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Nachricht vom 21.02.2020    

Clementinen jeck und prall feierten lustig Karneval

Von Helmi Tischler-Venter

Zum dritten Mal bewiesen die Dierdorfer Möhnen der Katholischen Kirchengemeinde St. Clemens, dass sie stilvoll zu feiern verstehen. Das Komitee - Stefanie Adams, Mariola Eisen, Lisa Henn, Monika Hühnerbein, Heike Marzi, Uschi Schneider und Sandra Quint - hatten das Katholische Pfarrheim und die Tische liebevoll dekoriert mit Ballons, Girlanden, Blumen, Kerzen und Platznummern auf (vollen) Pikkolo-Flaschen. Sogar die selbst genähten alkoholgefüllten Orden bewiesen Einfallsreichtum.

Fotos: Helmi Tischler-Venter

Dierdorf. In diesem prächtigen Ambiente gestalteten die engagierten Frauen an Weiberfastnacht ganz ohne Garden- und Prinzenpaar-Einzug ein unterhaltsames vierstündiges Programm inklusive Kuchen- und Partybüffet. Das Motto lautete: „Clementinen jeck und prall feiern heute Karneval!“ Herz und Seele der Veranstaltung war Stefanie Adams, die mit Witz und Schlagfertigkeit moderierte und sich auch durch die Tücken der Technik keineswegs aus dem Konzept bringen ließ.

Bereits in ihrer Begrüßungsrede vor völlig ausverkauftem Saal rechnete Adams mit Papst und Bischöfen ab und stellte klar: „Bei Kirchens spielen auch die Frauen Geigen. Wir brauchen hierzu keine Männer. Maria 2.0 kommt viel schneller als manch Kirchenmächtiger sich denkt….In ihrem Machtdunst ist ihnen gar nicht klar: Wir kommen nicht, wir sind schon da!“

Ihr komödiantisches Talent bewies Stefanie Adams in der Bütt mit dem Klagespruch: „Ich könnte 20 Jahre jünger sein!“ Die vorzeitige Alterung ist dem Autofahren geschuldet. Als Beifahrerin. Weil der Mann die elementaren Regeln des Fahrschulunterrichts missachtet. Und Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie rote Ampeln und enge Kurven ignoriert. Dazu muss man ihm immer übersetzen, welches Rechts gemeint ist: roffer zus oder runner zus. Das verursacht Ehekrisen im Auto. Das Besserwisser-Navi ist auch eher Hindernis als Hilfe. Der absolute Stress ist „begleitetes Fahren“, bei vier Kindern hat das Nerven gekostet und Lebensjahrzehnte. Und die Kirchensteuer rechnet sich auch nicht: Von wegen: Der Mensch denkt und Gott lenkt! Hat er nicht gemacht! Als Beifahrer lebt man echt gefährlich und altert ganz schnell.

Richtig alt sah die Büttenrednerin aus mit Omas Kapotthut, Handtasche und schwarzem Mantel bei ihrem zweiten Auftritt als Rentnerin, die „gut mit jungen Leuten umgehen kann“. Als es beim Einkauf am Samstagmorgen so richtig voll war im Supermarkt, drängelte sich die alte Dame von der Seite in die Warteschlange an der Kasse und wurde deswegen aggressiv angemacht von einem pickligen Bürschlein mit Kappe verkehrt rum aufem Kopp, der tatsächlich „Oma“ zu ihr sagte. Hysterisch und mit schrägem Blick zur Tochter: „Ich bin doch gar keine! – Oder?“ Da das Wort „Oma“ einer Kriegserklärung gleich kam, musste sich der Jungspund eine Menge Verbalmunition anhören. Nach einem unanständigen Angebot der Oma nahm er schließlich Reißaus. Ergo: „Mit jungen Leuten umgehen, das kann ich!“

Nicht nur die Kirchenmänner, auch die Ehemänner waren ständige Zielscheiben in Witzen und Sketchen. Sandra Quint und Petra Collinet erzählten sich gegenseitig als Ehepaar ihre Träume, in denen ein Ritter auf einem weißen Pferd und Teufels Schwester vorkamen. In einem Quiz der Beiden wurde als Hauptscheidungsgrund das Heiraten genannt und UFO mit „unheimlich faules Objekt“ übersetzt. In einem Dialog mit dem Chef (Petra Collinet) beruhigte die Sekretärin (Sandra Quint) diesen, sie könne gar keine Kinder kriegen, den Gen-Defekt habe sie von ihrer Mutter geerbt.

Et Elsbeth alias Uschi Schneider fand viel Verständnis beim Publikum mit ihrem Lamento „Erwin räumt den Tisch nicht ab!“ Für ihre Überlegungen zum Wörtchen „ebbes“ erhielt auch Brigitte Himrich viel Beifall. „Thrombose“, gespielt von Sandra Quint, Lisa Henn und Heike Masi, erntete herzliches Gelächter und als Räuber sang das Duo Uschi Schneider und Lisa Henn schmissige Piratenlieder.

Lieder zum Mitsingen und Schunkeln, eine Polonaise und Raketen brachten Bewegung in das Publikum. Für die Gesangs-Animation und technische Umsetzung war die rheinische Frohnatur Monika Hühnerbein zuständig.

Aus Brückrachdorf brachte Raffaela Schroeder als Eva den Garten Eden mit. Eva erhält, weil ihr im Paradies langweilig ist, einen Mann als Gefährten. Eine missglückte Kreatur mit wenig Verstand und unangenehmen Eigenschaften, die immer im Glauben gelassen werden muss, dass der Mann als Erster da war. Das erklärt Gott (Katja Milad) der Eva „von Frau zu Frau“.

„In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ sangen mit Bademantel und Pantoffeln aufgehübscht die Organisatorinnen. Soviel Selbstironie und Kreativität verlangte nach Zugabe. Nach einem abschließenden gemeinsamen Singen des Clementinen-Songs, beendete Stefanie Adams das offizielle Programm des sehr vergnüglichen Weiberfastnachtnachmittags. Bis zum nächsten Schwerdonnerstag sollte frau den Text gelernt haben:
„Clementinen jeck und prall, zwo drei vier ssttata tirallala,
feiern heute Karneval, zwo drei vier ssttata tirallala.
Die Hände rauf und runter, ja das macht munter, ja das macht munter.
Die Hände rauf und runter, ja das macht munter.
2. Strophe: Den Boppes rauf und runter…
3. Strophe: Die Gläser rauf und runter…“ htv


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