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Nachricht vom 11.11.2019    

Stadt Bad Honnef kümmert sich um Barrierefreiheit

Die Stadt Bad Honnef hatte zu einem Stadtspaziergang eingeladen, um Straßen, Plätze, vor allem Bürgersteige im Hinblick auf Barrierefreiheit in Augenschein zu nehmen. Mitglieder der Seniorenvertretung und dessen Fördervereins waren dazu gebeten worden. Ergebnis des Spaziergangs war, dass die Stadtverwaltung, hier das Tiefbauamt, einige unkomplizierte Verbesserungen sofort und schnell umsetzen kann, um Menschen mit Behinderung leichtere Zu- und Durchgänge zu ermöglichen.

In Sachen Barrierefreiheit unterwegs - von links: Bürgermeister Otto Neuhoff, Dr. Hans-Christoph Anders (Vorsitzender der Seniorenvertretung), Iris Schwarz (Seniorenbeauftragte), Gretel Stein (Seniorenvertretung), Yvonne Emmerich (Fachdienst Straßenverkehr), Jutta Schmidt (Leiterin Fachdienst Tiefbau), Gerd Pflaume (Förderverein der Seniorenvertretung). Foto: Stadt Bad Honnef

Bad Honnef. Auch wenn ein Kinderwagen geschoben wird, ist es gut,
wenn der Weg geebnet ist. Bürgermeister Otto Neuhoff sagte: „Zusammenfassend können wir sagen, dass die Topografie von Bad Honnef so ihre Tücken hat. Vieles ist schon ganz gut. Die Details müssen betrachtet werden. Was für den einen gut ist, ist für den anderen eine Gefahrenquelle. Da ist gegenseitige Unterstützung das Rezept." Das heißt, dass Menschen mit Beeinträchtigungen der Sehkraft taktile Leitelemente benötigen und Menschen mit Mobilitätsbeschränkungen dagegen möglichst ebene Flächen.

Dr. Hans-Christoph Anders, Vorsitzender der Seniorenvertretung, lobte die Idee des Stadtspaziergangs. Bürgermeister Otto Neuhoff gab ein Kompliment zurück, denn wegen der demografischen Entwicklung ist die Seniorenvertretung, die die Interessen der älteren Menschen wahrnimmt, eine gute Einrichtung. Jutta Schmidt vom Tiefbauamt der Stadt Bad Honnef und Yvonne Emmerich vom Fachdienst Straßenverkehr begleiteten den Stadtspaziergang und boten der Seniorenvertretung ihre direkte und unkomplizierte Unterstützung an. Auch Seniorenbeauftrage Iris Schwarz nahm teil. Sie ist ohnehin Fachfrau, wenn es um Barrierefreiheit geht.

Der Stadtspaziergang startete am Durchgang vom Rathausplatz zum Kirchplatz. Die Treppe dort ist für Menschen mit Behinderung schwer zu passieren. Es gibt die Möglichkeit, einen Umweg in Richtung Bergstraße zu nehmen. Eine Rampe an der Treppe kann Verbesserung bringen, auch wenn es eine größere Baumaßnahme ist, denn das Gefälle ist hoch. In der Fortsetzung wird es auf dem Kirchplatz neben dem Kopfsteinpflaster ein glattes Streckenband für leichteres Fahren mit Rollatoren oder Rollstühlen geben. Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts werden Franz-Xaver-Trips-Platz und die Weyermannallee neugestaltet. Sie werden als Orte für den Aufenthalt, Feste und Begegnungen moderner und zweckentsprechender gestaltet. Barrierefreiheit ist Voraussetzung.

Vorläufig aber können kleinere Maßnahmen erledigt werden: An der Bergstraße zum Kirchvorplatz kann der Bordstein verbessert werden. Es wird geprüft, ob Lehrerparkplätze in der Bergstraße sonntags für die Besucher der Messe geöffnet werden können. In der Rommersdorfer Straße
ist es auch für die Fußgänger, die fit sind, schwierig. Menschen, die mit Rollator unterwegs sind, haben keine andere Wahl, als auf die viel befahrene Fahrbahn auszuweichen. Kleine Maßnahmen helfen hier nicht, die ganze Straße muss in Angriff genommen werden. Dafür fasste Jutta Schmidt das Jahr 2023 ins Auge. In der Zwischenzeit werden allerdings die losen Bürgersteigplatten repariert. Die Maßnahmen im Rheingoldweg, einschließlich Kanalbaumaßnahme werden im nächsten Jahr gestartet.



Eine gute schnelle Verbesserung wird es an der Kreuzung Bernhard-Klein-Straße und Schülgenstraße geben. An den Einmündungen werden Bürgersteige abgesenkt. Der Zugang zum Krankenhaus wird so leichter. Um eine Straße zu queren, benötigen blinde Menschen taktile Leitelemente beziehungsweise Aufmerksamkeitsfelder, die am Zebratreifen an der Ecke Hauptstraße und Weyermannallee fehlen. Die Stadtverwaltung wird sich kümmern.

Einen schönen innerstädtischen Platz gibt es an der Ecke Luisenstraße und Bahnhofstraße. Hier haben die Baumwurzeln das Pflaster in die Höhe gedrückt und Stolperfallen sind entstanden. Die Sitzbänke sind schon lange nicht mehr modern. Auch hier wird Abhilfe geschaffen.

Mit den Geschäftsinhabenden in der Innenstadt wird noch einmal gesprochen werden, damit sie ihre Zugänge barrierefrei gestalten. Auch die Gastronomie kann ihren Teil beitragen und beispielsweise Speisekarten für Menschen mit Sehbehinderung übersichtlicher und größer gestalten.

Das Tiefbauamt der Stadt Bad Honnef wird nicht nur in der Innenstadt aktiv, sondern auch an der Rheinpromenade. Die Absenkung des Bürgersteigs vor dem Inselparkplatz (Steinstraße/Rheinpromenade) wird erfolgen, denn für Menschen mit Rollstuhl ist der Übergang unpassierbar.

Da die Stadt Bad Honnef die Haushaltssicherung verlassen hat, hat sie jetzt die Möglichkeit, entscheidende Schnittstellen in Angriff zu nehmen und auch Fördergelder zu beantragen. Ausschlaggebend für die Begutachtung der Innenstadt im Hinblick auf die Barrierefreiheit waren nicht Beschwerden gewesen. Da gab es nur wenige. Das könne aber auch heißen, so Bürgermeister Otto Neuhoff, dass sich die Menschen an die Verhältnisse gewöhnt haben. Er sagte: „Wir meinen es ernst, wir wollen die Situation verbessern." (PM)



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