Werbung

Nachricht vom 18.07.2019    

Landrat zeigt sich angesichts neuer Prognos-Studie skeptisch

Ist der Landkreis Neuwied gut für die Zukunft gewappnet? Laut Zukunftsatlas 2019 von Prognos zeichnet sich unser Heimat-Landkreis durch einen ausgeglichenen Mix an Zukunftschancen und -risiken aus. Im Ranking aller 401 Kreise und kreisfreien Städte heißt das: Platz 263. Damit befindet sich der Landkreis Neuwied in guter Gesellschaft - immerhin 21 der 36 Landkreise und kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz wird ein solcher ausgeglichener Chancen-Risiken-Mix zugesprochen.

Neuwied. Ausgewertet wurden für das Ranking der Kommunen insgesamt 29 makro- und sozialökonomische Indikatoren aus den übergeordneten Bereichen: Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerb und Innovation sowie Wohlstand und Soziale Lage. Am besten schneidet der Kreis dabei in der Kategorie „Demografie“ ab. Die so genannte Fertilitäts- oder Geburtenrate und der Anteil junger Erwachsener bescheren dem Kreis hier sogar Platz 201.

Zum weniger guten Abschneiden in der Kategorie Arbeitsmarkt (Rang 274) tragen die Indikatoren Arbeitsplatzdichte, Arbeitslosenquote, Schulabbrecherquote und unbesetzte Ausbildungsstellen bei. Indizes für Wettbewerb und Innovation (292) sind etwa die Anzahl der Top 500 Unternehmen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die Kriminalitätsrate, der Anteil der in Bedarfsgemeinschaften lebenden Personen und die Kommunale Schuldenlast gehören zu den Indikatoren für Wohlstand und Soziale Lage (271).

In Landrat Achim Hallerbachs Brust schlagen angesichts der Ergebnisse der Studie zwei Herzen: Zum einen zeigt der Landrat sich skeptisch gegenüber der einen oder anderen Einstufung des Landkreises Neuwied, die so für ihn nicht nachvollziehbar, weil kaum gestaltbar oder beeinflussbar ist. Andererseits lasse die Studie aber auch erkennen, wo Handlungsbedarf besteht und dass längst nicht überall in Rheinland-Pfalz der Boden für die Zukunft gut bestellt ist.

„Wie sinnvoll diese Art von Studien ist, sei mal dahingestellt. Für uns sprechen Tatsachen wie der Zuzug vieler Familien, die hier Arbeit haben, gute Infrastruktur und Kinderbetreuung, gute Schulen und einen hohen Erholungswert vorfinden. Außerdem wissen wir auch ohne Zukunftsatlas, dass die heimische Wirtschaft dringend optimierte Rahmenbedingungen braucht, wir für noch bessere Kita-Betreuungsangebote und ein bedarfsgerechtes Wohnraumangebot sorgen müssen. Daran arbeiten wir im Rahmen unserer Möglichkeiten. Gegenüber der Deutschland-Studie vom vergangenen Jahr, die uns einen bemerkenswert schlechten 335. Rang eingebracht hatte, stehen wir laut Zukunftsatlas jedenfalls deutlich besser da.“

Dies kann aber nach Auffassung von Landrat Achim Hallerbach nicht darüber hinwegtäuschen, dass insgesamt keinem rheinland-pfälzischen Landkreis und keiner kreisfreien Stadt beste oder sehr hohe Zukunftschancen (Kategorie 1 und 2) zugesprochen werden. In die 3. und viertbeste Kategorie der Kommunen mit hohen oder leichten Chancen schaffen es gerade einmal 9 der 36 Kreise und kreisfreien Städte unseres Bundeslandes. Neuwied fällt – unter anderem gemeinsam mit 20 weiteren rheinland-pfälzischen Städten und Kreisen - in Kategorie 5 von 8. Stattdessen reihen sich gleich vier rheinland-pfälzische Kommunen unter den zehn bundesweiten Absteigern (im Vergleich zum Zukunftsatlas 2004) ein.

„Angesichts der Indikatoren, die die Zukunftsfähigkeit maßgeblich bestimmen, sehe ich hier auch die Landespolitik in der Pflicht. Sie muss in erster Linie Sorge tragen für ein investitions- und innovationsfreundliches Wirtschaftsklima, für einen gerechten Kommunalen Finanzausgleich, der uns in die Lage versetzt, Zukunft eigenverantwortlich gestalten zu können - sprich: für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen und attraktiver Wirtschaftsstandort zu sein“, fasst der Landrat den Handlungsbedarf aus dem Zukunftsatlas zusammen. (PM)


Jetzt Fan der NR-Kurier.de Lokalausgabe Neuwied auf Facebook werden!


