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Nachricht vom 02.11.2019    

„Innensichten“- Ausstellung mit eindringlichen Porträts von Stéphane Manou

Von Helmi Tischler-Venter

Von Stéphane Manou wird man bestimmt noch hören und sehen. Der junge Mann, der in Frankreich geboren wurde, lebt und arbeitet in Koblenz. Zentrales Motiv ist neben abstrakten Werken in seinem Oeuvre vor allen Dingen der Mensch. Hier treffen sich Figuration und Abstraktion zu einer faszinierenden Verbindung. Bürgermeister Rolf Jung zeigte sich bei der Eröffnung am Samstagabend stolz auf diese besondere Kunstausstellung im Stadthaus Selters.

Der Künstler Stéphane Manou (rechts) im Gespräch mit Gästen bei der Vernissage. Fotos: Wolfgang Tischler

Selters. Bilder von Stéphane Manou sind derzeit auch in Koblenz, Salzburg und Madrid ausgestellt, daher meinte Jung: „Ich bin sehr froh, dass Selters zwischen Salzburg und Madrid liegt.“ Er dankte den Gitarristen Christian Bohr und André Lindecke für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung der Vernissage.

Kunsthistorikerin Astrid Fries vom Büro für Kunst und Kultur in Koblenz gab eine Einführung in das Thema „Porträt“. Porträts von Menschen und Tieren gab es immer schon in der Kunstgeschichte, denn der Mensch hat schon lange das Bedürfnis, sich oder andere abzubilden. Es brauchte eine lange Entwicklung bis hin zu Porträts, die nicht nur Abbild sind, sondern Gefühl, Stimmung, Tanz und Dynamik ausdrücken. Ursprünglich war das Porträt dazu da, dass der Andere ein Bild von jemand bekommt. Heutzutage kann man fotografisch abbilden. Gemalte Porträts sollen ergreifen, damit die Betrachter interagieren und überlegen: „Wie fühlt oder was macht der Mensch?“ Jeder baut auf seine eigene Erfahrung auf, daher sieht jeder etwas Anderes im Bild. Indem die Betrachter sich austauschen, fängt das Bild an zu leben. Das Porträt verbindet sich in dem Moment mit dem Betrachter. Es wird – je nach emotionaler Bindung – besonders.




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Stéphane Manou malt seine „Vue sur l‘Intérieur – Innensichten“ in Serien, mal auf monochrome Hintergründe, die den Fokus einzig auf den abgebildeten Menschen lenken, mal gestaltet er die Hintergründe schwungvoll mit Kohle und Acrylfarben, die Motive malt er immer in Öl. Das erfordert mehr Geduld, manchmal Akribie. An anderer Stelle schmeißt der Künstler die Farbe mit breitem Pinsel auf den Keilrahmen. Immer entstehen ausdrucksstarke Bilder, die zu explodieren scheinen und den Betrachter zum mehrmaligen Hinschauen zwingen. Es fehlen festlegende Attribute wie Stühle und Räume. So lassen die Gemälde dem Betrachter die Möglichkeit, eine Geschichte zu erfinden und mit neuer ästhetischer Erfahrung den Raum zu verlassen.

Manou stellt seit fünf Jahren national und international aus. Er konnte sich inzwischen als Porträtmaler einen Namen machen und ist in diesem Genre auch als Auftragskünstler tätig.

Die Ausstellung im Stadthaus Selters in der Rheinstraße 22 ist bis zum 27. November mittwochs von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr, donnerstags von 10 bis 12 Uhr und von 15.30 bis 18.30 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. htv


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