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Nachricht vom 15.12.2019    

Umweltfrevel am Ölsbach – Vegetation entfernt, Wassertempo erhöht

Von Wolfgang Tischler

Allerorten werden Bäche und Flüsse mit viel Geld renaturiert. In Giershofen ist nun das Gegenteil passiert. Der Ölsbach wurde in der Ortslage Giershofen links und rechts von Büschen, die direkt am Wasser standen, inclusive deren Wurzeln befreit, das Bachbett wurde mit einem Bagger bearbeitet und so ist nun an den Ufern teils blanke Erde zu sehen.

Hier wurde ein größerer Busch aus dem Wasser samt Wurzeln entfernt. Fotos: Wolfgang Tischler

Giershofen. Angefangen hatte es am Samstag, den 7. Dezember: Da wurden, wie die Recherchen unserer Zeitung ergaben, von vier großen Bäumen, die auf einem Privatgrundstück stehen, viele Äste, die in den Bachbereich hineinragten, entfernt und geschreddert. Der Auftrag hierzu soll nach den uns vorliegenden Informationen von der Verbandsgemeinde Dierdorf gekommen sein. Der Ölsbach ist ein Gewässer dritter Ordnung und so in der Verantwortung der Verbandsgemeinde. Wieso die Gemeinde öffentliches Geld für das Entfernen von Ästen ausgibt, die nicht stören, zumal die Bäume auf Privatgelände stehen, ist völlig unklar. Auch wurden die Eigentümer nicht hierüber informiert.

Am Samstag, den 14. Dezember wurden dann Büsche, die direkt am Ufer des Ölsbaches standen und so die Fließgeschwindigkeit minderten, abgeschnitten und das Wurzelwerk mit einem Bagger aus dem Bachbett entfernt. Auch wurden von der Bachsohle Schlamm und Totholz herausgeholt und tiefe Furchen auf dem parallel verlaufenden Wirtschaftsweg damit gefüllt. Teils wurde Grasbewuchs der Ufer abgetragen, sodass nackte Erde zum Vorschein kommt. Diese kann nun durch die im Frühjahr auftretenden Hochwasser mühelos abgeschwemmt werden. Durch diese Aktionen wurde der Bachlauf letztlich begradigt und die Fließgeschwindigkeit erhöht.

In den aktuellen Hochwasserkonzepten wird allerorts mit viel finanziellem Aufwand versucht, den Ablauf des Wassers zu verzögern. Hier ist mit Steuergeld genau das Gegenteil erfolgt.

Im Ölsbach wurden sowohl im Quellbereich, als auch in der Ortslage Giershofen der mittlerweile seltene und unter Naturschutz stehende Deutsche Edelkrebs nachgewiesen. Sie lieben Gewässer mit mehr Schatten und kühleren Temperaturen und langsam mäanderte Bäche. Dass Totholz im Wasser liegen bleibt und Wurzelwerk am Ufer zum Verstecken, auch das mögen die Krebse. Dies gehört nun leider in Bezug auf den Ölsbach der Vergangenheit an. woti



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Kommentare zu: Umweltfrevel am Ölsbach – Vegetation entfernt, Wassertempo erhöht

1 Kommentar

Absolute Frechheit, derzeit sind viele Wasserbewohner in Winterruhe, also eine vernünftige Flucht der Tiere war gar nicht möglich!
Zudem stellen die (jetzt) steileren und matschigen Ufer eine erhöhte Gefahr für Kinder und auch Tiere da, die bei stärkerer Strömung keine Chance auf den Ausstieg haben!
Die Gehwege sind jetzt so versaut, da brauchen Oma und Opa auch keinen Spaziergang mehr zu machen, zu rutschig!!!!
Und die Sache mit den Bäumen: WARUM ???
AlsPrivatbesitzer würde ich da komplett durchdrehen!!!!!
Einfach nur DUMME Zerstörungswut?
Wenn Komunen Zuviel Geld übrig haben, könnte man das doch besser vernünftig investieren!!! Straßenreparatur, Spielplatzsanierung,
anlegen kleiner Sumpfgebiete( dienen gleichzeitig als Überlaufschutz und entschärfen die Strömung) oder Vogel/Insekten Nistkästen selber basteln und aufhängen!!!
Ich finde, daß die Leute, die diese unsinnigen Entscheidungen mit Steuergeldern treffen, dafür haftbar gemacht werden sollten!
Wahrscheinlich würden die dann vernünftiger damit umgehen!!!!
Gute Entscheidungen ändern doch nichts am Gehalt , wovon die genug bekommen, aber am Ansehen der Bürger ändert sich was !!!!
In der freien Wirtschaft hätten Menschen, die solche Entscheidungen treffen, keine Überlebenschance!!!!
#1 von Tina Hüset, am 17.12.2019 um 18:41 Uhr

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