Kommentare zu: Landrat zeigt sich angesichts neuer Prognos-Studie skeptisch

Es sind leider keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim NR-Kurier


Region, Artikel vom 17.01.2020

Bewaffneter Raubüberfall Innenstadt Neuwied

Bewaffneter Raubüberfall Innenstadt Neuwied

In der Nacht zum Freitag, 17. Januar, gegen 0.30 Uhr, kam es in Neuwied im Bereich der Friedrichstraße/ Kirchstraße zu einem Raubüberfall. Der Geschädigte befand sich auf dem Weg zu seinem Klein-LKW in der Friedrichstraße. Er bemerkte zwei Männer welche ihn, in der zu dieser Zeit menschenleeren Straße, verfolgten.


Das 14. Currywurst-Festival Neuwied steht vor der Tür

VIDEO | Da können sich Berlin und das Ruhrgebiet über das „Urheberrecht“ in punkto Currywurst streiten wie sie wollen, Fakt ist: Ab dem 31. Januar ist Neuwied für drei Tage wieder die Currywurst-Hauptstadt Deutschlands. Sehr zur Freude der Fans des unübertrefflichen Schnellimbisses.


Politik, Artikel vom 17.01.2020

Kreisstraße in Großmaischeid fertiggestellt

Kreisstraße in Großmaischeid fertiggestellt

Mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes an der K 117 innerhalb der Ortsgemeinde Großmaischeid konnte ein wichtiger Lückenschluss in der Sanierung unseres Kreisstraßennetzes umgesetzt werden.


Sparkasse Neuwied ehrt die Sieger beim Planspiel Börse

Die Sparkasse Neuwied prämierte die erfolgreichsten regionalen Planbörsenspieler in der Hauptgeschäftsstelle Neuwied. In der Gesamtwertung dominierte das Martin-Butzer-Gymnasium aus Dierdorf. Drei Teams dieser Schule belegten die Plätze eins bis drei.


Ortsbeirat und Ortsvorsteher Giershofen haben Arbeiten am Ölsbach veranlasst

Der Ölsbach wurde in der Ortslage Giershofen links und rechts von Büschen, die direkt am Wasser standen, inclusive deren Wurzeln befreit und so ist nun an den Ufern teils blanke Erde zu sehen. Aus dem Bachbett wurde Steine, Schlamm und Totholz gebaggert. Der NR-Kurier hat bei der Verbandsgemeinde deswegen nachgefragt und eine Antwort erhalten.




Aktuelle Artikel aus der Politik


Kreisstraße in Großmaischeid fertiggestellt

Großmaischeid. „Es freut uns, dass die Maßnahme innerhalb des geplanten Zeit- und Kostenrahmens umgesetzt werden konnte. ...

Im Landkreis Neuwied fehlen laut Elternstudie 175 Vertretungslehrer

Neuwied. Der Regionalelternbeirat (REB) Koblenz hat hierzu eine in Eigenregie erstellte Studie vorgestellt. Der Sprecher ...

Stadt Neuwied erneuert Radweg außerplanmäßig

Neuwied. „Weil die mit der Sanierung des Radwegs beauftragte Firma momentan sowieso noch in dem Areal tätig ist, um einige ...

FDP-Anfrage: So geht es weiter mit der Kita-Förderung des Landes

Kreis Neuwied. Das wichtigste Signal: Das Land stellt auch im kommenden Jahr Fördergelder für den Bau von Kindertagesstätten ...

Abfallmengen: Verwertungsquote bleibt im Kreis bei über 80 Prozent

Neuwied. Der Hausabfall gliedert sich in die Sammelmenge „graue Tonne“ 19.237 Tonnen, „braune Tonne“ 29.435 Tonnen, „blaue ...

„Wir Westerwälder“ zum Jahresbeginn mit neuer Geschäftsstelle

Dierdorf. Gleichzeitig nahm der Vorstand der dazu neu gegründeten gemeinsamen Anstalt des öffentlichen Rechts und Leiterin ...

Weitere Artikel


Ellen Demuth: Wir brauchen mehr Schwimmbäder

Linz. Seit dem Jahr 2000 wurden in Rheinland-Pfalz 43 Schwimmbäder geschlossen. Nur noch 61,8 Prozent der Grundschulen können ...

Herzsportverein Neuwied trifft auf Boule-Spieler

Neuwied. Das Boule-Spiel eignet sich besonders dazu, Stück für Stück die körperliche Belastung zu trainieren. Richard Schoos ...

Sommerzeit ist Grillzeit: Steinzeit-Barbecue „Wild und schmutzig

Neuwied. Schneiden, Mörsern, Marinieren, Würzen und Garen – alles gemeinsam in der Gruppe und zwar nur mit Mitteln und Methoden, ...

Alterskameraden der Feuerwehr Puderbach auf Tour

Puderbach. Natürlich wurden im Bunker neben der vorgesehenen Schlafstätte des Bundespräsidenten auch die feuerwehrtechnischen ...

E-Bikes halten Einzug in die Stadtverwaltung

Neuwied. Angeschafft wurden sie nach einer überzeugend verlaufenen Testphase im Frühjahr nun in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken ...

Restaurant „Kochtöpferei“ in der Stadthalle Ransbach-Baumbach eröffnet

Ransbach-Baumbach. Kreativität zeichnet nicht nur die Töpfer aus, sondern auch den Küchenchef, der regional und saisonal ...

Werbung