Werbung

Nachricht vom 24.09.2019    

Europäisches Wildkatzen-Symposium

Einst war sie in Deutschland fast ausgerottet. Jetzt kehrt sie zurück: die Europäische Wildkatze. Trotz positivem Trend bleibt sie eine gefährdete Tierart in Deutschland und Europa. Um Erfahrungen bei der Erfassung und beim Schutz von Wildkatzen auszutauschen, treffen sich rund 100 Wissenschaftler und Artenschützer aus dem In- und Ausland am 26. und 27. September auf Schloss Engers in Neuwied zu einem Europäischen Wildkatzen-Symposium.

Wildkatze. Foto: Harry Neumann

Neuwied. „Die Wildkatze ist noch nicht über dem Berg und es drohen neue Gefahren in ihrem Kernlebensraum, dem Wald“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat zwischen 2016 und 2019 in einem umfangreichen Forschungsprojekt untersucht, wie sich der zunehmende Einfluss des Menschen durch wirtschaftliche Aktivitäten und Freizeitnutzung im Lebensraum der Wildkatze auswirkt. Die drei Untersuchungsregionen liegen in Rheinland-Pfalz. Insgesamt 36 Wildkatzen wurden dazu mit einem GPS-Sender versehen, der rund ein Jahr lang Daten zur Aktivität und zum Aufenthaltsort lieferte. „Die Ergebnisse zeigen, dass Siedlungen, Straßen und stark frequentierte Wege von Wildkatzen beiderlei Geschlechts strikt gemieden werden.“ Daher ist auch der Ausbau von Waldwegen unter anderem als Versorgungstrassen für Windenergieanlagen im Wald eine kritisch zu betrachtende Störquelle.

Das Gebiet rund um Windenergieanlagen in Waldgebieten wurde von Wildkatzen nicht grundsätzlich gemieden. Es zeigte sich aber sehr deutlich, dass führende Mutterkatzen und ihre Jungen das Umfeld von Windenergieanlagen meiden. „Eine erfolgreiche Reproduktion ist der Schlüssel für das Überleben einer Art. Windenergieanlagen im Wald machen den ohnehin schon sehr beschränkt vorhandenen störungsfreien Raum für eine erfolgreiche Jungenaufzucht noch kleiner“, kritisiert Münchhausen.

Besonders gern hielten sich die besenderten Katzen dort auf, wo der Wald natürliche Lücken aufweist, die durch Stürme und Käferschäden entstanden sind. Sie sind strukturreich und durch ein Wechselspiel offener Bereiche und dichter Vegetation gekennzeichnet. Damit weisen sie optimale Bedingungen für die Jagd auf Mäuse, aber auch für ausgiebige Ruhephasen auf.

Diese und weitere Ergebnisse der Forschungsarbeit werden auf dem Wildkatzen-Symposium vorgestellt. „Nur auf Grundlage wissenschaftlicher Daten können wir die richtigen Schutzmaßnahmen ergreifen und die Nutzung der Wälder so gestalten, dass sie Lebensräume unserer Wildtiere sind: und zwar vom Schwarzstorch über die Wildkatze bis hin zum Rothirsch!“, fordert Münchhausen.

Neben dem Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung zur Wildkatze geht es in den Fachvorträgen um neue Forschungsergebnisse aus anderen Teilen ihres europäischen Verbreitungsgebietes. Urs Breitenmoser von der Weltnaturschutzorganisation IUCN gibt dazu einen Überblick und fordert, „dass die Wildkatzenpopulationen in ganz Europa besser überwacht und die Anstrengungen zu ihrer Erhaltung zwischen den Ländern besser koordiniert werden müssen, um der vom europäischen Naturschutzrecht geschützten Wildkatze zu helfen“. Einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft gibt Tobias Reiners von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Er spricht über neue Lebensräume, die die Wildkatze insbesondere in Nord- und Mitteldeutschland jenseits großer geschlossener Waldgebiete gerade erobert. (PM)


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!


Kommentare zu: Europäisches Wildkatzen-Symposium

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

Beliebte Artikel beim NR-Kurier


Winterdienst: Bürger müssen auch zu Besen und Schaufel greifen

Neuwied. Straßen, Gehwege, öffentliche Plätze. Nicht nur bei den ersten Schneefällen stellt sich immer wieder die Frage: Wer kümmert sich ums Räumen und Streuen? Den größten Teil übernehmen die Servicebetriebe Neuwied (SBN) – für die Gehwege sind fast immer die Anwohner zuständig. Und manchmal sind die Anlieger sogar für die Straßen verantwortlich.


