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Nachricht vom 30.11.2019    

Gedränge im Dierdorfer Uhrturm

Von Helmi Tischler-Venter

Anlässlich der Vernissage der Gruppenausstellung „Uhrtürmer und Gäste“, herrschte im mittelalterlichen Uhrturm am Freitagabend reger Andrang. Die Besucher mussten sich während der Begrüßung durch Ulrich Christian über mehrere Stockwerke des urigen Galerieturms verteilen.

Ulrich Christian konnte viele Gäste begrüßen. Fotos: Wolfgang Tischler

Dierdorf. Christians besonderer Gruß galt den zehn Künstlerinnen und Künstlern, die als Gäste die Ausstellung mitpräsentieren: Simone Freisberg-Lind, Karl Gampp, Selina Hammer, Ulrike Kern, Christoph Liesendal, Mike Roth, Daria Schechtow, Patrick Vis, Gerhard Wienss und Andreas Wieth. Mit den Kunstschaffenden der Galerie zeigen insgesamt 18 Künstlerinnen und Künstler ihre Werke. Mit der Vielzahl der ausgestellten Kunstwerke wollen die „Uhrtürmer“ der interessierten Bevölkerung die Vielfalt der in ihrer Mitte lebenden Künstlerinnen und Künstler näher bringen.

In der aktuellen Ausstellung zeigen fünf Fotografen und Fotografinnen ganz unterschiedliche Gestaltungsformen: Mike Roth präsentiert Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Simone Freisberg-Lind zeigt märchenhafte Frauenporträts, Karl-Heinz Dominicus hat kristalline Strukturen in Farbbildern festgehalten, Andreas Wieth stellt begeisternde Großformate aus verschiedenen Motivbereichen zur Betrachtung und Wolfgang Tischler zeigt Fotos von seiner Afrikareise, die durch die Nähe von Betrachter und Motiv beeindrucken.

Der Maler Gerhard Wienss gestaltet mit vielen, vielen kleinen Fleckchen in hundertfach differenzierter Farbigkeit und Helligkeit, die Küste der Normandie und ein anrührendes Mutter-Kind-Portrait.

Drei Uhrtürmerinnen, nämlich Helga Gans-Eichler, Daniela Schneider und Helmi Tischler-Venter, und der Türmer Axel Riedrich sind ebenso mit Werken der Öl- und Acrylmalerei vertreten. Helga Gans-Eichler gestaltet abstrakte Bilder, die Assoziationen an Pflanzen, Gärten oder an den großen Bereich der Vegetation eröffnen. Daniela Schneiders übergroße Portraits verfolgen den Betrachter, wenn er im Turm die Treppen auf oder ab steigt. Helmi Tischler-Venter präsentiert eine surreale Welt, als ob eine Höhle einfassende Felsen von leichten Fäden gezogen werden könnten. Axel Riedrich hat in den letzten Jahren Reisemotive aus Cuba mitgebracht und seine Eindrücke von Architekturen und alten Straßenkreuzern in der typischen Farbigkeit gemalt.

Karl Gampp arbeitet hauptsächlich mit Aquarellfarben. Er hat Naturdenkmäler unserer Heimat Westerwald festgehalten. Patrik Vis hat seine Eindrücke von vielfältigen Erlebnissen festgehalten und für sich malerisch und zeichnerisch verarbeitet. Und mitten aus der Bildersammlung heraus schauen uns viele „Hutmänner“ an und rufen uns ein freundliches „Hallo!“ zu. Selina Hammer hat zwei farbenfrohe Erzählbilder mitgebracht, in denen man viele Zitate aus der Kunstgeschichte finden kann. Ulrike Kerns Farbflächen erscheinen ohne Begrenzung.

Grenzüberschreiter und in verschiedenen Techniken präsent sind Daria Schechtow mit collagehaft gestalteten Landschafts- und Stadtansichten, zwei Frauenakten und einem Video sowie Christoph Liesendahl. Er zeigt Malereicollagen und ein plastisches Werk. Mit der Druckgrafik beschäftigten sich Günter Oberländer, der Linolschnitte zeigt und Ulrich Christian, der Radierungen zum Thema Meer anfertigte.

Die Ausstellung im Uhrturm ist durch eine große Vielfalt geprägt. Der Betrachter findet aber viele Berührungspunkte motivischer und technischer Art. Eingefahrene Bahnen verlassen und Neues suchen ist ein wichtiger Aspekt der Kunst.

Uli Christian wies auf die Spendenaktion hin, die von der Sparkasse unterstützt wird, Kunstförderer können hier einen Beitrag leisten zur Anschaffung zeitgemäßer Beleuchtung für die Uhrturmgalerie.

Stadtbürgermeister Thomas Vis, der beim Aufhängen der Bilder seines Sohnes die technischen Tücken der Turmwände selbst erlebte, freute sich, dass die Uhrtürmer mehrmals jährlich – immer verbunden mit einem städtischen Fest – die Arbeit auf sich nehmen und den Turm künstlerisch beleben. Die Gemeinsamkeit war ihm sehr wichtig.

Die Ausstellung wird bis Sonntag, 15. Dezember jeweils samstags von 14 bis 17 Uhr, sonntags von 14 bis 18 Uhr und am Christmarkt (30. November) von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein. Der Uhrturm befindet sich in der Hauptstraße gegenüber Nummer 19. htv


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