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Nachricht vom 11.08.2019    

Das Biedermeier in Neuwied und am Mittelrhein

Am Sonntag, 18. August, eröffnet um 11.30 Uhr Landrat Achim Hallerbach im Roentgen-Museum Neuwied die Ausstellung „Das Biedermeier in Neuwied und am Mittelrhein“. Zur Einführung spricht Museumsdirektor Bernd Willscheid. Die musikalische Umrahmung übernimmt Iwo Iwanov mit Gitarre.

Christoph Wilhelm Carl Steffens, Friedrichstraße in Neuwied, um 1830, Öl, Ev. Brüdergemeine Neuwied, Fotos: Wolfgang Thillmann

Neuwied. Das Biedermeier ist eine kunst- und kulturgeschichtliche Epochenbezeichnung in Deutschland und Österreich für die Zeit zwischen der Niederlage Napoleons 1815 bei Waterloo und der Märzrevolution 1848. Der Name geht zurück auf die fiktive Person des spießbürgerlichen Dorflehrers „Gottfried Biedermaier“. Unter diesem Pseudonym wurden ab 1855 in den Münchener „Fliegenden Blättern“ verschiedene Gedichte veröffentlicht, die Biederkeit, Kleingeist und die unpolitische Haltung des Bürgertums karikierten. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die zunächst nur spöttisch gemeinte Bezeichnung bis zu einer heute neutralen Epochenbezeichnung.

Das Roentgen-Museum, das immer wieder Sonderausstellungen zur Wohnkultur verschiedener Epochen zeigt, möchte mit dieser Präsentation die Zeit des Biedermeier in Neuwied und am Mittelrhein veranschaulichen. Eine Reihe von Landschaftsgemälden geben romantische Ansichten des Rheintals wieder, und zahlreiche Portraits zeigen Bürger von Neuwied und der näheren Umgebung oder sie sind von Künstlern aus dieser Region gemalt worden. Vertreten sind bekannte Landschaftsmaler, wie Johann Baptist Bachta, Johannes Jakob und Anton Diezler, Bernhard Fries und Georg Saal, sowie ebenfalls nicht unbedeutende Portraitmaler, darunter Ernst Deger, Eduard Freudenberg, Franz Ittenbach, Karl Müller und Johann Martin Niederée.

Die Ausstellung zeigt weiter Möbel, die in Neuwied hergestellt wurden oder aus rheinischem Privatbesitz stammen, so einen Schreibschrank des Neuwieder Tischlermeisters Gerhard Wenz und eine Sitzgruppe aus dem Eigentum des Neuwieder Landrates Eduard Justus von Runkel. Dieses Möbelensemble zählte zum Inventar des Hauses Heddesdorf bei Neuwied und wird aufgrund der dortigen späteren Besuche des berühmten Genossenschaftsgründers bis auf den heutigen Tag als „Raiffeisen-Salon“ bezeichnet. Weitere Sitzmöbel, Näh- und Spieltische, Kommoden, Spiegel, eine Wiege und ein Bett aus dem Besitz der Familie Goethe runden die Palette der für das Biedermeier typischen Möbel mit schlichter Eleganz und handwerklicher Qualität ab. Uhren, Porzellan, Blechwaren, aber auch preußischer Eisenkunstguss aus der Sayner Hütte ergänzen die Präsentation, die den Ausstellungsbesucher in die Zeit des Biedermeier mitnimmt.

Die gezeigten Kunstgegenstände konnten dank des großzügigen Entgegenkommens der Leihgeber zusammengetragen werden, darunter das Mittelrhein-Museum Koblenz, das Heimatmuseum Sinzig, die Stadt-Galerie Neuwied mit der Dieter Berninger Stiftung, die Sammlung Rhein-Romantik, das Kunsthaus Antiquitäten Daniel C. Nagel, die Sammlung Horst Schneider, die Familienstiftung von Stedman im Landeshauptarchiv Koblenz, Außenstelle Rommersdorf, die Abtei Rommersdorf Stiftung, die Museums-Stiftung Krüger, sowie mehrere Privatsammler. Mit diesen zahlreichen Kostbarkeiten möchte das Roentgen-Museum einen Einblick in die kulturhistorische Epoche des Biedermeier geben und auf deren Besonderheiten im Neuwieder Raum aufmerksam machen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.

Begleitveranstaltungen
Sonntag, 25. August, 11 Uhr
Vortrag: Die aus Dierdorf stammende Kunsttischlerfamilie Kaulbach in Arolsen.
Dr. Thomas Dann, Detmold

Donnerstag, 5. September, 19 Uhr
Lesung (Westerwälder Literaturtage): Die neue Völkerwanderung
Asfa-Wossen Asserate

Sonntag, 22. September, 17 Uhr
Kammerkonzert mit Heidi Klusmeier

Sonntag, 29. September, 11 bis 16 Uhr
Kunstberatung mit TV-Experte Christoph Bouillon (Kunst und Krempel) von VAN HAM Köln

Dienstag, 8. Oktober, 18.30 Uhr
Lesung: Von Einzellern und Vielzellern
Regina Gräfin Stolberg, Bad Ems

Donnerstag, 17. Oktober, 18.30 Uhr
Lesung: Die Feder in der Hand bin ich eine ganz andre Person - Carmen Sylva (1843-1916). Leben und Werk
I.D. Isabelle Fürstin zu Wied, Dr. Silvia Irina Zimmermann und Bernd Willscheid

Donnerstag, 24. Oktober, 18.30 Uhr
Vortrag: Die Rheinreise der englischen Königin Victoria
Bernd Willscheid

Dienstag, 29. Oktober, 18.30 Uhr
Vortrag: Restaurierungsansätze für historische Möbel – am Beispiel eines Biedermeiernähtischchens
Matthias Cropp, Kronberg

Donnerstag, 7. November, 18.30 Uhr
Vortrag: Die Düsseldorfer Malerschule zwischen Spätromantik und Biedermeier. Porträts von Carl Ferdinand Sohn und Otto Grashof
Hendrik Olliges M. A., Düsseldorf

Sonntag, 10. November, 17 Uhr (Finissage)
Kammerkonzert mit Maud Schreiber-May und anderen

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung
Sonntag, 8. September, 15.30 Uhr
Sonntag, 13. Oktober, 14.30 Uhr
Sonntag, 27. Oktober, 14.30 Uhr
Sonntag, 10. November, 14.30 Uhr

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag. und Feiertage von 14 bis 17 Uhr
Montags geschlossen. Samstags freier Eintritt


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