haus. Es folgten teils hysterische Reaktionen von Betroffenen. Dabei sind Stinkwanzen harmlos, sie richten keine Schäden an.



Wanzen (Heteroptera) sind Insekten und gehören zur Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera). Sie sind jedoch keine Käfer, sondern bilden in der Welt der Insekten eine eigene Ordnung. Weltweit gibt es ungefähr 40.000 Arten, in Europa etwa 3.000, in Deutschland sind es immerhin fast 1.000. Und zunehmend verirren sich auch neue Arten zu uns, da der Klimawandel neue Regionen für die Tiere bewohnbar macht. So wurde um das Jahr 2000 die Amerikanische Kiefernwanze nach Europa eingeschleppt, seit 2006 ist sie auch aus Deutschland bekannt. Diese recht große Art fällt durch ihre schöne herbstbunte Zeichnung auf.

Die auf Faulbaum und Wildrosen lebende mediterrane Randwanze Gonocerus acuteangulatus konnte ihr Areal stark nach Norden ausdehnen. Auch die einst nur in Süddeutschland beheimatete, attraktiv schwarz-rote Streifenwanze findet sich heute im Sommer fast überall, besonders gerne auf weißen Doldenblütlern wie Kälberkropf oder Bärenklau. Wohl mit Gemüse bei uns eingeschleppt wurde die Grüne Reiswanze. Ebenfalls neu angekommen ist die Platanen-Gitterwanze, die unter den Rindenschuppen der Platanen in städtischen Alleen lebt.
Krause/htv


Lokales: Rengsdorf & Umgebung
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