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Nachricht vom 18.02.2020    

Hinter den Kulissen des Prinzenpaares der Stadt Neuwied

Von Eckhard Schwabe

Ein Tag mit den Tollitäten der Stadt Neuwied - Prinz Markus Schröder ("Die spitze Feder von der Ehrengarde„) Prinzessin Michaela Bayer ("Vom Römerkastell am Wiedesstrand„) - unterwegs. Wir durften ein Blick hinter die Kulissen werfen und bekamen mit, wie so ein Tag des Prinzenpaares aussieht. Ganz schön lang, ein wenig anstrengend, aber schön. Ein einmaliges Erlebnis, das man nie vergisst.

Fotos: Eckhard Schwabe

Neuwied. „Och, ist die Nacht schon wieder vorbei“ so die ersten Worte von Prinzessin Michaela I. als kurz nach fünf Uhr am Morgen ihr Wecker geht. Die letzten Auftritte sind erst ein paar Stunden her und die Prinzessin macht sich schon wieder auf den Weg zum Friseur. „So fängt jeder Tag an, wenn wir früh am Morgen die ersten Auftritte haben, da haben es die Männer doch etwas einfacher als wir Frauen“ zwinkert Michaela bei ihrem ersten Kaffee. Schnell noch ein Blick auf den Fahrplan für heute und schon geht es los. Hofstaat-Chef-Fahrer Harry steht mit der „Prinzessinnen-Kalesche“ vor der Tür, öffnet ihrer Tollität die Tür und ein paar Minuten später ist man bereits beim Friseur, wo die Hofdamen bereits mit dem zweiten Fahrzeug auf die Prinzessin warten.

Jeder Handgriff sitzt
Wir befinden uns mitten in der Session und so ist es nicht verwunderlich, dass das Friseurteam vom Salon Roscher in Niederbieber routiniert die Damen frisiert und das Make-Up auflegt. Palimpalim, die Tür öffnet sich und der Prinz betritt den Salon, auch er lässt noch kurz die Haare richten und ein klein wenig abpudern. „Das gehört für mich einfach dazu, es ist ein lieb gewordenes Ritual, dass alles perfekt ist“, so der Prinz während der Make-Up-Pinsel gekonnt über sein Gesicht gleitet.

Die Haare sitzen, das Make-Up ist perfekt, schon warten die Fahrer vor dem Salon und fahren die Hofdamen zum Umziehen. „Auch hier haben wir jetzt eine gewisse Routine und es geht immer schneller, aber ohne Hilfe geht es hier auch nicht“, so Prinzessin Michaela.

Die Zeit im Blick
Ein Blick auf das Handy, Kommandeur Alexander Wertgen von der Ehrengarde schreibt gegen 7:45 Uhr die letzten Infos für den Tag und fügt hinzu „lasst uns heute wieder jeder Menge Spaß haben, Naiwid Alaaf“ Noch schnell den letzten Schluck Kaffee und schon steht Chef-Fahrer Harry wieder vor der Tür und lädt nach und nach die Hofdamen ein, es geht zum ersten Termin des Tages. Die Musik läuft, Prinzenpaar, Spieß Matthias Wertgen und Kommandeur Alexander Wertgen sowie eine kleine Abordnung der Ehrengarde marschieren ein, verbreiten Freude und Stimmung, verleihen ihren Sessionsorden, bützen und schon geht es weiter. Keine halbe Stunde später trifft die gesamte Kolonne am nächsten Auftrittsort ein.

Kurze Pause
Der Vormittag verging wie im Flug, vier Auftritte, jetzt gibt es für alle eine kurzer Verschnaufpause in der Hofburg bei einer kleinen Stärkung. Nach rund einer Stunde sitzen alle wieder in den Autos und fahren zum nächsten Auftritt.

Faszination Karneval
Manch einer wird sich fragen, warum macht man Prinz und Prinzessin? „Es ist so schön, wenn man in die einzelnen Säle kommt, dort die gespannten Gesichter sieht, die funkelnden Kinderaugen und wenn man sich dann noch zu den Kleinsten setzt und sie die Ornate ganz nah betrachten können und auch mal anfassen dürfen, dass ist was ganz Besonderes“, erklären Prinz Markus und Prinzessin Michaela. Beide sind von klein auf mit dem Karnevalsgen infiziert, sind quasi in die Ehrengarde reingeboren. „Als Päns sind wir mit unseren Eltern zu den Auftritten der Ehrengarde mitgefahren, haben bei den Kleinsten der Garde, den Piccolos, unsere erste Bühnenerfahrungen gehabt, das hat so viel Freude bereitet, da muss man einfach weiter machen“, sagen die Neuwieder Tollitäten einstimmig.

Die Ehrengarde der Stadt Neuwied stellt nur alle elf Jahre das Neuwieder Prinzenpaar, „wir haben uns frühzeitig abgestimmt mit unserem Verein und beschlossen, dass wir mit unserem Hofstaat diese Session als Tollitäten anführen möchten“, meint der Neuwieder Prinz.

Die lange Zeit der Vorbereitung war auch wichtig, weiß der Prinz zu berichten. „Es gibt viel zu planen, abzustimmen und natürlich müssen die Kosten kalkuliert werden, aber es lohnt sich.“

Auch der Nachmittag verfliegt und schon ist es 19 Uhr. „Heute Abend haben wir noch drei große Prunksitzungen vor uns“, so Ehrengarden Kommandeur Alexander Wertgen. Diesmal reichen die zur Verfügung gestellten Fahrzeuge vom Autohaus Löhr in Neuwied nicht aus, denn die Grenadiere und Mariechen der Ehrengarde marschieren mit in die Narhallas ein. „Für solche großen Auftritte nehmen wir immer einen Bus für die Ehrengarde, damit wir alle zusammen an den Veranstaltungsorten eintreffen und wir in ruhe einmarschieren können“, so Wertgen.

Alle Orden sind verteilt, der letzte Auftritt ist geschafft, es geht in den Bus, die Autos und nach Hause, Ornate richten, alles wieder für den nächsten Tag vorbereiten, der Blick auf die Uhr verrät, es ist bereits weit nach Mitternacht. „Gute Nacht ihr lieben Narren, es macht mich unendlich stolz eure Prinzessin sein zu dürfen, wir sehen uns bei den noch folgenden Umzügen, natürlich besonders beim großen Rosenmontagsumzug und den bis dahin anstehenden Veranstaltungen, denn bis Aschermittwoch haben wir noch einiges vor“, verrät Prinzessin Michaela, bevor sie mit einem Augenzwinkern die Tür bei sich zu Hause schließt.

Am Ende des Tages
So ganz war es das aber noch nicht, denn bevor das Licht erlischt, brummt ein letztes Mal das Handy, Prinz Markus, Prinzessin Michaela und Kommandeur Alexander Wertgen bedanken sich für die tolle Unterstützung am zurückliegenden Tag und vom Prinzenpaparazzo kommen auch schon die ersten Aufnahmen des Tages.
Eckhard Schwabe


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