Corona-Pandemie: Kreis Neuwied verzeichnet 31 neue Fälle

Im Kreis Neuwied wurden 31 neue Positivfälle registriert. Die Summe aller Positivfälle steigt auf 2.009 an. Aktuell sind 293 infizierte Personen in Quarantäne.


Region, Artikel vom 02.12.2020

Autorennen in Neuwied – Gericht fällt Urteil

Autorennen in Neuwied – Gericht fällt Urteil

Bereits im August dieses Jahres kam es im Neuwieder Innenstadtbereich zu einem illegalen Autorennen zwischen zwei augenscheinlich hochmotorisierten Fahrzeugen. Nun hat das Gericht ein Urteil gefällt.


Bildband mit historischen Fotos über Neustadt erschienen

Er war ein Neustädter Original und ihn kannten alle: den im Jahr 2006 verstorbenen Friseurmeister Heinrich Bellinghausen. Er konnte nicht nur mit Kamm und Schere gut umgehen, sondern auch mit dem Fotoapparat. Sein Fotoalbum ist heute ein Dokument zur Neustädter Ortsgeschichte.


Westerwälder Rezepte: So gut wie einfach – Strammer Max

Heimat tut gut und schmeckt gut! Aus diesem Grund wollen wir regelmäßig Rezepte aus dem Westerwald veröffentlichen – denn unsere Region hat allerlei Leckeres zu bieten. Heute gibt es: Strammer Max. Gerne können auch Sie uns Ihre Lieblingsrezepte zuschicken.




Aktuelle Artikel aus der Vereine


Corona: Kinder und Familien in den Blick nehmen

Mainz/Region. Die Corona-Pandemie und ihre Beschränkungen sind für Mehrkindfamilien oft mit zusätzlichen Schwierigkeiten ...

Digitales Vereinstreffen in der Ortsgemeinde Windhagen.

Windhagen. Erwin Rüddel, MdB und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags – der in seiner Funktion ...

Die Wanderlibelle ist die Libelle des Jahres 2021

Berlin/Mainz/Koblenz. Dazu Holger Schindler, Vorstandsmitglied des BUND Rheinland-Pfalz und Gewässerexperte: „In Deutschland ...

Weihnachtsbaum-Aktion in Brückrachdorf 2020

Brückrachdorf. Daher beschränkt sich die Aktion auf den Verkauf von Nordmanntannen und Fichten vom Blumenhof Pfeil, welche ...

Tierschutz Siebengebirge hat Wünsche für seine Schützlinge

Bad Honnef. Derzeit warten beim Tierschutz Siebengebirge 20 Hunde, 30 Katzen, 30 Kaninchen, fünf Meerschweinchen und zwei ...

Ortsverein „Unser Brückrachdorf": Adventsfenster für Brückrachdorf

Brückrachdorf. Denn auch in Brückrachdorf gilt es, die Gesundheit Aller in den Vordergrund zu stellen. Daher bittet der Ortsverein ...

Weitere Artikel


Abfallwirtschaft im Kreis Neuwied soll eigenes Unternehmen werden

Neuwied. Die Abfallwirtschaft läuft derzeit über die Kreisverwaltung in Form einer eigenbetriebsähnlichen Einrichtung. Diese ...

Jens Fleck zum kommissarischen Leiter Holzbachtal-Schule bestellt

Puderbach. Die Schulrätin Marie Luise Hees kam am Montag, den 23. September in die Holzbachtal-Schule zu einer kleinen Feierstunde ...

Westerwälder Gespräche mit Reiner Meutsch und Stargast Peter Orloff

Westerburg. Mit-Initiator Dominic Bastian stellte Theresa Menges aus der MSS 11 des Konrad-Adenauer-Gymnasiums vor, die gekonnt ...

BHAG-Ente in Szene gesetzt - Gewinner stehen fest

Bad Honnef. Kick-off war die Volkswanderung „7 auf einen Streich“ im Siebengebirge. Finden konnte man das „Maskottchen“ des ...

Lernpatenprojekt im Kreis Neuwied sucht engagierte ehrenamtliche Paten

Kreis Neuwied. Neben den bisherigen Schulen werden künftig auch die Grundschulen Linz, Rengsdorf und Leutesdorf in das Projekt ...

Kinder verabschiedeten ehemaligen Stadtbürgermeister Guido Job

Bad Hönningen. Dass dies vielfach der Fall war, machten die Leitung des Kindergartens Rita Brücken sowie die Rektorin der ...

Werbung